Hamas feuert neue Raketen auf Israel

29. Dezember 2008, 08:47 Uhr

Israel hat seine Luftangriffe auf den Gazastreifen unvermindert fortgesetzt. Kampfflugzeuge beschossen die Islamische Universität und das Innenministerium. Die Antwort der Hamas: Raketen auf Israel. Eine schlug in Aschkelon ein und tötete mindestens einen Menschen.

Israel, Gaza, Hamas, Krieg

Im Gazastreifen wird erneut gekämpft. Ein palästinensischer Demonstrant wirft mit Steinen©

Die israelische Luftwaffe hat den dritten Tag in Folge Angriffe auf den Gazastreifen geflogen. Dabei nahmen Kampfflugzeuge am Montag auch das Innenministerium der in dem Küstenstreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas unter Beschuss. Zudem wurde nach Hamas-Angaben bei einem Luftangriff ein Laborgebäude der Islamischen Universität in Gaza zerstört. Eine Sprecherin der israelischen Armee erklärte, die Einrichtung sei von der Hamas zur Entwicklung von Waffen und Sprengstoff genutzt worden.

Nach Angaben der Armee soll die Operation "Gegossenes Blei" weitergehen. Der israelische Rundfunk meldete, in der Nacht habe die Luftwaffe etwa 40 Angriffe auf Hamas-Ziele geflogen. Seit Beginn des Großeinsatzes am Samstag sind nach palästinensischen Angaben mehr als 300 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden. Israel will mit der Operation den ständigen Raketenbeschuss seiner Grenzorte aus dem Gazastreifen unterbinden.

Bislang aber ohne Erfolg: Am Morgen schlug erneut eine Rakete in der israelischen Stadt Aschkelon ein und tötete mindestens einen Menschen. Es war der zweite Tote in Israel seit Beginn der Offensive am Samstag. Zudem seien elf Menschen bei dem Angriff verletzt worden, meldete der israelische Rundfunk, als die Grad-Rakete auf einer Baustelle in der Küstenstadt nördlich des Gazastreifens ein Gebäude traf. Seit den frühen Morgenstunden feuerten militante Palästinenser vier Raketen in das israelische Grenzgebiet.

Die Gewalt greift inzwischen auch auf das Westjordanland über. Ein palästinensischer Angreifer verletzte in der Siedlung Kirjat Sefer vier Israelis mit einem Messer, wie israelische Rettungsdienste mitteilten. Ein Militärsprecher sagte, der Angreifer sei niedergeschossen und schwer verletzt worden. Es wird vermutet, dass der Angriff im Zusammenhang mit der israelischen Offensive im Gazastreifen steht.

Die Hamas bat nach den israelischen Luftangriffen den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan, um Hilfe. Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur der Emirate vom Sonntagabend rief der im syrischen Exil lebende Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal den Präsidenten an. Scheich Chalifa habe ihm versprochen, sich auf internationaler Ebene für ein Ende der "Aggression gegen das palästinensische Volk" einzusetzen, hieß es. Außerdem habe er zugesagt, über das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) Hilfsgüter in den Gazastreifen zu schicken.

Am Montag sollen auf Anweisung des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak 100 Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten und humanitären Hilfsgütern in den Gazastreifen gelassen werden.

Der israelische Rundfunk meldete, bei den Angriffen seien unter anderem ein Waffenlager getroffen worden. In der Nacht hatte die Armee ein Gebäude der Islamischen Universität und ein Gästehaus der Hamas-Regierung angegriffen. Zudem wurde nach israelischen Medienberichten ein Gebäude in der Nähe des Hauses von Ex-Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) getroffen.

Israelische Medien berichteten unter Berufung auf palästinensische Kreise, bei den Angriffen sei auch der vor zweieinhalb Jahren verschleppte israelische Soldat Gilad Schalit verletzt worden. Aus israelischen Sicherheitskreisen hieß es, man halte dies nicht für glaubwürdig. Schalit sei eine "Trumpfkarte" für Hamas, und die Organisation werde alles tun, um ihn am Leben zu erhalten. Schalit war am 25. Juni 2006 von einem Kommando unter Hamas-Leitung in den Gazastreifen entführt worden. Verhandlungen über seine Freilassung waren bislang erfolglos.

Unterdessen schaltete UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wegen der Eskalation der Gewalt im Gazastreifen das Nahost-Quartett ein. Ban habe mit den übrigen Partnern der Vermittlungsgruppe telefoniert, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Neben den UN gehören dem Quartett die Europäische Union, die USA und Russland an. Ban habe seinen Aufruf zu einem sofortigen Ende der Gewalt zudem in Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert, Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, dessen syrischem Kollegen Baschar al-Assad und anderen regionalen Spitzenpolitikern erneuert. Der UN-Sicherheitsrat hat nach einer Dringlichkeitssitzung am Wochenende die Wiederherstellung der Waffenruhe gefordert. Er verabschiedete eine Erklärung, was als eine der schwächsten Formen des Eingreifens gilt.

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KOMMENTARE (10 von 79)
 
Watschdog39 (01.01.2009, 16:54 Uhr)
""Ein
Hamas-Führer getötet und seine Familie AUSGELÖSCHT""". (Heute im Stern)
Die Familie: 8 Kinder und eine unbekannte Anzahl von Frauen!!!
Ich könnte kotzen, wenn ich hier Kommentare lese, die diesen VÖLKERMORD noch schönreden. Der Gazastreifen, seit langem das größte KZ auf der Welt; seine Wächter sind Israelis!!! Versorgungsgüter, Medikamente und Heizmaterial wurden abgeschnitten, Ägypten erpresst die Grenzen dicht zu machen und dem Embargo beizutreten.
Wenn die Hamas Hilfsgelder (die sie nie bekommen hat, da sie gesperrt wurden) für Waffen ausgegeben hätte würden richtige Raketen nach Israel fliegen und nicht diese Spielzeugdinger. Sie könnten Hubschrauber vom Himmel holen. Im Zusammenhang mit der Hamas von Militär zu sprechen ist ein Witz, das ist gegen die Israelis eine Spielzeugarmee. Deren Schläge treffen HAUPTSÄCHLICH Zivilisten und widerspricht in allen Aktionen der Haager Landkriegsordnung. Ich hoffe die Verantwortlichen eines Tages vor dem Tribunal in Den Haag zu sehen.
manndernichtdaist (31.12.2008, 18:55 Uhr)
hauptsache
die juden und die mullahs machen sich gegenseitig fertig. wir räumen danach auf und die endlösung ist doch noch geschehen.
Wir christen wissen halt, wie man andere Religionen vernichtet. In sachen Irak musste man halt nachhelfen, hier brauchen wir nur Waffen an beide Parteien schicken. Den Rest erledigen beide selber.
Dass meistens unschuldige sterben ist eh allen klar. unsere an Israel verschenkten Leopard Panzer (wir deutsche haben ja die schuld oder so ähnlich und würden den juden auch unsere kinder opfern, wenns verlangt werden würde, weil wir ja noch so schuld sind und so) und Gewehre werden der Hamas schon einheizen.
so sind die Regeln. russland liefert der Hamas, wir an israel. Und dann schauen wir zu, wie sie sich abschlachten. Um danach wieder Profit beim Aufbau zu machen, der dann nicht verschenkt wird, sondern teuer an deutsche baufirmen bezahlt werden muss. so kurbelt man die wirtschaft an.
deholgi (31.12.2008, 16:23 Uhr)
@h.p.
Na hoffentlich. Und vor allem solche Typen wie countryjoe, die vor dem Leben überhaupt keinen Respekt haben.
-
Holgi
H.P. (31.12.2008, 15:53 Uhr)
Am Ende wird uns die Natur töten müssen.
Aber die Menschheit hat andere Sorgen, also führen wir weiter Kriege, machen weiter alles kaputt! Am Ende wird uns die Natur töten müssen.
H.P. (31.12.2008, 15:46 Uhr)
@Terrorbekämpfung
@Plattmachen und zwar gründlich. Kein Pardon den Terroristen.
Du sprichst von Terroristen, sind nicht auch die Terroristen, die die Welt zugrunde richten: Eine Welt voller Kriege. Die Konfliktkarte: http://www.sibilla-egen-schule.de/konflikt/weltkart.htm
Wir sind nicht einmal in der Lage friedlich miteinander zu leben, überall Krieg und Terror, was könnte mit all dem Geld was in Kriege und Terror investiert wird geholfen und entwickelt werden.
Gestern der Irak, andauernd die Palästinenser, heute der Kaukasus.
Und morgen? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,571975,00.html
Auch der Irak-Krieg war ein Krieg um die politische Weltherrschaft, um die Vorherrschaft im Nahen Osten und nicht zuletzt um Öl. Also wäre auch der christliche Westen eine Terrororganisation die Krieg führt.
Völker und Religionen die nicht miteinander leben können!
Schlimmer noch ist, auf der Erde wird es enger: Um 1800 gab es etwa eine Milliarde Menschen, innerhalb von nur 200 Jahren hat sich die Weltbevölkerung versechsfacht. Aber wie viele Menschen verträgt die Erde überhaupt? Die 6 Milliarden Menschen heute wirken wie eine Infektion in einem Organismus, der über dreieinhalb Milliarden Jahre hinweg sorgsam aufgebaut wurde. Die Frage lautet: Wie sehr darf man ein lebendiges System stören, ehe die Infektion lebensgefährlich wird?
Wir nehmen der Erde so viel weg, dass sie nicht länger in der Lage ist, unsere vertraute und komfortable Umwelt aufrecht zu erhalten!
Die Natur wird sich am Ende selbst heilen müssen, dass Milliarden von Menschen die Naturereignisse die dann auf uns zukommen nicht überleben werden, ist uns immer noch nicht bewusst.
Aber die Menschheit hat andere Sorgen, also führen wir weiter Kriege, machen weiter alles kaputt bist uns am Ende töten, ja töten müssen.
http://www.lebedeinbestes.de/index.html
Countryjoe (31.12.2008, 13:16 Uhr)
Terrorbekämpfung
Wie hätte Israel dem permanenten, feigen und hinterhältigen Terror sonst begegnen sollen als mit massiver Gegenwehr? Jetzt schreien die Gutmenschen schon wieder herum die angesichts der feigen Raketenangriffe geschwiegen haben. Leider kommt es zu zivilen Opfern, was aber daran liegt, daß sich die Terroristen hinter der Zivilbevölkerung verstecken und die Opfer provozieren um sie gegen Israel zu verwenden.
Da hilft nur das was Israel gerade praktiziert: Plattmachen und zwar gründlich. Kein Pardon den Terroristen.
H.P. (31.12.2008, 09:44 Uhr)
Frieden im Nahen Osten
@Die israelische Bevölkerung steht in überwältigender Mehrheit hinter den Angriffen auf Gaza. Doch mit dem Hurra-Patriotismus könnte es schnell vorbei sein: Spätestens dann, wenn es doch noch zu einer verlustreichen Invasion am Boden kommt.
Kein Krieg wird im NAHEN OSTEN Frieden schaffen, erst wenn alle, auch die Religionen und Staaten der Welt, sich gemeinsam an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen, wird es möglich sein. Nur das richtige Verständnis und die Wirklichkeit kann uns den Frieden in bringen.
Wir selbst sind auch Schöpfer unserer Realität: Wir leben in einer noch viel größeren Welt, als wir gemeinhin annehmen. Und wir können diese Welt gestalten!
In allen Bereichen gilt das universelle Gesetz: Je elementarer die Naturgesetze, die wir nutzen, – je feiner die Ebene der Schöpfung, auf der wir die Impulse setzen –, desto größer sind die Erfolge, die wir erzielen. Und desto geringer wird der Aufwand, den wir betreiben müssen.
http://www.lebedeinbestes.de/index.html
DerExperte (31.12.2008, 01:03 Uhr)
Aber Hallo
makira (29.12.2008, 12:07 Uhr)
@makira
Antisemitische Menschenverachter wie Sie standen im KZ als Wärter an den Zäunen !
______________
Wollen sie das so stehen lassen????
petsche (31.12.2008, 01:00 Uhr)
Israels Kampf
So lange die Israelis zu zach sind ihre Todfeinde en gros dahin zu schicken wo sie 72 Jungfrauen deflorieren koennen werden sie weder Frieden noch Existenzsicherheit erreichen koennen. Den " Moechtegernmaertyrern " ihren Todeswunsch nicht zu erfuellen ist inhuman.
DerExperte (31.12.2008, 00:59 Uhr)
ROFLOL
Watschdog39 (29.12.2008, 8:42 Uhr)
Hier meldet sich auch nicht der Zentralrat der Juden und verurteilt diese Aggressionen, diesen illegalen Krieg.
Die verklagen dich hoechstens!
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