Auf Benedikts Nachfolger warten viele Baustellen

18. Februar 2013, 13:36 Uhr

Gemeinsam mit 116 anderen Kardinälen wählt Walter Kasper im März den neuen Papst. Der frühere Ökumene-Präsident sieht Benedikts Nachfolger vor großen Herausforderungen.

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Zusammen mit 116 weiteren Kardinälen wird Walter Kasper beim Konklave im März den neuen Papst wählen©

Auf den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. warten nach Auffassung des deutschen Kardinals Walter Kasper eine ganze Reihe von Herausforderungen. "Baustellen gibt es viele" sagte der 79-Jährige am Montag in Rom. Kasper, der bei dem Konklave im März zu den 117 wählenden Kardinälen gehören wird, nannte als große Herausforderungen vor allem die Ökumene, die notwendige Reform der Kurie in Rom sowie die Entwicklung hin zu einer auf der südlichen Erdhalbkugel stark wachsenden Weltkirche.

"Ich sehe jedoch mit Zuversicht in die Zukunft", erklärte der frühere Präsident des Päpstlichen Ökumenerates. Benedikt XVI. hatte vor einer Woche angekündigt, am 28. Februar von seinem Amt als Papst zurückzutreten.

"Die Ökumene ist aus deutscher und aus universalkirchlicher Sicht eine der offenen Baustellen, an denen dringend weitergearbeitet werden muss", sagte Kasper. Er hoffe dabei auf einen neuen Papst "mit offenem Ohr und offenem Herzen". In der Ökumene sei in den vergangenen 50 Jahren zwar schon vieles erreicht worden, "es sind da aber noch einige Felsbrocken zu stemmen". Im Gespräch mit den evangelischen Christen seien zweifellos noch Unterschiede da und Fragen offen. Vorhandene Gräben müssten vorsichtig zugeschüttet werden.

Die Römische Kurie muss reformiert werden

Dem Kardinal war in seiner Zeit als Ökumene-Präsident nachgesagt worden, nicht immer einer Meinung mit dem konservativen Papst zu sein. Die anstehende Papstwahl ist Kaspers zweites Konklave.

Als weitere Herausforderung nannte Kasper eine Reform der Kurie in Rom. Notwendig sind dabei aus seiner Sicht mehr Zusammenarbeit und Transparenz in der Kurie selbst sowie auch zwischen Rom und den Ortskirchen. Benedikt werde sich nach seinem Rücktritt nicht mehr "einmischen", zeigte sich Kasper überzeugt. Die Gefahr eines "Schatten-Papstes" bestehe nicht. Es könne aber sein, dass man ihn um Rat fragen werde.

Die Weltkirche müsse sich dem Trend stellen, dass es in Westeuropa eine zunehmende Glaubensferne gibt, "während sich der Schwerpunkt der katholischen Kirche auf die südliche Hemisphäre verlagert". Das soll sich nach Kaspers Auffassung im Konklave aber nicht unbedingt auf die Wahl des Benedikt-Nachfolgers auswirken: "Weder die Geografie noch die ethnische Zugehörigkeit sind das entscheidende Motiv, sondern die Persönlichkeit." In Rom war bereits darüber spekuliert worden, ob der nächste Papst aus Lateinamerika, Afrika oder Asien kommen könnte.

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