5. August 2010, 14:09 Uhr

Polen kann Mossad-Agenten an Deutschland ausliefern

Ein polnisches Berufungsgericht hat die Auslieferung eines mutmaßlichen Agenten des israelischen Geheimdienstes an Deutschland bestätigt. Uri B. soll von Deutschland aus die Ermordung eines ranghohen Hamas-Funktionärs in Dubai vorbereitet haben.

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Polizisten eskortieren den mutmaßlichen Mossad-Agenten Uri B. in den Warschauer Gerichtssaal©

Der Auslieferung eines mutmaßlichen Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad an Deutschland steht nichts mehr im Weg. Ein Berufungsgericht in Warschau wies am Donnerstag die Beschwerden der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft zurück und bestätigte die Entscheidung einer niedrigeren Instanz.

Der angebliche Mossad-Agent Uri B. war am 4. Juni am Flughafen in Warschau festgenommen worden, nachdem er mit einem von der Bundesanwaltschaft erwirkten europäischen Haftbefehl gesucht worden war. Er steht im Verdacht, von Deutschland aus Vorbereitungen für ein Attentat auf den Hamas-Führer Mahmud al-Mabhuh in Dubai getroffen zu haben. Dieser war am 20. Januar tot in einem Luxushotel in dem Emirat aufgefunden worden. Mehr als 20 Verdächtige sollen damals mit Pässen westlicher Staaten nach Dubei eingereist sein. Brodsky soll geholfen haben, einen der Pässe zu besorgen.

Ein polnisches Bezirksgericht hatte Anfang Juli der Überstellung B.s nach Deutschland zugestimmt. Die Richter befanden allerdings, dass er dort nicht wegen geheimdienstlicher Tätigkeit, sondern nur wegen Falschbeurkundung und Fälschung vor Gericht gestellt werden kann. B.s Anwälte teilten mit, ihr Mandant werde binnen zehn Tagen an die deutschen Behörden übergeben.

joe/DPA/AFP
 
 
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