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2. September 2010, 23:51 Uhr

Abbas und Netanjahu wollen Lösung binnen Jahresfrist

Die Friedensgespräche in Washington laufen überraschend konstruktiv: Der israelische Ministerpräsident Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas betonen beide ihren Willen zu einer "Zwei-Staaten-Lösung". Für Unruhe sorgte ein angeblicher Anschlag im Westjordanland.

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Per Handschlag guten Willen demonstrieren: Israels Ministerpräsident Netanjahu (l.) und Palästinenserpräsident Abbas (r.). In der Mitte: US-Außenministerin Clinton© Alex Wong/Getty Images

Lichtblick für den Nahen Osten: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wollen innerhalb eines Jahres eine Friedenslösung erreichen. Darauf einigten sich beide Seiten in Washington, wie der US-Sondergesandte George Mitchell sagte. Er sprach nach dem Auftakt der Verhandlungen von einer sehr konstruktiven und positiven Stimmung. Allerdings gebe es weiterhin sehr ernste Differenzen zwischen den Konfliktparteien.

Netanjahu und Abbas hätten bei ihren ersten direkten Gesprächen seit zwei Jahren das Ziel der "Zwei-Staaten-Lösung" betont. Ein stabiler Palästinenserstaat solle neben einem in Sicherheit lebenden Israel existieren. Innerhalb eines Jahres sollten alle Kernfragen gelöst werden, sagte Mitchell. Bereits zuvor wollten die Konfliktparteien ein Rahmenabkommen vorlegen. Er sei überzeugt, dass er seit über 60 Jahren andauernde Konflikt zu lösen sei, fügte Mitchell hinzu.

Kritische Punkte zunächst ausgeklammert

In den Verhandlungen seien bereits erste Vereinbarungen getroffen worden, nach Ansicht von Beobachtern zählten dazu noch keine kritischen Punkte. Eine weitere Gesprächsrunde sei am 14. und 15. September in der Nahost-Region geplant. Über den genauen Tagungsort wurde noch beraten. Danach soll es weitere Treffen im Zwei-Wochen-Rhythmus geben, sagte Mitchell.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte die erste Verhandlungsrunde, die etwa 90 Minuten dauerte, eröffnet und auch daran teilgenommen. Sie mahnte, die Zeit für "schwierige Entscheidungen" sei gekommen. Bei allen Schwierigkeiten sei doch ein Durchbruch in dem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt sei möglich. Im Anschluss an die Verhandlungen hatten Abbas und Netanjahu noch im engsten Kreis miteinander gesprochen.

Angeblicher Anschlag sorgt für Aufregung

In Israel hatten unterdessen Berichte über einen angeblichen neuen Feuerüberfall militanter Palästinenser im Westjordanland für Beunruhigung gesorgt. Eine israelische Armeesprecherin sagte jedoch am späten Abend, es habe eindeutig keinen Anschlag gegeben. Ein Israeli im Westjordanland habe fälschlich über Schüsse berichtet, die er gehört habe. Soldaten hätten bei Untersuchungen vor Ort aber keine Hinweise auf eine Gewalttat gefunden.

Bei zwei Anschlägen im Westjordanland waren am Dienstag und Mittwoch vier israelische Siedler getötet und ein Ehepaar verletzt worden. Zu den Bluttaten bekannte sich der bewaffnete Flügel der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Die radikal-islamische Organisation hatte danach weitere Attacken angekündigt. Israel hatte seine Sicherheitskräfte aus Furcht vor neuen Anschlägen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

DPA/AP/be
 
 
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