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4. Januar 2010, 12:10 Uhr

USA verschärfen Kontrollen an Flughäfen

Schärfere Sicherheitsstandards an US-Flughäfen: Seit heute müssen sich Reisende aus 14 verdächtigen Ländern ausnahmslos abtasten lassen. Auch andere Passagiere werden strenger kontrolliert. In Newark führte eine Panne zum Chaos.

Jemen, USA, Kontrollen, Flughafen, Anschläge, Attentate

Kontrolle am Flughafen Arlington in Virginia: Ab sofort werden Reisende aus bestimmten Ländern in den USA besonders scharf überprüft© Matthew Cavabaugh/EPA

Nach dem gescheiterten Anschlagsversuch auf eine US-Passagiermaschine am ersten Weihnachtsfeiertag verschärfen die USA ihre Sicherheitskontrollen an den Flughäfen. Nach Angaben der US-Flugsicherheitsbehörde TSA werden Reisende aus bestimmten Ländern ab Montag genauer kontrolliert. Dazu zählen Staaten, die nach Washingtons Einschätzung den Terrorismus unterstützen: Kuba, der Iran, der Sudan und Syrien.

Es gehe um Reisende aus insgesamt 14 Ländern, sagte ein ranghoher US-Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur AFP. Er nannte zusätzlich Afghanistan, Jemen, Libyen, Pakistan, Nigeria und Somalia. Bei den restlichen Staaten handelt es sich US-Medienberichten zufolge um Algerien, den Irak, Libanon und Saudi-Arabien.

"Maßnahmen, die die Flugsicherheit bedeutend erhöhen"

Reisende, die aus diesen Ländern kommen, werden ausnahmslos abgetastet und besonders gescreent. Außerdem wird ihr Gepäck eingehend untersucht. Alle anderen Passagiere sollen stichprobenartig überprüft werden. "Die neuen Richtlinien beinhalten langfristige Sicherheitsmaßnahmen, die in Zusammenarbeit mit unseren Justizbehörden sowie nationalen wie internationalen Partnern ausgearbeitet wurden", so die Erklärung der TSA. Sie seien fortan das normale Maß für alle Flugreisen in die USA. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama habe am Sonntag alle Fluglinien über die Neuerungen informiert.

"Es handelt sich um Maßnahmen, die die Flugsicherheit bedeutend erhöhen", sagte ein TSA-Sprecher der Internet-Nachrichtenseite "politico.com". Für die Untersuchung des Handgepäcks würden neueste Technologien zur Ermittlung von Sprengstoffen angewendet. "Die TSA wird die Maßnahmen regelmäßig überprüfen, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten."

Am 25. Dezember hatte ein 23-jähriger Nigerianer an Bord einer in Amsterdam gestarteten Maschine der US-Fluggesellschaft Northwest Airlines versucht, vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden. Er wurde von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt. Zu dem vereitelten Attentat bekannte sich später im Internet der Al-Kaida-Ableger im Jemen. Obama machte am Samstag erstmals direkt die Al-Kaida-Organisation im Jemen für den Anschlagsversuch verantwortlich.

Chaos nach Sicherheitspanne in Newark

Am Flughafen Newark International nahe New York löste eine Sicherheitspanne unterdessen ein stundenlanges Chaos aus. Ein Mann sei am Sonntagabend in den Sicherheitsbereich des Terminals C gelangt, möglicherweise ohne vorher kontrolliert worden zu sein, und dann verschwunden, berichtete der US-Sender CNN am Montag unter Berufung auf die amerikanische Flugsicherheitsbehörde TSA. Sicherheitsleute des Flughafens sichteten die Aufzeichnungen der Airport-Videoanlagen, um den Mann zu identifizieren. Auch etliche Stunden nach dem Vorfall war er noch nicht gefunden worden.

Das betroffene Abfertigungsgebäude wurde geschlossen, tausende Passagiere mussten erneut durch die Kontrollen. Eine Produzentin des US-Senders NBC, die selbst an Bord einer der betroffenen Maschinen war, sagte, die Passagiere seien für neue Kontrollen sogar aus den Flugzeugen geholt worden, die schon für den Start bereitstanden. Viele beklagten, sie hätten keinerlei Informationen erhalten. In der Lobby des Terminals hätten zeitweise zwischen 2000 und 3000 Menschen gewartet.

Vom Terminal C startete zunächst kein Flugzeug mehr. Betroffen war vor allem die US-Fluggesellschaft Continental Airlines. Eine CNN-Mitarbeiterin, die aus Fort Lauderdale kommend in Newark gelandet war, sprach von chaotischen Zuständen. Der Newark Liberty International Airport liegt rund 25 Kilometer von Manhattan entfernt. Nach CNN-Angaben werden dort etwa 35 Millionen Passagiere im Jahr abgefertigt.

Keine US-Soldaten in den Jemen

Die USA erklärten unterdessen, es gebe keine Pläne zur Entsendung amerikanischer Soldaten in den Jemen. Dies sei absolut nicht im Gespräch, sagte der Terrorismusexperte des US-Heimatschutzministeriums, John Brennan, dem Sender Fox News. "Die jemenitische Regierung hat ihre Bereitschaft bekundet, Al Kaida zu bekämpfen. Sie sind bereit, unsere Unterstützung anzunehmen, und wir geben ihnen, worum sie gebeten haben." Es sei nicht geplant, eine neue Anti-Terror-Front im Jemen zu eröffnen.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
jetrabbit (05.01.2010, 12:24 Uhr)
terrorist brauchte starthilfe vom staat?
diese geschichte erschüttert, und zeigt, wie scheinheilig die terrorstory ist...
http://www.radio-utopie.de/2010/01/05/flug-253-chronologie-akt-iii-von-detroit-nach-jemen/#more-11813
tannebaum (04.01.2010, 13:38 Uhr)
@Johann58
das ist also reine panik, wenn jemand weihnachten mal wieder 280 menschen in die luft sprengen will?

können sie mir das erklären???
tannebaum (04.01.2010, 13:36 Uhr)
@facilidad_de_ser
danke für den hinweis...

aber ich erlangte meine einsichten über erfahrungen und weniger über den mainstream-journal-dschungel.

der ist mir meist auch auch zu obertolerant, weil kaum einer sich heute eine zielgruppe versauen kann.
im prinzip gibt es aber nur ein richtig oder falsch. das falsche permanent zu drehen, beugen und dann doch so auszusehen lassen, als meinten die falschen doch das richtige, dass ist die lächerlichkeit daran.
facilidad_de_ser (04.01.2010, 12:20 Uhr)
@terrax, @kasperltheater
+1
So seh ich das auch, man lässt mal eben einen Komparsen eine Tüte Schlamm transportieren und hat dann die Rechtfertigung in sein Herkunftsland einzumarschieren um dort die Rohstoffe zu klauen.

@tannenbaum
Das Internet ist eine hervorragende Quelle, um sich ab und zu mal halbwegs neutral zu informieren, es sei Dir empfohlen, ab und zu mal abseits der Mainstream-Medien zu rescherschieren.
Johann58 (04.01.2010, 12:12 Uhr)
@dirk_37
Ganz einfach, ich bin in den letzten 10 Jahren ca. 60 mal in die USA gereist und es gibt ganz bestimmte Flughaefen, die ich inzwischen meide. Wenn Sie ab Frankfurt reisen haben Sie immer 2 Sicherheitskontrollen und bei der Einreise am 1. Flughafen eine weitere. Im Uebrigen werden Sie weder von der TSA noch vom Zoll befragt. TSA ist nur fuer Sicherheitskontrollen und der Zoll fuer das Gepaeck zustaendig. Homeland Security und Immigration sind bei 1 von 10 Faellen manchmal sehr merkwuerdig drauf. Ich habe eine lange Erfahrung.
Kasperltheater (04.01.2010, 11:25 Uhr)
Die USA....
machen das einzig richtige: Sie schotten sich ab. Das sollte jeder vernünftige Staat in Erwägung ziehen in Zeiten wie diesen. Aber bei uns wird lieber Diskutiert als gehandelt.

Dass es hier nicht um Terror geht, sondern um geopolitische Entscheidungen in naher Zukunft sollte aber auch jedem klar sein.

Es geht um weitaus grössere Entscheidungen, welche die meisten nicht überblicken könne, da sie mit Schweinegrippe und Finanzkrise beschäftigt sind.

Denkt mal darüber nach und lasst euch nicht immer veräppeln.
Dirk_37 (04.01.2010, 11:15 Uhr)
@ Johann
Ich weiß nicht, ob Sie jemals in die USA gereist sind, ich weiß allerdings, wie oft ich dies zB die vergangenen drei Jahre machte: ca 25-30 mal. Noch nie wurde ich von einem TSA oder Zollbeamten dumm oder unwirsch angesprochen, auch musste ich keine 2 Sicherheitskontrollen speziell wegen den USA über mich ergehen lassen!
Johann58 (04.01.2010, 11:06 Uhr)
Es ist reine Panik
Die Sicherheitskontrollen waren bei Fluegen in die USA so wie so schon doppelt und dreifach. Neben 2 Sicherheitsuntersuchungen im Abflughafen gibt es ja noch einmal eine bei der Einreise am Zielflughafen. Mal sehen was jetzt noch dazu kommt. Allerdings fuehle ich mich dadurch viel weniger belaestigt als durch manche Officer bei der Einreise, die gelegentlich in Ton Art der Befragung ziemlich daneben liegen und oft entwuerdigend sind. (Vorsicht bei den Antworten ist immer geboten).

Allerdings habe ich kein Problem damit eine Stunde frueher am Flughafen zu sein um zusaetzliche Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle zu beruecksichtigen, da ist mir mein Leben mehr wert. Wem das zu lange dauert, der kann ja zu Hause bleiben.

So lange keine zusaetzlichen Daten erfasst und bevorratet werden, die in irgendeiner irrsinnigen Kombination ausgewertet werden koennen und falsche Rueckschluesse gezogen werden koennen ist mir uebrigen auch ziemlich egal wie viel ein Sicherheitsbeamter von mir zu sehen bekommt. Die Bilder des sogenannten nacktscanners werden sicher nicht an allen Videowaenden publiziert.
brokatjacke (04.01.2010, 10:11 Uhr)
Verschärfen...
der Kontrollen geht nur bis zu einem bestimmten Punkt und der liegt auf atomarer Ebende. Erst wenn die Fluggäste (kann man hier überhaupt noch von "Gästen" sprechen) allesamt in Scheiben geschnitten, in ihre Molekularstruktur zerlegt, proktologisch untersucht und die Gedankenpolizei die Gehirne gescannt hat, wird man im Land der "Freiheit" zufrieden sein. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, noch mehr Kontrolle ist noch besser und wie geht´s nun weiter? Flugzeugentführungen, Bombenanschläge und Fehlgeleitete hat es immer schon gegeben, das gehört letzten Endes in die Risikokalkulation, wenn ich mich in ein Flugzeug setze.
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