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30. Juli 2009, 14:44 Uhr

Zweite Bombe auf Mallorca gefunden

Angst vor Terror auf Mallorca: Nach einem Bombenanschlag mit zwei Toten hat die Polizei einen weiteren Sprengsatz auf der Ferieninsel entdeckt. Unterdessen haben die Behörden den Flughafen wieder geöffnet. Er war wegen der Fahndung nach den Attentätern vorübergehend abgeriegelt worden.

Mallorca, Spanien, Eta, Terror, Anschlag, Bombe

Ort der Explosion: Palmanova auf Mallorca. Zwei Menschen starben bei einem Anschlag auf die Guardia Civil© Dani Cardona/Reuters

Der Flughafen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca ist nach einer vorübergehenden Schließung wieder geöffnet worden. Die Anlage war am Donnerstag nach dem Tod von zwei Polizisten bei einem Terroranschlag von den Sicherheitskräften vorübergehend geschlossen worden. Wie die spanische Flughafenbehörde Aena mitteilte, dauerte die Sperrung eine Stunde und 40 Minuten. Wegen der Schließung hätten keine Flüge gestrichen werden müssen. Zahlreiche Starts und Landungen verspäteten sich jedoch. Der Flughafen Son Sant Joan ist während der Feriensaison einer der Airports mit dem höchsten Passagieraufkommen in Europa. Ob auch die See- und Jachthäfen der Insel wieder geöffnet sind, ist noch unklar.

Mit der Sperrung wollten die Behörden verhindern, dass der oder die Attentäter von der Insel fliehen konnten. Eine Explosion vor einer Polizeikaserne auf der Insel hatte gegen 14 Uhr zwei Beamte in den Tod gerissen. Entgegen ersten Meldungen wurde bei dem Anschlag nach Auskunft der Polizeipräfektur niemand verletzt. Die Bombe war in Palmanova explodiert, südwestlich der Hauptstadt Palma de Mallorca, unweit des bei Touristen beliebten Strandes Magaluz.

Bei dem Anschlag benutzten die Terroristen eine ferngezündete Haftbombe, die sie am Boden eines Polizeifahrzeuges, eines Nissan Patrol, angebracht hatten. Die Detonation hatte eine ungeheure Wucht: Eine Leiche musste laut "El Pais" von einem Baum geborgen werden. Die andere lag auf der Straße.

Blutiger Geburtstagswoche

In der Nähe des Tatorts entdeckten die Ermittler später einen zweiten Sprengsatz, der unter einem seit längerem nicht genutzten Polizeiauto angebracht ist. Das Fahrzeug steht vor einer weiteren Polizeikaserne in Palmanova, die zur Zeit umgebaut wird. Sprengstoffexperten der Polizei wollten die Bombe nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur EFE noch am Abend mit einer "kontrollierten Sprengung" unschädlich machen.

Nach Angaben der Ermittler deutet alles darauf hin, dass es sich um einen weiteren Anschlag der Eta handelt. Morgen vor 50 Jahren ist die baskische Terrororganisation gegründet worden. Die Geburtstagswoche wird entsprechend gefeiert: Am Mittwoch war in der nordspanischen Stadt Burgos vor einer Polizeikaserne eine 200-Kilo-Bombe gezündet worden. 65 Menschen wurden dabei verletzt. Die betroffene Polizeikaserne auf Mallorca gehört zur paramilitärischen Guardia Civil, die bei der Eta besonders verhasst ist.

Erstmals Tote nach Anschlag auf Mallorca

Die Eta hatte in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschießen. Der Anschlag auf die Polizisten geschah etwa acht Kilometer vom Marivent-Palast entfernt, in dem die königliche Familie traditionell ihre Sommerferien verbringt. Juan Carlos und Königin Sofía werden für Samstag auf Mallorca erwartet.

Zunächst hieß es, dass der Flughafen noch bis etwa 22 Uhr gesperrt bleiben sollte. Bereits nach kurzer Zeit hatten sich im europäischen Flugverkehr massive Verspätungen aufgebaut. Reiseveranstalter hatten bereits begeonnen, Unterkünfte für Tausende Passagiere zu organisieren, deren Flüge gestrichen werden sollte.

DPA/AP/ben/mre
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Fraggles (30.07.2009, 19:11 Uhr)
ich
möchte hier nur noch anmerken das ich Anschläge, welcher Art auch immer, NICHT gutheisse und auch nicht mit der ETA sympatisiere oder ähnliches.
@eric111
Das die ETA "nur" bei zivilen Zielen eine Warnung herrausgibt wusste ich bisher nicht. Daher danke für die Info.
Cizme (30.07.2009, 18:53 Uhr)
@clibanarius
Stimme dir zu. Genau das gleiche kann man auch zu der terroristischen albanischen Organisation UCK sagen.ETA-Mitglieder sind Terroristen (zweifelsohne) UCK-Mitglieder sind Seperatisten und Helden und werden als "Staatsoberhäupter" anerkannt. Die Medien und die westliche Politik schreibt nunmal die Geschichte...
arniston (30.07.2009, 18:11 Uhr)
eigentlich !
nach weltkriegen und mehr
ist das leben eigentlich leichter geworden, aber nur eigentlich ...
eric111 (30.07.2009, 17:39 Uhr)
@ich
Dass ETA über eine baskische Zeitung 30 Minuten vor den Anschlägen Bescheid gibt ist nur im Falle von zivilen Zielen der Fall. Geht es um die Polizeitruppe Guardia Civil oder um spanische Politiker wird keine Warnung ausgegeben, da ETA versucht, eben diese zu "beseitigen".
Wäre das ein Anschlag mit islamistischem Hintergrund würde man Opfer in der Zivilbevölkerung gesucht haben, etwas was ETA vermeidet.
Die letzte Zeit wurden etliche Kommandoführer der ETA festgenommen, in Frankreich, Spanien und sogar Mexiko und die Terrororganisation ist eigentlich am Aussterben, will jedoch nochmal zum 50. Jubiläum zeigen, dass sie aktiv ist, doch die Schlinge zieht sich denen immer ärger um den Hals, zumal mit jedem Fang viele Informationen über den Rest der Bande in die Hände der Ermittler gelangen.
Mal sehen, vielleicht schnappt man die Brüder ja gleich. Deshalb ist auch der Flughafen und die Häfen gesperrt. Zum Ärger für die Urlauber, doch diese Mörder zu schnappen geht vor!
Clibanarius (30.07.2009, 17:39 Uhr)
Was ist der Unterschied....
...zwischen der ETA und der PKK? Obwohl beide die gleichen Ziele verfolgen (Abspaltung und unabhängiger Staat) und auf ähnliche Weise morden und bomben, nennen die Medien erstere (zurecht) eine "Terrororganisation", die andere jedoch "Separatisten" oder "Rebellen".
.
Auszug aus Wikipedia, der allernächsten greifbaren Quelle:
"Eine terroristische Vereinigung (deutscher Rechtsbegriff seit 1976) oder terroristische Organisation (Vereinte Nationen) ist eine auf eine längere Dauer angelegte Organisation mehrerer Personen (Terroristen), deren Ziel es ist, durch Handlungen, die unter rechtsstaatlichen Voraussetzungen als Straftaten bewertet werden, vor allem politische Ziele zu erreichen, die etwa von religiösen oder wirtschaftlichen Motiven begleitet sein können. Terroristische Vereinigungen versuchen durch Gewaltaktionen Schrecken (lat. terror) in einem Land zu erzeugen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung oder die Bildung einer solchen Organisation ist in Deutschland und vielen anderen Staaten strafbar."
.
http://de.wikipedia.org/wiki/Terroristische_Vereinigung
Halodri73 (30.07.2009, 17:17 Uhr)
@Adminteam
Gut so!
Die freie Meinungsäußerung muss - wie jede andere Freiheit auch - ihre Grenzen haben.
Ich bin ähnlich befremdet.
Mein Beileid den Opfern (mutmaßlich) einer Auseinandersetzung, die durch mangelde Kommunikation und Verblendung immer noch existiert.
Administrator (30.07.2009, 16:38 Uhr)
Liebe User,
mich persönlich befremdet es, wenn ich zu Artikeln, in denen wir von Anschlägen und toten Menschen berichten müssen, Kommentare lese, die ihre Freude, ihren Spott und ihre Häme zum Ausdruck bringen.
Da Sie sich immer wieder beschweren, solche Beiträge nicht diskutieren zu dürfen, haben wir uns entschlossen, die Beiträge hier zu zu lassen. Daher bitten wir Sie: Bleiben Sie sachlich und beim Thema. Alle Postings, die die ETA verherrlichen oder sich darüber freuen, dass hier Menschen umgebracht wurden, werden die Administratoren löschen.
Mit freundlichen Grüßen,
Katarina Rathert
stern.de Community-Managerin
Fraggles (30.07.2009, 16:18 Uhr)
ich
persönlich glaube nicht das die beiden Anschläge von der ETA waren da besagte Organisation eigendlich immer vorher eine Warnung ausgesprochen hat.
Ich wünsche keinem das er sowas miterleben muss, gerade in der heutigen Zeit muss man sich aber leider immer wieder fragen ob es wirklich alles genau so ist wie angegeben wird.
Trotz meinem persönlichen Mißtrauen gilt mein Beileid den Angehörigen der Opfer, egal wer nun dafür verantwortlich war.
CeeTo (30.07.2009, 16:00 Uhr)
-.-
Schrecklich. Die Schweinegrippe habe ich - gerade aus Palmanova kommend - überlebt.
Schauerhaft zu was manche Menschen in der Lage sind.
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