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22. August 2006, 17:04 Uhr

Hausdurchsuchung nach Missbrauchs-Vorwurf

Israels Staatschef Katsav droht wohl eine Anklage wegen sexueller Nötigung. Die Polizei durchsuchte sein Haus. Der Fall steht in einer Reihe von Vorwürfen gegen israelische Spitzenpolitiker.

Israels Staatspräsident Moshe Kastav wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt© DPA

Im Skandal um Sexvorwürfe gegen Israels Staatspräsident Mosche Katsav hat die Polizei die Residenz des Politikers durchsucht. Nach Polizeiangaben vom Dienstag stellten die Ermittler dabei am Vortag Computer und Dokumente sicher. Am Mittwoch solle Katsav selbst wegen der Vorwürfe befragt werden.

Eine ehemalige Angestellte des Staatschefs beschuldigt diesen, er habe sie zum Sex gezwungen. Katsav bestreitet die Vorwürfe und hat seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern angekündigt. Der Polizei werde jedes erforderliche Dokument oder Beweisstück zur Verfügung gestellt, damit die Wahrheit ans Licht komme, sagte eine Sprecherin Katsavs. Der Präsident wolle seine Sicht der Dinge umfassend darstellen und beweisen, dass die Vorwürfe unwahr seien. Sollte sich die Vorwürfe der Frau erhärten, könnte Katzav eine Anklange wegen Vergewaltigung drohen, hieß es in den Medienberichten.

Keine politischen Folgen

Der Skandal dürfte kaum unmittelbare politische Folgen haben, da das Amt des Staatspräsidenten in Israel weitgehend auf repräsentative Funktionen beschränkt ist. Allerdings reiht er sich in eine Serie von Vorwürfen gegen hochrangige Politiker ein. Zusammen mit der Unzufriedenheit über den Verlauf des Kriegs im Libanon haben sie das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Führung des Landes geschwächt.

Am Sonntag war Justizminister Haim Ramon zurückgetreten, nachdem der Generalstaatsanwalt eine Anklage gegen ihn angekündigt hatte. Eine früheren Regierungsangestellte wirft Ramon vor, er habe sie gegen ihren Willen geküsst. Der israelische Rechnungshof untersucht die Umstände eines Immobiliengeschäfts von Ministerpräsident Ehud Olmert. Und Armeechef Dan Haluz ist in die Kritik geraten, weil er wenige Stunden nach der Entführung zweier israelischer Soldaten an der Grenze zum Libanon im Juli seine Aktienbestände verkaufte. Der Grenzvorfall hatte den Krieg mit der radikal-schiitischen Hisbollah-Miliz ausgelöst.

Reuters
 
 
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