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Auf den Krieg in Georgien folgt die Eiszeit zwischen Nato und Russland. Bei ihrer Sondersitzung in Brüssel suchten die 26 Außenminister jedoch vergebens nach einem effektiven Vorgehen gegen Moskau. Nato-Experte Johannes Varwick warnt im Gespräch mit stern.de vor einer Eskalation des Konflikts.
Die Nato wird vorerst nicht mehr mit Russland im gemeinsamen Nato-Russland-Rat zusammenarbeiten - zumindest so lange, bis Moskau seine Truppen vollständig aus Georgien abgezogen hat. Unterdessen haben die Russen mit dem Abzug begonnen: Eine erste Kolonne hat die Stadt Gori verlassen.
Erstmals seit dem Georgien-Konflikt vor zwei Jahren sind die NATO und Russland zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen.
Die Staats- und Regierungschefs der Nato haben in Chicago versucht, das Bündnis neu auszurichten. Und sie haben Afghanistan auch nach dem Abzug der Kampftruppen 2014 Unterstützung versprochen.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die USA wegen des geplanten Aufbau eines Raketen-Abwehrsystems scharf kritisiert. Er fürchtet ein Wettrüsten und die Spaltung Europas. Sicherheit dürfe "nicht um den Preis neuen Misstrauens oder gar neuer Unsicherheit erkauft werden".
Zwanzig Jahre nach dem Ende des blutigen Krieges der Sowjets gegen Afghanistan, soll Russland zusammen mit der Nato afghanische Polizisten ausbilden ? allerdings auf russischem Territorium.
Anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz gab es unterschiedliche Standpunkte zu einer stärkeren Zusammenarbeit von EU und Nato: Während Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer eine gerechtere Lastenverteilung forderte, sprach sich Kanzlerin Merkel für eine neue Strategie aus.
Die diplomatische Eiszeit zwischen der Nato und Russland soll ein Ende haben. Jaap de Hoop Scheffer, Generalsekretär des Bündnisses, wurde von den Nato-Außenministern beauftragt, neue politische Kontakte zum Kreml zu knüpfen. Der Nato-Russland-Rat soll sich bald wieder zusammensetzen.
Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dem Westen schwere Fehler im Verhältnis zu Russland vorgeworfen. Dazu gehörten die beschlossene Aufstellung von Radar- und Raketensystemen in Polen und Tschechien sowie die Anerkennung des Kosovo. Schröder rief die EU zum Dialog mit Moskau auf.
Russland und die Nato-Staaten sind auf Konfrontationskurs und der Westen ist nicht schuldlos an Moskaus kompromissloser Politik. Das sagt Horst Teltschik, Organisator der Münchner Sicherheitskonferenz, im Interview mit stern.de. Allzu sehr habe die Nato Russlands Interessen ignoriert - "so etwas rächt sich".
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