. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
28. September 2007, 17:34 Uhr

Das Militär schießt wieder

In Myanmar herrscht weiter die Gewalt: Die Proteste dauern an, die Armee schießt - auch wenn erste Soldaten den Schießbefehl verweigert haben sollen. Eine Videoaufnahme zeigt, mit welcher gezielten Gewalt die Soldaten gegen den später getöteten japanischen Fotografen vorgegangen sind.

Die Proteste gehen unvermindert weiter: Hier gehen Demonstranten am Freitag durch die Straßen von Rangun© Burma Myo Chit/Ho/DOA

Die Lage in Myanmar bleibt explosiv: In der Metropole Rangun gingen die Sicherheitskräfte der Militärjunta am Freitag den dritten Tag in Folge mit Gewalt gegen tausende Demonstranten vor. Dabei fielen erneut Schüsse, wie westliche Diplomaten bestätigten. Über Tote oder Verletzte gab es bis zum Abend keine offiziellen Angaben. Unterdessen liefen die internationalen Bemühungen weiter, das Militärregime zum Einlenken zu bewegen. Der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari, der sich um eine Entschärfung der Lage bemühen soll, wurde an diesem Samstag im Land erwartet.

Nach Meldungen des birmanischen Staatsfernsehens waren am Mittwoch und Donnerstag zehn Menschen bei den Protesten getötet worden, darunter ein japanischer Pressefotograf. Westliche Diplomaten in Rangun gehen indes davon aus, dass die Zahl der Opfer tatsächlich wesentlich höher liegt. Eine schwedische Diplomatin in Rangun berichtete im Gespräch mit der Zeitung "Svenska Dagbladet" (Internetausgabe) von einem Augenzeugen, der 35 Leichen gesehen habe.

Tödlicher Angriff auf den japanischen Pressefotografen Kenji Nagai

Quelle: YouTube/FNN

Die Sicherheitskräfte erklärten unterdessen fünf Pagoden und Klöster in der Metropole Rangun zu "Sperrgebieten", um weitere Demonstrationen zu unterbinden. Dazu gehörten auch die Shwedagon- und die Sule-Pagode, von denen die friedlichen Protestmärsche der Mönche ihren Ausgang genommen hatten. Obwohl in geringerer Zahl, versammelten sich bereits Freitagmittag erneut mehrere hundert Demonstranten in der Nähe der Sule-Pagode. Die US-Geschäftsträgerin in Rangun, Shari Villarosa, sagte dem Nachrichtensender CNN, in der Stadt seien weniger Demonstranten auf den Straßen als am Vortag.

Erste Soldaten verweigern Gehorsam

Der oppositionelle Rundfunksender Voice of Burma berichtete unterdessen, in Myanmars zweitgrößter Stadt Mandalay hätten Soldaten der 33. Division den Gehorsam verweigert und nicht wie angeordnet auf Mönche und andere Demonstranten geschossen. Weiter meldete der in Oslo ansässige Sender, die Militärjunta habe am Freitag die Internetverbindungen mit dem Ausland abschalten lassen. Als offiziellen Grund habe die staatliche Telekomgesellschaft den Bruch eines Unterseekabels angegeben. Mails und Blogger-Berichte sowie über das Internet verschickte Videofilme von Privatpersonen waren in den vergangenen Tagen wichtige Informationsquellen zu den seit 20 Jahren größten Protestaktionen in Myanmar.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief in New York die herrschende Militärjunta zu einem "konstruktiven Dialog" mit dem Sonderbeauftragten Gambari auf. Die Machthaber sollten den Weg zu einer "friedlichen" und "nationalen Aussöhnung" beschreiten. Das Weiße Haus verlangte unterdessen von der Militärjunta, Gambari müsse alle Konfliktparteien treffen können. Dazu zählten auch die religiösen Führer der Buddhisten, Verhaftete und die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

China soll Einfluss auf Junta verstärken

Wie zuvor US-Präsident George W. Bush forderte am Freitag auch der neue japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda China auf, seinen Einfluss auf die Militärjunta Myanmars mit dem Ziel einer friedlichen Lösung geltend zu machen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wollte bei einem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi in New York ebenfalls über die Situation in Myanmar und Einwirkungsmöglichkeiten Chinas ansprechen. China unterhält zu seinem Nachbarland enge wirtschaftliche und politische Kontakte. Auf Verlangen der Europäischen Union wurde für kommenden Dienstag eine Sondersitzung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen nach Genf einberufen.

In London protestierten auch am Freitag hunderte Menschen vor der Botschaft von Myanmar. Mit einer Schweigeminute gedachten die Protestierenden der Toten in dem asiatischen Land. Bereits am Donnerstag hatten sich hunderte Demonstranten in London versammelt, um gegen das brutale Vorgehen der Militärjunta zu protestieren.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
waelder (29.09.2007, 05:12 Uhr)
Mordende "Ordnungs"-Kräfte
Dass gegen Steinewerfer mit scharfer Munition vorgegangen werden muss, ist spätestens seit der Intifada in Palästina eine Grundregel der sogenannten Ordnungskräfte weltweit.
Aber wieso Total bei ihrem jahrelangem und gegenwärtig andauerndem Engagement in Myanmar/Birma weiterhin Benzin in Europa verkauft ist mir ein Rätsel. Jeder, der bei Total tankt, finanziert indirekt die Kugeln des Militärs in Rangoon.
Kernbeisser (28.09.2007, 23:23 Uhr)
dann lerne es!
meine güte bis du bescheuert. natürlich wurde ihm in den rücken geschossen. auf dem video sieht man doch auch ganz deutlich daß er weglief und ihm feige in den rücken geschoßen wurde. beim sturz drehte er sich dann auf dem rücken. und schon mal was davon gehört daß man bei schußverletzungen nicht unbedingt sofort sterben muß? du bist echt so was von dämlich. vor allem wenn ich mir ältere beiträge durchlese wird mir einfach nur schlehct.
albundy69 (28.09.2007, 19:51 Uhr)
kein japanisch
entschuldigung, auch wenn ich jetzt wieder verdächtigt werde, aber auf dem video ist (wahrscheinlich) der japanische reporter zu sehen, DER ZU ENDE DER AUFNAHMEN noch klar und deutlich lebt (bewegen der arme). Die Erklärungen der von TV-Japan verstehe ich nicht.
Einem auf dem Rücken liegenden kann nicht mal die myanmarische Armee in den Rücken schiessen. Die Theorie des rücklings ermordeten Journalisten geht nicht auf.
Ich betone, um allen Missverständnissen vorzubeugen, dass ich nicht vom chinesischen Geheimdienst bin und den Tod des Journalisten bedauere und verurteile
MEHR ZUM ARTIKEL
Interview "Myanmar geht uns alle an"

Seit Tagen schaut die Welt nach Myanmar, wo das Militär gewaltsam die Demonstrationen budhhistischer Mönche niederschlagen hat. Aber warum ist das Land plötzlich von solchem Interesse? stern.de sprach mit dem Myanmar-Experten Marco Bünte. mehr...

Myanmar Internationaler Druck auf Militärjunta wächst

Nach den blutigen Eskalation der friedlichen Mönchs-Proteste in Myanmar haben die USA Sanktionen gegen 14 Mitglieder der herrschenden Militärjunta verhängt: Sie froren ihre Konten ein. Auch Chinas Ton wird schärfer, die Generäle drohten dennoch mit "extremen Aktionen". mehr...

Elf Fakten Birma, Burma oder Myanmar?

Wie heißt das Land in Südostasien nun: Birma oder Myanmar? Wer herrscht dort? Und welche Bedeutung haben die Mönche? Und warum sind die als rücksichtslos bekannten Machthaber so zurückhaltend? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem völlig abgeschotteten Land. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe