11. Dezember 2012, 05:28 Uhr

Malis Premierminister erklärt Rücktritt der Regierung

Cheick Modibo Diarra hat den Rücktritt der gesamten Regierung bekanntgegeben. Stunden zuvor war der Regierungschef Malis von Soldaten gewaltsam festgenommen worden.

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Der malische Regierungschef Cheick Modibo Diarra bei einer Rede vor der UN-Botschaft New York im September. Nach seiner gewaltsamen Festnahme hat Diarra am Dienstag den Rücktritt seiner Regierung verkündet.©

Wenige Stunden nach seiner gewaltsamen Gefangennahme durch einen Trupp von Soldaten hat der malische Regierungschef Cheick Modibo Diarra den Rücktritt der gesamten Regierung bekanntgegeben. "Ich trete mit meiner Regierung zurück", sagte Diarra am Dienstagmorgen in einer kurzen Erklärung im staatlichen Fernsehen, ohne eine Begründung für die Entscheidung anzuführen.

Der Regierungschef der westafrikanischen Republik Mali war in der Nacht zum Dienstag festgenommen worden. Die Militärs hätten gesagt, dass sie im Auftrag von Hauptmann Amadou Haya Sanogo handelten, erläuterte ein Mitarbeiter Diarras. Ein Trupp von rund 20 Soldaten kam demnach aus der Garnison Kati in der Nähe der Hauptstadt Bamako, um Diarra an seinem Wohnsitz festzunehmen.

Bereits Putschversuche im Norden Malis

Hintergrund für die Festnahme sind die anhaltenden Konflikte zwischen der Regierung und Islamisten. Nach einem Militärputschseit vor einem halben Jahr wird der Norden des Landes wird von Islamisten beherrscht, die dort einen Gottesstaat errichten wollen. Afrikanische Staaten erwägen eine militärische Intervention, die von der EU mit Ausbildung der malischen Streitkräfte und Logistik unterstützt werden könnten.

Der Bundesnachrichtendienstes (BND) hatte erst am Wochenende vor der Bedrohung Malis durch Islamisten gewarnt. "Mali wird zum Rückzugs- und Ausbildungsort für islamistische Kämpfer", sagte der BND-Chef Gerhard Schindler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Eine Region wie diese ziehe "junge Menschen an, die dort aus ideologischen Gründen hingehen, um sich im Terrorhandwerk ausbilden zu lassen, wie wir es im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan erleben".

steh/DPA/AFP
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