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4. Oktober 2007, 17:40 Uhr

Juntachef will Suu Kyi treffen

Der Juntachef von Myanmar, General Than Shwe, hat sich unter bestimmten Bedingungen zu einem Treffen mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bereit erklärt. Unterdessen lässt das Regime weiter Regimegegner und Journalisten verhaften.

Zoom

Oppositionsführerin San Suu Kyi und der UN-Gesandte Ibrahim Gambari bei einem Kongress der UN in Yangon, Myanmar© UN/AFP

Thahn Shwe habe dem UN-Gesandten Ibrahim Gambari gesagt, er werde Suu Kyi persönlich treffen, wenn sie von ihrer Haltung der "Konfrontation, Verwüstung und Sanktionen" abrücke. Die Friedensnobelpreisträgerin steht seit Jahren unter Hausarrest. China hatte das Treffen von Gambari mit dem General als "positiven Schritt" gelobt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte dagegen, einen Erfolg könne man die Reise sicher nicht nennen. Gambari sollte Ban unterrichten und dann mit dem Sicherheitsrat die Lage in Birma erläutern. Ban sagte weiter, er sei "schon recht zufrieden", dass Gambari "überhaupt mit Vertretern von Myanmars Führung und Frau Aung San Suu Kyi zusammentreffen konnte". Gambari werde im November ein zweites Mal nach Myanmar reisen. Am Freitag wolle der Sonderbeauftragte dann den Sicherheitsrat informieren und mögliche Schritte gegen die Führung in Myanmar erörtern.

Nach den Massendemonstrationen gegen das Militärregime läuft jetzt eine beispiellose Verhaftungskampagne. Menschen würden mitten in der Nacht aus ihren Betten gezerrt und weggeschafft, berichteten Einwohner. In der Hafenmetropole Rangun drang das Militär während der nächtlichen Ausgangssperre in Häuser ein. In der Nacht waren die Kommandos nach Angaben von Einwohnern in der Nähe der Shwedagon-Pagode unterwegs. Im Visier sind demnach Menschen, die während der Demonstrationen vergangene Woche am Straßenrand standen oder Fotos machten. "Ihr Verbrechen ist, dass sie geklatscht und die Mönche angefeuert haben", sagte ein Augenzeuge. An der Pagode hatten sich Anfang vergangener Woche zehntausende Mönche zu ihren Protesten gesammelt. Bürger hatten dort spontan Menschenketten gebildet, um die frommen Männer vor Übergriffen zu schützen. Nach Informationen des Exilsenders "Democratic Voice of Burma" in Norwegen sind auch mindestens 20 einheimische Journalisten verschwunden.

Geheimdienstler in zivil bespitzeln Demonstranten und Zuschauer

"Ich mache mir große Sorgen über das Schicksal der Gefangenen", sagte der finnische Botschafter in Rangun, Lars Backstrom. "Die Zahl der Festgenommenen ist offenbar recht hoch, und niemand darf die Menschen besuchen." Das Regime verweigert dem Roten Kreuz seit Monaten den Zugang zu Gefangenen. Freigelassene berichten von Internierungslagern um Rangun mit verheerenden hygienischen Zuständen. Dort sollen neben Zivilisten auch hunderte festgenommener Mönche eingekerkert sein.

Die Razzien legen nahe, dass das Militär vergangene Woche auch vor der Niederschlagung der Proteste mit Tränengas und Maschinengewehren schon im Einsatz war: mit Geheimdienstlern in Zivil, die Demonstranten und Zuschauer fotografierten. "Wir haben Bilder, wir wissen, wer dabei war", tönte es nach Angaben von Einwohnern in den letzten Tagen von Lautsprecherwagen, die durch die Straßen fuhren. In den engen Gassen von Rangun blieben die Festnahmen trotz der nächtlichen Ausgangssperre jedoch nicht unbemerkt. Die Menschen versuchten, Nachbarn durch Lärm zu alarmieren.

DPA/AP
KOMMENTARE (5 von 5)
 
aenarion (05.10.2007, 18:01 Uhr)
Liebe Redaktion
vielen Dank das sie Völkermördern und Rassisten hier die freie Rede zugestehen.
Redaktion (05.10.2007, 14:33 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für die angeregte Diskussion.
Wir haben soeben den Beitrag vom User aenarion gelöscht. Um dies nicht unbegründet zu lassen, möchten wir Sie an dieser Stelle auf unsere Verhaltensregeln in der stern.de-Community aufmerksam machen.
Sie können gern zum Ausdruck bringen, dass Sie mit der Meinung anderer User nicht konform gehen. Allerdings bitten wir Sie, dies auf einer sachlichen Ebene zu kundzutun. Persönliche Beleidigungen und Beschimpfungen akzeptieren wir auch in einem sonst sachlichen Posting nicht.
Wir wünschen uns sachliche und angeregte Diskussionen, an der alle User teilnehmen können und sich wohlfühlen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Redaktion
sandraberlin (05.10.2007, 13:13 Uhr)
--> aenarion
Obwohl ich nicht weiss was ein "FORENSCHAUSPIELER" ist, teile ich die restlichen 75 % Ihrer Beurteilung :-))
mojo.man (04.10.2007, 19:24 Uhr)
Nein!
An der Lage in Birma hat sich bisher nichts geändert, für die Bevölkerung schon garnicht.
Than Shwe hat lediglich in Aussicht gestellt, darüber nachzudenken mit der Opposttion zu reden. Das sieht aus wie, als wolle er Zeit schinden. Das es wirklich zu Gesprächen kommt bleibt nur zu hoffen.
Was der finnische Botschafter zu "erzählen" hat ist eher erschreckend als beruhigend. Es unterstreicht eher die Vorwürfe gegen das Regime.
Das die Menschen in Birma ganz normal arbeiten und leben dürfen ist auch eher fraglich. Es hat den Anschein, dass sie tagsüber für den Wohlstand der Machthaber arbeiten dürfen und Nachts verhaftet werden, weil sie eine eigene Meinung haben.
Das die Mönche in ihre Klöster zurückgekehren durften ist auch nicht bestättigt, es sei den Internierungslager gelten ab sofort als Klöster.
Das Buch "Brave new world" hat albundy69 scheinbar nie gelesen oder nicht verstanden!?
Aber bei all meiner Kritik gegenüber den qualifizierten Aussagen von albundy69 darf man natürlich nicht vergessen, dass er Teil einer internationalen Observationsorganisation ist und mehr Informationen hat als der Rest der Welt. Den Namen der Organisation werden aber wohl leider nie erfahren!?
albundy69 (04.10.2007, 17:55 Uhr)
Alle zufrieden ?
Jeder spricht mit jedem, die Uno mit ASSK, ASSK mit dem Staatschef, der Staatschef mit dem Uno-Vertreter und der finnische Botschafter hat auch was zu erzählen. Unterdessen arbeiten in Myanmar Millionen von Menschen ganz normal, verdienen ihren Lebensunterhalt. Die Mönche in den Klöstern arbeiten an einer besseren Welt und die Opposition arbeitet an der Legendenbildung. Wahrscheinlich wird ASSK nun zur Frau Walesa von Hinterasien während dem legetimen Staatschef die Rolle des Buhmanns bleibt ! Brave new world, alles zufrieden alles schön alles gut !
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