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16. August 2006, 15:47 Uhr

Israel droht mit Kriegs-Fortsetzung

Die Waffenruhe im Nahen Osten hält, doch der Krieg könnte bald weitergehen. Zumindest Israel droht mit der Fortsetzung der Auseinandersetzungen, wenn die Hisbollah nicht vollständig entwaffnet wird.

Eine Stadt in Schutt und Asche: Israel will Hisbollah vollständig entwaffnet sehen© Spencer Platt/Getty Images

Vier Tage nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Krieg Israels gegen die Hisbollah will die libanesische Armee nun mit der Stationierung von 15.000 Soldaten im Süden des Landes beginnen. Wie ein Sprecher in Beirut sagte, werden die Soldaten vom 17. August an nördlich und südlich des Litani-Flusses Stellung beziehen. Die Soldaten sollen zusammen mit UN-Truppen Angriffe der seit Jahren im Süden operierenden Hisbollah auf Israel unterbinden.

Obwohl die Waffenruhe weitgehend eingehalten wird, droht ein israelischer Regierungsvertreter damit, mit der Fortsetzung des Krieges, sollte die Hisbollah als bewaffnete Organisation fortbestehen. Die UN-Resolution stelle klar, dass die Hisbollah aus dem Grenzgebiet entfernt, ihre Waffen beschlagnahmt und die Organisation aufgelöst werde müsse, sagte ein Regierungsvertreter aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert der Zeitung "Jerusalem Post".

Wiederbewaffnung der Hisbollah verhindern

"Wenn die Resolution nicht umgesetzt wird, müssen wir handeln, um eine Wiederbewaffnung der Hisbollah zu verhindern. Es muss Druck auf die Hisbollah für eine Entwaffnung geben, oder es wird eine weitere Runde geben", sagte er über eine mögliche Fortsetzung der israelischen Militäroffensive.

Die israelische Außenministerin Zipi Liwni wird in New York UN-Generalsekretär Kofi Annan treffen, um über Details der erweiterten UN-Truppe im Süden Libanons zu sprechen. Israel wolle, dass die multinationale Truppe mit Panzern, Artillerie und Kampfhubschraubern ausgestattet werde, berichten israelische Medien.

Un-Truppen sollen bald bereitstehen

Die Vereinten Nationen hoffen, dass die Vorhut das bestehende UNIFIL-Kontingent von etwa 2000 Soldaten bereits in zehn bis 15 Tagen verstärken kann. Nachdem dieser erste Schritt getan sei, könnte die Ablösung der israelischen Streitkräfte durch UNIFIL-Truppen und Einheiten der libanesischen Armee "sehr schnell" vorankommen, sagten die UN-Experten.

Dagegen erklärte ein Offizier im israelischen Generalstab vor Parlamentsabgeordneten, die israelische Einheiten müssten womöglich noch monatelang im Libanon bleiben, bis dort verstärkte Einheiten der UN-Truppe stationiert seien.

Bereits seit einiger Zeit sind auf den Hauptverkehrsstraßen von Beirut aus in Richtung Süden Truppenbewegungen der libanesischen Armee zu beobachten. Die südliche Grenzregion wurde seit dem israelischen Abzug aus dem Südlibanon im Mai 2000 von Milizionären der radikal-islamischen Hisbollah kontrolliert.

Wegen der Waffenruhe hält der Flüchtlingsstrom aus dem Libanon an. Aus Zypern sind insgesamt 655 Menschen an Bord des zyprischen Kreuzfahrtsschiffes "Princesa Marissa" und des griechischen Marineschiffes "Chios" eingetroffen. Nach Angaben des Außenministeriums in Nikosia waren vor allem Bürger europäischer Staaten libanesischer Abstammung an Bord.

Gazastreifen wird weiter bombardiert

Während in Libanon die Kämpfe ruhen, greift die israelische Armee weiterhin den Gazastreifen an. Bei einem Luftangriff sind in Chan Junis im südlichen Gazastreifen zwei Palästinenser getötet und drei verletzt worden. Nach Angaben von Sanitätern und Augenzeugen feuerte ein israelisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 mehrere Raketen in ein mehrstöckiges Gebäude. Das Haus soll einem bekannten Mitglied der al Aksa-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, gehören. Der Besitzer erzählte seinen Nachbarn, dass die israelischen Streitkräfte ihn eine halbe Stunde vor dem Angriff telefonisch gewarnt hätten.

DPA
 
 
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