Sortieren nach: Relevanz | Aktualität |
Auf den Philippinen sind die muslimischen Rebellen der Moro-Islamischen Befreiungsfront (MILF) zu Friedensverhandlungen mit der Regierung bereit.
Sind Salafisten diskriminierte Opfer oder geistige Brandstifter? Bei Sandra Maischberger debattierten Michel Friedman, Katholik Matthias Matussek und Imam Sheikh Hassan Dabbagh über Formen des Islam. Statt Aufklärung gab es jedoch verhärtete Fronten.
Die Terror-Anschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verändert. An diesem Tag griffen 19 islamistische Terroristen wichtige Symbole amerikanischer Macht an und töteten rund 3000 Menschen.
Bisher war der 11. September ein Tag der Besinnung. In diesem Jahr ist alles anders: Politisch-religiöse Kontroversen überlagern die stille Trauer, die in den Jahren vorher das Land vereinte.
Ein gut geschriebener Kommentar beschäftigte sich mit der Sarrazin-Debatte, um dabei festzustellen, dass die Diskussion ohne die Türken geführt werde. Die würden abwinken, wenn es auf Sarrazin zu sprechen käme. Und: Außerdem war ja Ramadan. Ein Blick in die Runde bei unserer Redaktionskonferenz. Stimmt. Auch bei uns arbeitet niemand muslimischen Glaubens. Wie sich also in die Situation hineinversetzen, ein türkischstämmiger Deutscher, ein Muslim in Deutschland zu sein? Zum Glück sind Redaktionssitzungen bei The European keine einsilbige Angelegenheit. Es wird heftig debattiert, Position bezogen. Es werden argumentative Allianzen geschmiedet. Gerne auch gegen mich. Denn: Ich bin bei uns der einzige praktizierende Katholik. Ich bin der Einzige, der für Schwarz-Grün ist. Der Stempel schlägt hart auf das tintendurchtränkte Kissen und landet auf meiner Stirn: wertkonservativ! Ein Verdikt. Psalmodie und Steinigung Dann werde ich in die Mitte des Kreises gestellt und fixiert – ecce homo: “Religion ist rückwärtsgewandt und nicht relevant.†“Kirchenthemen interessieren unsere Leser nicht.†Oder: “Konservativ ist unsympathisch.†Das heißt nichts anderes als: Ich bin unsympathisch, meine Religion steht für etwas, was meine Kollegen ablehnen. Die Tinte ist rot; sie läuft über meine Stirn, an meiner Wange hinab. Ich denke an den Erzmärtyrer Stephanus: “Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.†Ob sie auch Steine aufnehmen? Es ist unnötig, zu sagen, dass ich mich weder für aus der Zeit gefallen geschweige denn für unsympathisch halte. Der heilige Augustinus sagt, dass alle Menschen vom Licht der Vernunft gestreift seien. Also versuche ich es mit der Kraft der Argumente. “Die Kirche ist auch heute noch ein Kulturträger.†Mein Chef vom Dienst psalmodiert etwas von Jugend ohne Gott und Jugendweihe. Oder: “Öffentliche Trauerarbeit, ob nach der Loveparade oder dem Tsunami, wird von den christlichen Kirchen geleistet.†Ich ernte einen mitleidigen Blick von meinem leitenden Redakteur. Es ist, als schaute er auf Hiob, den Duldner. "Schlechtes und Inhumanes" Ich muss einsehen: Argumente helfen an dieser Stelle nicht weiter – denn hier geht es um Einstellungen, Emotionen. Das Mantra ergeht also weiter über mich: unsympathisch, unsympathisch, unsympathisch. Ich hauche den Argumentationsgeist aus. Nichts ist vollbracht. Das ist mein Moslem-Moment. Denn: Auch Muslime können doch sagen, was sie wollen – zum Beispiel, dass sie der Gewalt abschwören oder dass sie mit dem islamistischen Terror nichts zu tun haben wollen –, und dennoch erklären wir ihnen, dass ihre Religion gewaltsam ist, dass auch sie, irgendwo tief drinnen, gewaltsam sind. Denn schon Mohammed habe ja nichts anderes gebracht als “Schlechtes und Inhumanesâ€, wie es in einem durch Papst Benedikt XVI. bekannt gewordenen historischen Zitat heißt. Dieses Mantra dreht sich länger als jede Redaktionssitzung, unaufhörlich, seit dem 11. September 2001. Es übertönt, wenn Muslime selbst sagen, dass viele ihrer Glaubensbrüder nicht integriert seien. Es hört nicht auf, wenn Spitzenvertreter der Muslime sagen, dass sie nichts gegen Kreuze in Klassenzimmern haben. Rückzug und Diskursverweigerung Ich beobachte mich: Was sind meine Möglichkeiten bei einer solch ablehnenden Front? Rückzug und Diskursverweigerung. Wenn einem selbst etwas wichtig – um nicht zu sagen heilig – ist, die Umwelt das aber partout profanieren möchte, werden die Pforten geschlossen. Der Rückzug ins Innere. Wenn man sich nicht richtig wiedergegeben oder verstanden weiß, bleibt nur die Tabuisierung. “Darüber rede ich nichtâ€. Die Konsequenz aus beidem: Radikalisierung. Dadurch wird man das, was man eigentlich nicht war oder nie werden wollte. Er verteidigt die Kirche, wo man doch lieber fein ziseliert über sie debattieren möchte. Sie wird zur frommen Muslima, obwohl sie nie wie eine Schleiereule rumlaufen wollte. Heute haben wir die nächste Sitzung. Der Ramadan ist vorbei: der Kairos für einen neuen Moment. Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Online-Magazins The European Weitere Kommentare zu dem Thema: Der Genetiker, den Sarrazin zitiert, Harry Ostrer, widerspricht ihm erstmals in einem deutschen Medium: Wir sind keine Klone Alexander Kissler: Christian Wulff hat sich in der Causa Sarrazin verrannt: Er kann es nicht Özcan Mutlu: Wir sind auch Deutschland Hans-Olaf Henkel: Unterstützung für Sarrazin
Muslimen ist es vorgeschrieben in Richtung Mekka zu beten. Doch offenbar ist es gar nicht so leicht, die richtige Himmelsrichtung zu finden, wie sich nun in Indonesien zeigte: Der Religionsrat musste seine erst im März herausgegebene Fatwa korrigieren.
Für Mounir El Motassadeq naht der Tag der Entscheidung: Im weltweit ersten Prozess um die Anschläge vom 11. September 2001 fällen die Richter des Hanseatischen Oberlandesgerichts an diesem Mittwoch ihr Urteil.
In einer Rede zitierte Papst Benedikt XVI. einen byzantinischen Kaiser mit den Worten, Mohammed habe nur Schlechtes in die Welt gebracht. Wütende muslimische Verbände fordern nun eine Entschuldigung für diese "Besorgnis erregende" Äußerung.
Die Debatte um rassistische Tendenzen in der Union verschärft sich: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Harry Nitzsche äußerte sich abfällig über Moslems und löste damit neue Unruhe in seiner Partei aus.
In einer Grundsatzrede hat George W. Bush das Bild eines radikal-islamischen Reiches von Spanien bis Indonesien heraufbeschworen. Zwei Ländern drohte der US-Präsident dabei ganz konkret.
Hinter diesem Link steckt ein RSS-Feed, über den Sie bequem in ihrem Newsreader informiert werden, wann immer ein neuer Artikel auf stern.de zu Ihrem Suchbegriff erscheint.
Was sind RSS-Feeds?Ground Zero Gulbuddin Hekmatjar Hamburger Terrorzelle Henryk M. Broder Indonesien Islam Israel Maischberger Muslime New York Papst Benedikt Philippinen Schweizer Franken Syrien Terrorismus Terrorist World Trade Center
Angela Merkel Barack Obama Barack Obama Bill Clinton Colin Powell Condoleezza Rice Donald Rumsfeld Frank-Walter Steinmeier George W. Bush George W. Bush Gerhard Schröder Henry Nitzsche Hillary Clinton Kofi Annan Mohammed Otto Schily Saddam Hussein Salman Rushdie Silvio Berlusconi Tony Blair
Dann stellen Sie sie in unserer Wissenscommunity "Noch Fragen".