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Ai Weiwei muss in Peking bleiben

Erst die Freude, jetzt der Dämpfer: Chinas Behörden ermitteln weiter gegen den Künstler Ai Weiwei. Der Regimekritiker darf deshalb Peking voraussichtlich ein Jahr lang nicht ohne Erlaubnis verlassen.

  Zurück in seinem Studio: Ai Weiwei schließt die Tür ohne etwas zu sagen

Zurück in seinem Studio: Ai Weiwei schließt die Tür ohne etwas zu sagen

Der chinesische Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei muss nach seiner überraschenden Freilassung in Peking bleiben. Das Außenministerium in der Hauptstadt bestätigte am Donnerstag, dass er auf Kaution freigelassen worden sei. Es werde aber weiter gegen den 54-Jährigen ermittelt, und er dürfe daher Peking voraussichtlich ein Jahr lang nicht "ohne Erlaubnis" verlassen, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Diese Bedingungen seien Bestandteil der Freilassung auf Kaution.

In der Nacht hatte sich Ai Weiwei glücklich über seine Freilassung auf Kaution nach gut zweieinhalb Monaten Haft gezeigt. "Mir geht es gut", sagte Ai Weiwei am Donnerstag in einem Telefongespräch. "Ich bin sehr glücklich frei zu sein, und ich bin sehr glücklich wieder bei meiner Familie zu sein." Über die Umstände seiner Freilassung wollte er keine genaueren Angaben machen: "Ich bin auf Kaution frei, daher kann ich keine Informationen geben." Auch zu den Haftbedingungen schwieg er.

Überraschende Freilassung

Ai war am Mittwoch überraschend aus der Haft freigekommen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, dies sei geschehen, nachdem er Steuervergehen gestanden habe und weil er chronisch krank sei. Er habe zudem wiederholt versprochen, seine ausstehenden Steuerschulden zu begleichen.

Der international renommierte Künstler und prominente Kritiker der chinesischen Regierung war am 3. April am Pekinger Flughafen kurz vor einer geplanten Abreise nach Hongkong und Europa festgenommen worden. Der unter Diabetes leidende 54-Jährige wurde seitdem an einem unbekannten Ort festgehalten. Nur Ehefrau Lu Qing durfte ihn im Mai kurz besuchen. International war Ais Festnahme scharf kritisiert worden.

swd/dho/AFP/AFP

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