China weist Bericht über Milliardenvermögen zurück

26. Oktober 2012, 13:05 Uhr

Circa 2,7 Milliarden Dollar soll die Familie Wen Jiabaos laut einem Bericht kontrollieren. Das chinesische Außenministerium nahm prompt Stellung - und ließ Internetseiten und weitere Berichte sperren.

0 Bewertungen
Milliarden, Wen Jiabao, Vermögen, Familie, Bericht, New York Times, China,

Er soll Milliarden angehäuft haben: der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao©

Das chinesische Außenministerium hat den US-Medienbericht über das angebliche Milliardenvermögen von Ministerpräsident Wen Jiabao scharf kritisiert. Am Freitagmorgen waren in China die Internet-Seiten der "New York Times" in Englisch und Chinesisch gesperrt. Auch Suchanfragen mit den Namen von Wen und seiner Familie wurden blockiert und Berichte von ausländischen Fernsehstationen über das Vermögen der Familie. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking sagte zu dem Bericht, er "ziehe Chinas Namen in den Schmutz". Zu den gesperrten Websites sagte er: "China verwaltet das Internet in Übereinstimmung mit seinen Gesetzen und Vorschriften."

Wie die "New York Times" am Freitag unter Berufung auf Unterlagen von Unternehmen und des Staates berichtete, kontrolliert die Familie Wen Jiabaos Werte im Umfang von umgerechnet mindestens 2,7 Milliarden Dollar. Der größte Teil davon sei seit Wens Ernennung zum Vize-Premier 1998 zusammengetragen worden. Er wurde 2003 Ministerpräsident. Als Beispiel für das Vermögen der Familie nannte die Zeitung einen Anteil an dem Versicherer Ping An Insurance, der Wens 90-jähriger Mutter gehöre. Den letzten verfügbaren Angaben von 2007 zufolge hatte er einen Wert von 120 Millionen Dollar.

In dem kommunistischen Land werden Einzelheiten aus dem Leben der Führungsspitze wie Staatsgeheimnisse behandelt. Die finanzielle Situation der Politiker wird unter Verschluss gehalten. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte im Juli berichtet, die Familie von Vize-Präsident Xi Jinping - vermutlich der nächste Präsident - habe auch ein großes Vermögen angehäuft. Seitdem ist die Website von Bloomberg gesperrt. Für den größten politischen Skandal in China sorgte das hochrangige Parteimitglied Bo Xilai. Er wird unter anderem der Korruption und Bestechung beschuldigt. Bo wurde aus der Partei ausgeschlossen, verlor am Freitag seinen Parlamentssitz und dürfte vor Gericht gestellt werden.

ger/DPA/Reuters
 
 
MEHR ZUM THEMA
Legen Sie Ihr Geld richtig an! Legen Sie Ihr Geld richtig an! Der Ratgeber Geldanlage gibt Ihnen Tipps, wie Sie mehr aus ihrem Geld machen. Zu den Ratgebern
 
stern Investigativ
Anonymer Briefkasten: Haben Sie Informationen für uns? Anonymer Briefkasten Haben Sie Informationen für uns? Hier können Sie uns anonym Mitteilungen und Dateien zukommen lassen. Wir behandeln sie vertraulich.
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (17/2014)
Der Schicksalsflug