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3. Juli 2010, 13:35 Uhr

Pentagon verpasst Generälen Maulkorb

Die unbedachten Äußerungen des gefeuerten Afghanistan-Kommandeurs Stanley McChrystal haben Konsequenzen für das gesamte US-Militär: Verteidigungsminister Robert Gates hat alle hochrangigen Mitarbeiter aufgefordert, sämtliche Interviews und Auftritte beim Pentagon anzumelden.

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US-Verteidigungsminister Robert Gates fordert das Militär zu mehr Vorsicht im Umgang mit den Medien auf© Alex Brandon/AP

Für das amerikanische Militär gelten im Umgang mit der Presse künftig strengere Regeln - eine Folge des Skandals um den geschassten Top-Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal. Verteidigungsminister Robert Gates habe alle hochrangigen Heeresmitarbeiter aufgefordert, Interviews und öffentliche Auftritte künftig vorab beim Pentagon anzumelden. Das gelte für jegliche Öffentlichkeitsarbeit, die von nationalem oder internationalem Interesse sein könnte, berichteten US-Medien am Freitag.

Mit dieser Order reagierte Gates auf das PR-Desaster, das ein Porträt über McChrystal im Musikmagazin "Rolling Stone" vor fast zwei Wochen ausgelöst hatte. In dem Zeitschriften-Artikel hatten sich der General und enge Vertraute abfällig über Regierungsmitglieder und Diplomaten geäußert. So hatte beispielsweise ein Mitglied von McChrystals Team den Nationalen Sicherheitsberater James Jones als "Clown" bezeichnet. Präsident Barack Obama hatte sich am 21. Juni von dem Oberbefehlshaber in Afghanistan getrennt.

Memorandum angeblich schon vorher in Arbeit

Gates habe das Memorandum über die Pressearbeit mit dem Titel "Interaction with the media" am Freitag unterzeichnet - es sei aber schon vor dem Vorfall in Arbeit gewesen, hieß es. In dem drei Seiten langen Papier schreibt er, das Militär müsse zwar so offen, ansprechbar und transparent wie möglich sein. "Aber gleichzeitig bin ich darüber beunruhigt, dass es im Umgang mit den Medien nachlässig geworden ist und oft den geltenden Regeln zuwiderhandelt." Insbesondere müsse verhindert werden, dass vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

mlr/DPA/AFP
 
 
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