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26. November 2007, 20:32 Uhr

"Historische Initiative" für den Frieden

Kurz vor der Nahost-Konferenz in Annapolis sind die Erwartungen hoch: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas sieht in ihr eine "historische Initiative", US-Präsident George W. Bush ist "optimistisch" und Israels Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte bereits Gespräche über einen Palästinenser-Staat an.

US-Präsident George W. Bush (r.) und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas geben sich im Oval Office die Hand© Kevin Dietsch-Pool/Getty Images

Die Hoffnungen auf neue Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern haben wenige Stunden vor Beginn der internationalen Nahost-Konferenz in Annapolis neue Nahrung erhalten. US-Präsident George W. Bush hat im Vorfeld der Konferenz sowohl den palästinensischen Präsident Mahmud Abbas als auch den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zu getrennten Unterredungen im Weißen Haus empfangen.

An der Konferenz im US-Bundesstaat Maryland nehmen 48 Staaten und Organisationen teil, unter ihnen auch der saudische Außenminister Prinz Saud al-Faisal, der syrische Vizeaußenminister Faisal al-Mekdad und der deutsche Außenminister Walter Steinmeier.

Bush ist optimistisch

Olmert, Abbas und Bush äußerten sich nach den Treffen optimistisch hinsichtlich der Friedensaussichten. Olmert erklärte, die internationale Unterstützung - sowohl von Bush als auch von den arabischen Nationen, die ihre Teilnahme an der Konferenz zugesagt haben - sei sehr wichtig für Israel und könne diesmal den entscheidenden Unterschied machen. Er kündigte zudem Gespräche über einen Palästinenser-Staat kurz nach der Nahost-Konferenz an. Die Verhandlungen würden schon bald nach dem Treffen in den USA aufgenommen werden, sagte Olmert vor Journalisten. Zugleich warnte er jedoch vor weiteren Hürden. "Wir stehen am Beginn eines Weges mit zahllosen Hindernissen, aber wir wollen vorwärtskommen", erklärte Olmert.

Kurze Zeit später traf Bush den Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde. Mahmud Abbas sieht in der Nahostkonferenz eine "historische Initiative" und die Chance zu einer friedlichen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Die Konferenz werde hoffentlich zu neuen, erweiterten Nahostverhandlungen und letztendlich zum Frieden führen, sagte Abbas bei dem Treffen.

Hamas bestreitet Existenzrecht Israels

Die radikalislamische Hamas-Organisation hat die Nahost-Konferenz hingegen scharf kritisiert, das Existenzrecht Israels erneut bestritten und jegliche Kompromisse abgelehnt. Hamas-Politiker unterzeichneten in Gaza ein Dokument, wonach zum künftigen Staat Palästina auch das heutige Staatsgebiet Israels gehöre. Dieses Land Palästina sei offen für alle Muslime und niemand habe das Recht, auch nur einen Quadratzentimeter Land aufzugeben. Darüber hinaus drohte Hamas mit der Ablehnung aller Nahost-Friedenslösungen, die nicht das Rückkehrrecht der 4,5 Millionen palästinensischen Flüchtlinge und die Freilassung der rund 10.000 palästinensischen Häftlinge aus israelischen Gefängnissen beinhalteten.

Auch mehrere tausend radikale Juden haben bei einem Massengebet an der Klagemauer in Jerusalem gegen die Konferenz protestiert. Beobachter schätzen, dass sich zwischen 10.000 und 15 000 orthodoxe Juden und jüdische Siedler aus dem Westjordanland an dem Protest beteiligten. Sprecher der Kundgebung erklärten nach Angaben des israelischen Rundfunks, die Delegation bei der Nahost-Konferenz unter Leitung von Ministerpräsident Ehud Olmert repräsentiere nicht "das jüdische Volk".

AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
waelder (27.11.2007, 06:49 Uhr)
Friedenskonferenz in Anapolis
Es sind ja nicht die reichen arabischen Länder vertreten, sondern ihre jeweiligen Machthaber, die keinerlei Interesse an einer friedlichen demokratischen Entwicklung haben können, weil es ihre eigenen Machtpositionen gefährden würde.
Und wer einem Vergewaltigungsopfer 200 Peitschenhiebe zukommen läßt, hat sich doch wohl als Friedensstifter disqualifiziert!
gmathol (27.11.2007, 05:13 Uhr)
@waelder - nicht utopisch das waere vermutlich die einzige vernuenftige Loesung: Ein Staat fuer alle!
Keine Zerschneidung von Territorien und halbwegs gleichmaessige Wirtschaftsentwicklung.
Wahrscheinlich wird man eher einem Plan Israels zustimmen und die Araber weiter zu Terroristen erklaeren, damit die komplett Vertreibung garantiert bleibt.
waelder (27.11.2007, 02:39 Uhr)
Frieden in Palästina
Utopisch!
Folgende Schritte wären erforderlich:
1) die Territorien von Israel, der West Bank und Gaza werden vereinigt.
2) Der Golan wird an Syrien zurückgegeben
3) Alle Palästinenser haben das Recht, in ihr Heimatland zurückzukehren.
4) Alle Palästinenser werden für Enteignungen und Zerstörungen entschädigt.
5) Das israelische Apartheidssystem wird durch Gleichberechtigung aller Bevökerungsgruppen und Religionen abgelöst.
6) Die Atomwaffen Israels werden der internationalen Kontrolle unterstellt und später vernichtet.
7) Es gibt freie, international kontrollierte Wahlen.
Realistisch ist jedoch zu sehen, dass die beiden wichtigsten Gruppen - Hamas und die Siedler nicht bei diesem Treffen anwesend sind. Also wird das mit dem Frieden und meinen obigen Vorschlägen wohl nichts.
gmathol (27.11.2007, 00:03 Uhr)
@chatahootchee
So, so die Palestinenser sind fuer die von den Landbesetzern die sich Israel nennen verursachten Probleme verantwortlich?
Voelliger Realitaetsverlust!
Waren etwa die Opfer der Nazis fuer ihr Schicksal selbst verantwortlich?
Den Staat Israel gibt es gar nicht! Waere es ueberhaupt moeglich auf gestohlenem Land einen Staat zu gruenden?
gmathol (26.11.2007, 23:59 Uhr)
Backe, Backe Frieden ...
...besser au backe. Den was sind hier die Zutaten?
Ein nicht legitimer palestinensischer Praesident Abbas und ein Landdieb Olmert treffen sich unter der Anleitung eines Schurkenstaates USA.
Hier geht es gar nicht um ein Abkommen! Presseberichte in den USA lauten z. B. "Man befuerchtet das Israel zuviel Land aufgeben muss". Gestohlenes Land und Aufgabe passen auch hier nicht zusammen.
Das Ganze ist so angelegt das 6 Monate gar nichts passiert und dann hat Israel seinen Zaun der die Palestinenser von praktisch ausgrenzt fertiggestellt. Land der Palestinenser wird so zerschnitten das kein Zugriff auf Wasser oder ein Verkehr innerhalb der palestinensischen Landstuecke mehr moeglich ist.
Toller Friedensplan!!!
antwone (26.11.2007, 23:57 Uhr)
FAKTEN
1. rücksichtslose Siedlungspolitik
2. Kollektivstrafen der Bevölkerung
3. willkürliche Verhaftungen (&Deportationen)
4. Zerstörung von Infrakstruktur und Wirtschaft
5. Andauernde Vertragsverletzung und Missachtung von UNO Resolutionen.
-----
DAS SIND ALLES SACHEN DIE MIT HAMAS&CO NICHTS ZU TUN HABEN!
-----
Der Tunnelblick einiger Menschen ist manchmal unglaublich ...
BerndHH (26.11.2007, 23:21 Uhr)
4,5 Mio Flüchtlinge dank Israel.
Ohne die Ermöglichung der Rückkehr von 4,5 Millionen Flüchtlingen, die ihre Heimat immer noch in Palästina haben, bezweifle ich die Nachhaltigkeit eines Abkommens.
Dass die Vertreibung Unrecht war ist bereits in einer UN-Resolution festgehalten (und keine Hamas-These). Jetzt müssen sich Europäer und Amerikaner nur noch an die eigene Nase fassen und Recht Umsetzen, nicht Unrecht.
chatahootchee (26.11.2007, 22:47 Uhr)
@antwone
Dann beurteilen Sie doch bitte mal die Fakten der Existenz einer Hamas, die faktische Unfaehigkeit der moslemischen Brueder, die Palestinenserfrage auch nur ansatzweise zu loesen, die Nichttaetigkeit der reichsten Laender im arabischen Raum, den aermeren Laendern der gleichen Region zu helfen. Gaebe es auch nur einen Ansatz von Gerechtigkeit, der mittlere Osten koennte in Frieden leben. Und Ihr polemischer Kommentar waere das was er ohnehin ist: Ueberfluessig.
antwone (26.11.2007, 21:51 Uhr)
Was soll das werden ?
Wenn ich Frieden möchte beurteile ich öffentlich die Fakten. Wenn ich Frieden heucheln möchte rufe ich alle an einen Tisch und gebe schwachsinnige Interviews?
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