. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. November 2009, 19:16 Uhr

Atomstreit mit dem Iran neu entfacht

Vor gut einem Monat war ein Kompromiss im Atomstreit zwischen den Vereinten Nationen und dem Iran in Sicht. Doch eine Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde wirft diese Bemühungen zurück. Der iranische Gesandte sprach von einem "feindlichen Akt" und drohte mit Konsequenzen.

Iran, Atomstreit, IAEA, Ahmadinedschad, Teheran, Wien

Sprach für Teheran: Der iranische IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh© Joe Klamar/AFP

Der Atomkonflikt mit dem Iran spitzt sich nach einer kurzen Phase der Hoffnung wieder zu. Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA verabschiedete am Freitag in Wien eine Resolution gegen das islamische Land, in dem es unter anderem zum Baustopp in seiner neuen, lange geheimen Urananreicherungsanlage in Fordo bei Ghom und zu mehr Kooperation aufgefordert wird. Der Iran kündigte nach der Verabschiedung Konsequenzen an und sprach von einem "feindlichen Akt".

25 der 35 Länder des Aufsichtsgremiums stimmten für das Dokument, teilten Diplomaten mit. Die Resolution wird als starkes politisches Signal gewertet, IAEA-Chef Mohammed el Baradei soll sie auch an den UN-Sicherheitsrat weiterleiten.

Resolutionsentwurf unter deutscher Führung

Der Iran reagierte mit Unverständnis und Verärgerung auf die Entscheidung. Die "freiwilligen Gesten", die der Iran bisher gezeigt habe, würden als Reaktion auf das Dokument auf ein Minimum eingeschränkt, sagte der iranische Botschafter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, vor Journalisten. Sein Land werde nunmehr lediglich seinen rechtlichen Verpflichtungen nachkommen: "Sie sollten inzwischen gelernt haben, dass man nicht das Wort "Müssen" benutzt, wenn man mit dem Iran spricht." Das Dokument werde die bisherige positive Atmosphäre der Kooperation zerstören.

In der unter deutscher Führung erarbeiteten Resolution der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates und Deutschlands werden der sofortige Baustopp der Urananreicherungsanlage in Fordo und eine "vollständige Kooperation" bei der Klärung von offenen Fragen gefordert. "Unsere Antwort ist Nein. Wir werden keinem Wort davon folgen", sagte Soltanieh. Der amerikanische Botschafter bei der IAEA, Glyn Davies, bezeichnete die Resolution hingegen als "gemäßigt und faktenorientiert". Sie wolle den Iran nicht "bestrafen", sondern "der Welt zeigen, wo wir mit dem Iran stehen".

Israel begrüßte die Resolution

Mit der ersten Resolution seit 2006 bekräftigte die internationale Gemeinschaft indirekt ihre Position, wonach es neue Sanktionen gegen den Iran geben könnte, falls das Land im Atomstreit nicht einlenkt. Unter anderem wird darin noch einmal der Atomdeal zur Urananreicherung im Ausland begrüßt. Teheran hat sich bisher nicht offiziell zu dem IAEA-Vorschlag geäußert, der die Lieferung schwach angereicherten Urans ins Ausland vorsieht, wo das Nuklearmaterial für den Betrieb eines iranischen Forschungsreaktors weiter angereichert werden soll.

Auch wenn der Atomdeal inhaltlich nichts mit Fordo zu tun hat, hängen beide Themen doch politisch zusammen. Wenn der Iran auf den ursprünglichen Einigungsvorschlag eingegangen wäre, hätte es die Resolution wahrscheinlich nicht gegeben, hatten Diplomaten bereits am Donnerstag, dem ersten Tag des zweitägigen Gouverneursrates, betont.

Israel begrüßte die Resolution und sprach von einer Entscheidung mit großer Bedeutung. Die Annahme der Resolution mit einer großen Mehrheit weise darauf hin, dass die internationale Gemeinschaft zu dem Schluss gekommen sei, dass das iranische Atomprogramm eine wirkliche und unmittelbare Gefahr für den Frieden in der Welt geworden ist, heißt es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums vom Freitag.

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Atomstreit Iran geht auf Uran-Kompromiss ein

Gibt es Bewegung im Atomstreit mit dem Iran? Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist auf den Vorschlag des Westens eingegangen, Uran im Ausland aufbereiten zu lassen. Allerdings verlangt Teheran eine "wichtige technische Änderung". Israel bleibt misstrauisch. mehr...

Atomstreit Iran lässt Inspekteure in Aufbereitungsanlage

Der Iran zeigt sich im Konflikt um sein Atomprogramm kompromissbereit. Die Regierung in Teheran akzeptierte eine internationale Inspektion der bis vor kurzem noch geheim gehaltenen Anlage zur Urananreicherung in der Nähe der Stadt Qom. mehr...

Atomstreit Iran provoziert mit neuen Raketentests

Mit einem Manöver seiner Elitetruppen hat der Iran seine Politik der Provokationen gegenüber dem Westen fortgesetzt. Das staatliche Fernsehen zeigte demonstrativ den Abschuss von Kurzstreckenraketen. mehr...

Naher Osten Kennen Sie Iran?

Einst als Persien antikes Großreich, strebt der heutige Iran nach neuer Macht. Was wissen Sie über das Land, dessen Atompläne die Welt in Atem halten? mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch