Israel setzt massive Angriffe fort

15. November 2012, 16:14 Uhr

Die Angriffe zwischen Palästinensern und Israel gehen weiter. Israel soll seit Mitternacht 100 Ziele im Gazastreifen bombardiert haben. Die islamistische Hamas antwortet ihrerseits mit Geschossen.

Die israelische Luftwaffe hat ihre massiven Luftschläge im Gazastreifen am Donnerstag fortgesetzt. Die Armee teilte mit, sie habe seit dem Beginn der Offensive "Säule der Verteidigung" am Vortag mehr als 160 Ziele im Gazastreifen aus der Luft und von See aus angegriffen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Safa berichtete, seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch seien 15 Palästinenser getötet und mehr als 150 verletzt worden. Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.

Militante Palästinenser schossen im selben Zeitraum 135 Raketen in Richtung Israel ab, teilte die israelische Armee weiter mit. Hunderttausende Menschen suchten Zuflucht in Schutzräumen. In dem Ort Kiriat Malachi starben am Morgen drei Menschen, als ihr Wohnhaus von einer Rakete getroffen wurde, darunter zwei Frauen. Ein vierstöckiges Gebäude habe einen Volltreffer erhalten, sagte der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld.

Hamas kündigte massive Rache an

Zum Auftakt der Operation "Säule der Verteidigung" hatte die israelische Luftwaffe gezielt den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, und seinen Assistenten getötet. Der militärische Hamas-Arm nannte die Tötung von Al-Dschabari eine "Kriegserklärung" und kündigte massive Rache an. Die israelische Armee bezeichnete Al-Dschabari als "Terroristen Nummer eins" im Gazastreifen.

Am Donnerstag versammelten sich Tausende Palästinenser, um al-Dschabari das letzte Geleit zu geben. Der Trauerzug führte in die Al-Omari-Moschee, wo Gebete für den Toten gesprochen werden sollen. Anschließend sollte Al-Dschabari beigesetzt werden. Es wurde erwartet, dass ranghohe Hamas-Mitglieder aus Sorge um ihre Sicherheit dem Begräbnis fernbleiben.

Ägypten ruft UN-Sicherheitsrat an

Angesichts der jüngsten Ereignisse hat Ägypten offiziell den UN-Sicherheitsrat angerufen. Die Regierung In Kairo forderte das Gremium der Vereinten Nationen (UN) am Donnerstag auf, sich mit der Gewalt im Gazastreifen befassen. Wörtlich sprach das Kairoer Außenministerium von einer "Aggression Israels" in dem Palästinensergebiet, die internationales Recht verletze. Die Lage sei ernst und erfordere dringend eine Reaktion der Weltgemeinschaft.

Der UN-Sicherheitsrat war bereits in der Nacht zum Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung über die jüngsten israelischen Angriffe zusammengekommen, hatte aber keine konkreten Beschlüsse gefasst. Die Vereinten Nationen warnten aber vor "möglicherweise katastrophalen Folgen". Die Situation dürfe nicht unterschätzt werden, sagte der UN-Untergeneralsekretär für Politische Fragen, Jeffrey Feltman, in der Sondersitzung in New York. UN-Diplomaten berichten, dass große Einigkeit im Rat geherrscht habe und die Lage als höchst bedrohlich eingeschätzt wurde. Palästinenser und Israelis wurden zur Zurückhaltung aufgefordert.

Die israelische Militäroperation kann nach Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Bedarfsfall sogar noch ausgeweitet werden. Das israelische Militär erklärte am späten Mittwochabend, alle Optionen lägen auf dem Tisch. Die Streitkräfte teilten mit, Bodentruppen stünden auch für einen Einmarsch bereit, sollte der Befehl gegeben werden.

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