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2. April 2008, 10:29 Uhr

Steinmeier kuschelt mit Russland

Während die USA unbeirrt am schnellen Nato-Beitritt der Ukraine und Georgien festhalten, gehen die europäischen Partner auf Konfrontationskurs. Allen voran Frankreich stemmt sich gegen die Aufnahme, und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will Russland nicht verärgern. Der Nato-Gipfel in Bukarest dürfte keine Kuschelrunde werden.

Besonnenheit gegenüber Russland ist ihm wichtig: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier© Robert Ghement/EPA/DPA

In der Debatte über eine Erweiterung der Nato nach Osten hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Rücksichtnahme auf Russland angemahnt. Es dürfe nicht dazu kommen, dass man sich im Umgang mit der Regierung in Moskau über die "Grenze der Beherrschbarkeit" hinaus bewege, sagte Steinmeier der "Leipziger Volkszeitung".

Er lasse sich "nicht den Vorwurf machen, wir spielen in der Frage des Nato-Beitritts von Georgien und der Ukraine die russische Karte", sagte der Außenminister. Die Russen hätten "keinerlei Veto-Position" in der Frage einer Erweiterung der Nato. Nach dem Konflikt um die Souveränität des Kosovo gebe es in diesem Jahr jedoch "keinen zwingenden Grund", das Verhältnis zu Russland mit einer Entscheidung über eine künftige Nato-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens weiter zu belasten.

Steinmeier fügte an, dass es auf dem am Mittwoch beginnenden Nato-Gipfel in Bukarest "eine ganze Menge sehr praktikabler und operativer Schritte zur Verdichtung des Verhältnisses" zwischen der Allianz und den beiden Anwärterstaaten geben werde. Es sei "nicht zwingend nötig", schon jetzt über eine künftige Nato-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens zu entscheiden

Bevölkerung gegen Nato-Beitritt

Russland lehnt eine Aufnahme der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken in die Nato strikt ab. US-Präsident Bush signalisierte dagegen breite Zustimmung, ebenso etliche osteuropäische Staaten. "Wir müssen klarstellen, dass die Nato die Bestrebungen der Ukraine und Georgiens für eine Nato-Mitgliedschaft begrüßt und ihnen einen klaren Weg zur Erreichung dieses Ziels anbietet", sagte der US-Präsident. "Die Position meines Landes ist also klar: Die Nato-Mitgliedschaft muss allen europäischen Demokratien offenstehen, die dies wünschen." Die Nato-Staaten Deutschland und Frankreich sprachen sich teilweise deutlich gegen eine Aufnahme der Ukraine und Georgiens in das Vorbereitungsprogramm MAP (Membership Action Plan) aus. Die Gegner führen Widerstände in der ukrainischen Bevölkerung sowie Abspaltungstendenzen der georgischen Republiken Südossetien und Abchasien an. Darüber hinaus wird befürchtet, dass sich das ohnehin angespannte Verhältnis der Allianz zu Moskau bei einer Aufnahme der beiden russischen Nachbarstaaten weiter verschlechtern könnte.

Kroatien, Albanien und Mazedonien dagegen sollen auf dem Gipfel eine Einladung zum Nato-Beitritt erhalten. Im Falle von Mazedonien droht dies jedoch am Veto Griechenlands zu scheitern. Die Regierung in Athen fordert eine Umbenennung der ehemaligen jugoslawischen Republik, da sie andernfalls einen Gebietsanspruch an die gleichnamige griechische Region befürchtet.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
sachsenwini (02.04.2008, 17:46 Uhr)
Steinmeier sei wachsam!
Dem unerträglichen Machtstreben dieses größenwahnsinnigen Welteroberers Bush sollte endlich ein Riegel vorgeschoben werden.
Hoffentlich zeigt sich Russland stark genug um die Errichtung von weiteren strategischen Brückenköpfen in Europa abzuwehren.
.
Auch Bushs großes Interesse an einer EU Mitgliedschaft der Türkei hat rein strategische Bedeutung. Stoppt dieses gefährliche Machtstreben des ausgeflippten texanischen Cowboys. Er hat schon genug Schaden angerichtet.
m.burns (02.04.2008, 13:52 Uhr)
@dumpfeline
..oh oh.. da ist die alte dumpfbacke wieder die versucht mit solchen posts sich die scheisse schmakhaft zu reden..
ich brauche kein geschichtsunterricht aber DU allemal.. jetzt prügeln alle auf ner toten leiche rum (für dich dumpfeline: g.w.bush) und keiner schert sich einen dreck um die neue gefahr die direkt vor der eigenen nase blüht und gedeiht (für dumpfi: russland)
frag mal die alten die den ww2 mitgemacht haben, frag mal die, die in von den russen besetzten ländern lebten oder noch leben..
die russen sind bestialische barbaren .. die scheissen auf ein menschenleben.. eure werte sind genauso wertlos für die wie für irgendwelche islamischen-terror-freaks ...
schon jetzt hat russland die deutschen im würgegriff und keinen juckt es !!!
- deustche wirtschaft abhängig von gazprom
- frankfurt, stuttgart, berlin.. alles in russischer hand
- kreditgeschäfte, inkassofirmen, glückspiel und rotlichtgeschäft .. ALLES RUSSEN MAN !!
die ficken euch durch und wenn ihr danach noch lebt schlitzen sie euch die kehle auf und lassen euch verbluten.. SO KANN MAN DAS DURCHAUS AUSDRÜCKEN !!! DENN ES IST SO !!
sophisticated (02.04.2008, 13:42 Uhr)
Die ganze Welt soll die innenpolitischen Defizite Amerikas ausbaden,
innenpolitische Defizite mit außenpolitischer Dominanz kompensieren zu wollen, das ist eine uralte Strategie. Im Augenblick ist es die Strategie von Bush.
Bush zündelt im Augenblick an allen Ecken der Welt, und wir sollen über die Nato mithelfen? (Ist jetzt zwar stark vereinfacht gesagt, aber im Prinzip ist es so)
Wir sollten alle vom/n Krieg/en die Nase voll haben!
paulmaz (02.04.2008, 12:58 Uhr)
mupfeline
Ein guter Kommentar. Trifft den Nagel
auf dem Kopf. Würde ich auch unter-
schreiben.
StillerBeobachter (02.04.2008, 12:56 Uhr)
neuer eiserner Vorhang an der russischen Grenze
Der Verbrecher Bush will offensichtlich für seine Kriegstreibereien neue Verbündete gewinnen, aber ein NATO-Beitritt von Georgien und der Ukraine ist ein Affront gegen den Nachbarn Russland und großen Teilen der eigenen Bevölkerung.
Aber sowohl Georgien als auch der Ukraine muss bewusst sein, dass sie von einem maroden Staat wie den USA keine Wirtschaftshilfe und kein Mehr an Freiheit erwarten können und dass es den USA nur darum geht, ein paar strategische Partner gegen den Einfluss Russlands zu haben.
Bush will offenbar den eisernen Vorhang an den rusischen Grenze neu errichten. Aber damit wird er scheitern.
sophisticated (02.04.2008, 11:57 Uhr)
Lieber mit Russland kuscheln,
als von den USA erwürgt zu werden! Nach Bush sehen wir weiter.
stesocom (02.04.2008, 11:36 Uhr)
Steinmeier schmust nicht mit Putin, will Russland aber platonisch ehelichen !
Bundesaußenminister Steinmeier ist nicht auf einen „Schmusekurs“ mit Russland, sondern versucht diplomatisch eine Annäherung zusammen zu bringen. George W. Bush, seines Zeichens noch Präsident der U.S.A, geht mit „Wild – West Mentalität“ das Thema NATO- Erweiterung an. Die Ukraine wird förmlich von ihm überfallen ! Die pro – westlich ausgerichtete Regierung der Ukraine wäre sicherlich sehr froh über einen schnellen NATO- Beitritt. Das Russland solche Ausweitung des NATO Gebietes nicht hinnehmen kann, ist mehr als verständlich. Vielleicht sollten sich die Vereinten Nationen einmal zusammensetzen, und die Möglichkeit der Gründung eines großen Militärbündnisses aller friedlich zusammenlebenden Völker zu diskutieren. Der kalte Krieg ist lange vorbei. Warum sollte es nicht zu solch einer neue Allianz kommen? Aber so lange es Personen wie Mr. Bush gibt, hat dieser Traum kaum eine Chance, da die jetzige U.S. Administration so kein Vertauen aufbaut, im Gegenteil !
hannes_schinder (02.04.2008, 11:27 Uhr)
Bush der kalte Krieger
Warum sollten ernsthafte Politiker in Europa sich von einem Mann wie Bush drängen lassen.
mupfeline (02.04.2008, 11:25 Uhr)
Wahnsinn! Eine mickrige Nase ...
bringt es fertig das ganze fragile Gleichgewicht zu kippen. Gibt es denn wirklich keine dringenderen Probleme als die Aufrüstung und Ausweitung der Nato. Haben Mazedonien und Albanien wirklich keine anderen Wünsche als ein europäischer Hinterhof der USA zu werden. Von Georgien und der Ukraine spreche ich noch nicht mal ... Eine Nase macht alles zur Sau. Natürlich werden auch D und Frankreich letztendlich einknicken, es ist traurig aber wahr. Der georgischen und ukrainischen Bevölkerung unterstelle ich dass sie intelligent genug sind sich, nachdem sie einen ungeliebten Partner logsgeworden sind, sich nicht gleich wieder binden zu wollen. Wenn es nur die Regierungen auch wären ... aber ich glaube nicht daran. Hätte der Knilch nicht noch eine Brezel essen können ...!? Es wäre uns viel erspart geblieben ...
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