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Ahmadinedschad hetzt gegen Deutschland

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad provoziert mal wieder. Diesmal hat er sich Deutschland vorgenommen. Nach dem Mord an einer Ägypterin in einem Gerichtssaal in Dresden erhebt er schwere Vorwürfe. Deutschland benehme sich wie ein "Sklaventreiber". Elementare Menschenrechte würden ignoriert.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Sonntag den Mord an einer Ägypterin in einem Gerichtssaal in Dresden als "vorprogrammiert" bezeichnet. "Der Westen prahlt mit seinem stets funktionierenden Sicherheitsapparat, aber dann kommt einer in den Gerichtssaal und sticht nicht einmal, sondern achtzehn Mal auf eine unschuldige Frau ein, und das vor den Augen des Richters, der Geschworenen und der Polizei", sagte Ahmadinedschad in einer Kabinettssitzung in Teheran, wie die Agentur Irna berichtete. "So eine Tat ist definitiv vorprogrammiert gewesen", so der Präsident.

Der UN-Sicherheitsrat sollte Deutschland nicht nur verurteilen, sondern gegen Berlin auch Sanktionen verhängen, forderte Ahmadinedschad. "Wieso werden sofort Resolutionen verabschiedet, wenn in einem anderen Land ein Tausendstel solch einer Tat begangen wird, aber in ihren (westlichen) eigenen Ländern werden die elementaren Rechte der Menschen ignoriert", sagte der iranische Präsident, dessen umstrittene Wiederwahl vor kurzem wegen angeblicher Wahlfälschung zu schweren Protesten und Unruhen geführt hatte.

"Da kommen ein paar Leute in Teheran auf die Straßen und verbrennen öffentliches Eigentum, und schon reden alle (im Westen) von Menschenrechtsverletzungen (wenn die Polizei eingreift), aber wenn eine unschuldige Frau in einem Gerichtssaal zerstückelt wird, regt sich niemand auf", sagte Ahmadinedschad. Laut Ahmadinedschad benimmt sich Deutschland wie ein "Sklaventreiber" und unterstütze seit 60 Jahren die Interessen der Zionisten (Israel). "Die Völker werden diese Tat nicht so einfach vergessen, wir sind präsent, die anderen Länder auch, und wir werden diesen Fall weiterverfolgen, bis es Gerechtigkeit gibt", sagte der Präsident. Er forderte weiterhin einen Prozess gegen den Richter und die Polizeibeamten des Dresdner Gerichts.

Trauer in Dresden

Am Samstag hatten rund 1500 Menschen die Dresdner Trauerfeier zum Gedenken an die im Landgericht erstochene Ägypterin zum Appell gegen Fremdenfeindlichkeit genutzt. Vor dem Dresdner Rathaus verharrten Deutsche und Ausländer am Samstag in einer Schweigeminute. Einige Frauen weinten, andere hielten Plakate hoch mit Parolen wie "Rassismus tötet" und "Wir sind gegen Terror, stoppt die Hetze gegen den Islam". Viele hatten eine weiße Rose als Zeichen der Mahnung in der Hand, die sich dann unter dem Foto der jungen Frau häuften.

SPD-Chef Franz Müntefering sagte in Dresden: "Wir müssen dafür sorgen, dass Rechtsextreme und Rassisten verboten werden und keine Chance mehr haben, sich in Parteien zu organisieren." Der Tod von Marwa El-Sherbini am 1. Juli verpflichte zu einem respektvollen Zusammenleben von Menschen aller Nationen, Hautfarben und Religionen. Ägyptens Botschafter Ramsi Ess Eldin Ramsi sagte, die 31-Jährige sei ein Opfer von blindem Hass und Fanatismus geworden. "Lasst die Saat des Extremismus nicht aufgehen", forderte Nabil Yacoub vom Ausländerrat.

"Keine Anzeichen für Islamophobie"

Der Zentralrat der Muslime forderte, Merkel möge sich auch "direkt an die mehr als vier Millionen Muslime hierzulande wenden und den brutalen rassistischen Mord aus islamfeindlichen Motiven verurteilen". Das sagte Generalsekretär Aiman Mazyek dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Der Zentralrat der Ex-Muslime sieht keine Anzeichen für Islamophobie. Deutschland müsse eher aufpassen, nicht mit falschen Zugeständnissen dem radikalen Islamismus Vorschub zu leisten, sagte die Vorsitzende Mina Ahadi der "Leipziger Volkszeitung" (Montag).

DPA/DPA
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