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4. Juli 2008, 14:19 Uhr
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50 Verletzte bei Bombenexplosion

Anschlag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk: Bei einem Bombenanttentat während eines Konzertes sind mindestens 50 Menschen zum Teil verletzt worden. Der Täter hatte den selbstgebastelten Sprengsatz mitten unter den Zuschauern gezündet.

Rettungskräfte versorgen die Verletzten nach dem Anschlag in Minsk© Nikolai Petrov/AP

Bei einem Bombenanschlag während eines Konzerts am Tag der Unabhängigkeit sind im Zentrum der weißrussischen Hauptstadt Minsk mindestens 50 Menschen verletzt worden. "Es gibt einige Schwerverletzte, aber keine Toten", sagte der weißrussische Innenminister Wladimir Naumow am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. Mehrere Opfer seien in Krankenhäusern operiert worden. Der selbst gebastelte Sprengsatz detonierte wenige Tage nachdem der autoritäre Präsident Alexander Lukaschenko den Wahlkampf für die Parlamentswahl am 28. September eingeläutet hatte.

Anschlag kommt gelegen

Die weißrussische Opposition ging davon aus, dass die Behörden den Anschlag zu einem noch schärferen Vorgehen gegen Kritiker missbrauchen könnten. "Mitten im Wahlkampf kommt den Machthabern der Anschlag sehr gelegen", sagte der Oppositionspolitiker Anatoli Lebedko, Chef der Vereinten Bürgerpartei. Damit dürften nun auch Internetzensur, Hausdurchsuchungen und Festnahmen gerechtfertigt werden.

Die Polizei vermutete nach eigen Angaben einen Einzeltäter hinter der Explosion. Ermittler sprachen von "Rowdytum". Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gab es zunächst nicht. Der von seinen Gegnern als letzter "Diktatur in Europa" bezeichnete Lukaschenko besuchte den Tatort neben einem Denkmal für die Heldentaten der Minsker Bürger im Zweiten Weltkrieg. Augenzeugen berichteten, dass am Ort der Explosion Schrauben und andere Metallteile verstreut lagen, mit denen die Zerstörungskraft der Bombe erhöht werden sollte. Viele Opfer erlitten Verletzungen an Armen und Beinen.

Zweiter Sprengsatz gefunden

Die Polizei fand nach eigenen Angaben noch einen zweiten Sprengsatz. Durch die Untersuchung der nicht detonierten Bombe erhofften sich die Ermittler Hinweise auf den Täter, sagte Naumow. Laut Medienberichten ging der selbst gebastelte Sprengsatz in die Luft, als Sicherheitskräfte das verdächtige Objekt - eine Tomatensaftpackung - ohne Experten auseinandernahmen. Die Behörden kündigten verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für die weiteren Staatsfeierlichkeiten an. "Die Situation in Minsk ist unter Kontrolle", sagte Naumow.

Weißrussland feiert seit Mitte der 1990er Jahre seinen Unabhängigkeitstag am 3. Juli im Gedenken an die Befreiung der von der Wehrmacht besetzten Sowjetrepublik durch die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg.

DPA
 
 
 
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