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USA bereiten sich auf mögliches Eingreifen in Syrien vor

Meinungsumschwung im Weißen Haus? Nach Berichten über einen angeblichen Giftgaseinsatz in Syrien denkt die US-Regierung laut über eine Militärintervention nach.

  Stärke zeigen im Mittelmeerraum: Der US-Zerstörer USS Mahan, hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2009, bleibt nahe Syrien stationiert.

Stärke zeigen im Mittelmeerraum: Der US-Zerstörer USS Mahan, hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2009, bleibt nahe Syrien stationiert.

Die USA erwägen nach den jüngsten Berichten über den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien offenbar einen Militärschlag gegen die Führung in Damaskus. Mehrere Optionen seien für den Fall vorbereitet worden, dass sich US-Präsident Barack Obama zu diesem Schritt entscheiden sollte, sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Freitag (Ortszeit). Die US-Marine verstärkte ihre Präsenz im Mittelmeer um ein weiteres Kriegsschiff.

Auf Anfrage des Präsidenten habe das Verteidigungsministerium Optionen für alle denkbaren Szenarien ausgearbeitet, sagte Hagel gegenüber Journalisten an Bord eines Militärflugzeugs auf dem Weg nach Malaysia. Details zur Mobilisierung der Truppen nannte er nicht. Der Pentagonchef machte jedoch deutlich, dass noch keine Entscheidung darüber gefallen sei, ob die USA tatsächlich militärisch gegen Syriens Machthaber Baschar al Assad vorgehen werden.

Unterdessen verstärkte die US-Marine ihre Präsenz im Mittelmeer, wie aus Verteidigungskreisen in Washington verlautete. Der mit Raketen bestückte Zerstörer USS Mahan kehre nicht wie vorgesehen in seinen Heimathafen zurück. Damit verfügen die USA nun über vier mit Raketen bestückte Kriegsschiffe in der Region.

US-Regierung in Zugzwang

Das Weiße Haus ist nach Berichten über einen möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Armee in Zugzwang geraten. Die syrische Opposition beschuldigt die Regierungstruppen, am Mittwoch bei einem Großangriff in der Rebellenregion Ghuta nahe Damaskus ein Massaker mit 1300 Toten verübt zu haben. Die Armee bestreitet dies. Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen als "rote Linie" für ein Eingreifen der USA in den syrischen Bürgerkrieg bezeichnet.

Großbritannien geht inzwischen davon aus, dass das Regime von Machthaber Baschar al Assad hinter dem Angriff steckt. Einen sicheren Beweis dafür gibt es aber weiter nicht. Das Assad-Regime verweigerte einem Team von UN-Inspekteuren bislang den Zugang.

Washington reagierte auf die jüngsten Vorwürfe gegen die syrische Regierung bisher aber zurückhaltend. Der einflussreiche republikanische Senator John McCain warf dem US-Präsidenten daraufhin "Passivität" vor. Assad verstehe dies als "grünes Licht" der USA für Kriegsgräuel, sagte er dem Sender CNN.

Obama warnt vor militärischen Abenteuern

Obama nannte die Berichte über den möglichen Giftgasangriff in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CNN "zutiefst beunruhigend". Er warnte jedoch vor militärischen Abenteuern. Die USA sollten sich nicht in "sehr teure und komplizierte" Einsätze ziehen lassen, die die Missgunst gegenüber Amerika in der Region nur noch verstärkten. Zudem würde ein Alleingang der USA ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats womöglich gegen internationales Recht verstoßen.

Obama wies die US-Geheimdienste an, Informationen über den mutmaßlichen Angriff zusammenzutragen. Die Außenminister der USA und Russlands forderten am Freitag zudem eine unabhängige Prüfung der Vorwürfe. UN-Generalsekretär Ban entsandte seine Hohe Vertreterin für Abrüstung, Angela Kane, nach Damaskus.

jwi/AFP/DPA/DPA
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