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Mutmaßlicher Angreifer auf Champs-Élysées war bereits verurteilt

Erst vor wenigen Tagen hat die französische Polizei einen Anschlag vereitelt, nun wurde sie selbst zum Ziel einer Attacke. Ein Beamter wurde bei einer Attacke auf dem Champs-Elysées getötet. Der Schütze hatte es schon früher auf Polizisten abgesehen.

Paris Anschlagstatort

Spurensicherung am Tatort: Der IS hat sich zum Anschlag in Paris bekannt

Kurz vor der Präsidentschaftswahl ist Frankreich erneut Schauplatz eines Anschlags geworden: Bei einem Angriff auf Polizisten auf dem Pariser Prachtboulevard wurden nach Regierungsangaben ein Beamter und der Schütze getötet und drei weitere Menschen verletzt. Laut Ermittlerkreisen war der 39-jährige Täter bereits im Visier der Polizei.

Mutmaßlicher Täter war verurteilt

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll der Tatverdächtige bereits in der Vergangenheit wegen einer Attacke auf Polizisten verurteilt worden sein. Der 39-Jährige hatte im Jahr 2005 eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren wegen versuchten Totschlags erhalten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Er hatte demnach in Seine-et-Marne bei versucht, einen Polizisten, einen Polizeischüler und dessen Bruder zu töten. Es war zunächst unklar, einen wie großen Teil dieser Strafe der Verdächtige verbüßt hatte. Im Februar wurde er den Angaben zufolge erneut festgenommen wegen des Verdachts, dass er Polizisten ermorden wolle. Aus Mangel an Beweisen kam er allerdings wieder frei.


Präsident François Hollande sagte nach einer Krisensitzung im Elysée-Palast, die Regierung sei überzeugt davon, dass der Angriff einen "terroristischen Hintergrund" habe. Der Schütze habe gezielt auf Polizisten und ihren Wagen gefeuert, bevor er erschossen wurde. Wenige hundert Meter vom Arc de Triomphe entfernt wurden zwei Polizisten verletzt, einer von ihnen schwer. Zudem wurde eine Touristin laut durch einen Splitter leicht verletzt. Ihre Nationalität wurde nicht mitgeteilt.

IS bekennt sich zum Anschlag in Paris

Des getöteten Polizisten soll am Freitagmorgen landesweit gedacht werden. Zudem berief für Freitag eine Sitzung des nationalen Sicherheitskabinetts ein. Zu dem Angriff bekannte sich der IS über sein Propaganda-Sprachrohr Amaq. Die Agentur identifizierte den Täter als einen Kämpfer namens "Abu Yussef der Belgier".

Die Antiterror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Ihr Leiter François Molins erklärte, der Täter sei "bekannt" und seine Identität "verifiziert". Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Die Behörden durchsuchten eine Wohnung in einem Vorort östlich von Paris, in der der Mann zuletzt gewohnt haben soll.

Täter habe versucht, weitere Polizisten zu treffen

Ein Polizeivertreter sagte, der Angreifer sei in einem Auto vorgefahren und ausgestiegen. Er habe mit einer Automatikwaffe auf das Polizeifahrzeug geschossen. "Er hat einen der Polizisten getötet und versucht, im Laufen noch Weitere zu treffen."

Die Sicherheitskräfte riegelten am Abend die Champs-Elysées nach dem Angriff weiträumig ab, sperrten mehrere Metro-Stationen und riefen die Bevölkerung auf, den Bereich zu meiden. Über dem Boulevard kreiste ein Hubschrauber. Der Besitzer eines Restaurants nahe der Champs-Elysées sagte AFP, es sei ein kurzer, aber intensiver Schusswechsel zu hören gewesen. "Wir haben unsere Kunden im Keller versteckt."

Das in Berlin erklärte auf Twitter, Deutschland stehe "fest und entschlossen an der Seite Frankreichs". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ via Twitter mitteilen: "Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien." Auch US-Präsident Donald Trump sprach den Franzosen sein Mitgefühl aus. "Es endet einfach nie", sagte er in Washington zur anhaltenden Terrorgefahr.

In Frankreich sind vor der Wahl tausende Polizisten und Soldaten im Einsatz. Seit den islamistischen Anschlägen im November 2015 gilt der Ausnahmezustand. Bei Anschlägen 2015 und 2016 wurden in Frankreich insgesamt 238 Menschen getötet. Der Angriff auf den Champs-Elysées ereignete sich während einer Serie von Live-Interviews mit den elf Präsidentschaftskandidaten im Sender France 2. Die Präsidentschaftskandidaten Marine Le Pen, Emmanuel Macron und François Fillon sagten für Freitag geplante Wahlkampfveranstaltungen ab. Zahlreiche französische Politiker äußerten sich bestürzt und verurteilten die Tat.

Erst zu Wochenbeginn Anschlag vereitelt

Erst zu Wochenbeginn hatten die französischen Behörden nach eigenen Angaben einen Anschlag vereitelt. In Marseille wurden zwei "radikalisierte" Verdächtige festgenommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden unter anderem Sprengstoff, Schusswaffen sowie eine IS-Flagge gefunden. In den vergangenen Jahren hatte es in Frankreich immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte gegeben. 

nik/DPA

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