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24. März 2010, 07:43 Uhr

Unterkühlter Besuch im Weißen Haus

Der Empfang fiel demonstrativ kühl aus, es gab keine Stellungnahme vor der Presse, keinen Fototermin: US-Präsident Barack Obama und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben ihre jüngsten Spannungen bei einem Besuch im Weißen Haus offenbar nicht ausräumen können.

Obama, Netanjahu, Weißes Haus, Empfang, kühler Empfang

Ungewöhnliche Zurückhaltung: Beim Besuch Netanjahus im Weißen Haus wurde auf Presserummel verzichtet© Reuters

Überschattet von diplomatischen Spannungen zwischen den USA und Israel haben sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Barack Obama am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus getroffen. Netanjahu hielt sich insgesamt dreieinhalb Stunden im Weißen Haus auf. Rund 90 Minuten lang hatte er eine Unteredung mit Obama, wie ein Sprecher erklärte. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Eine Bildtermin oder eine Pressekonferenz gab es nicht.

Laut israelischen Medienberichten gab die Stadtverwaltung von Jerusalem grünes Licht für den Bau von 20 Wohnungen im annektierten Ostteil. Der Streit um Israels Siedlungspolitik belastet derzeit die Beziehungen zum wichtigsten Bündnispartner USA schwer. Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1600 neuen Wohnungen in Ost-Jerusalem ankündigte.

Netanjahu droht mit Einfrieren der Friedensverhandlungen

Vor dem Treffen mit Obama drohte Netanjahu laut Medienberichten mit einem einjährigen Einfrieren der Nahost-Friedensverhandlungen, wenn die USA an ihrem Widerstand gegen den israelischen Siedlungsbau in Jerusalem festhielten. "Wenn die Amerikaner die von den Palästinensern gestellten unzumutbaren Forderungen bezüglich eines Einfrierens der Bautätigkeit in Jerusalem unterstützen, droht der politische Prozess ein Jahr lang blockiert zu werden", wurde Netanjahu von israelischen Journalisten zitiert, die ihn auf seiner USA-Reise begleiteten.

"Die Beziehungen zwischen Israel und den USA dürfen nicht durch die Meinungsverschiedenheiten der beiden Länder im Friedensprozess mit den Palästinensern belastet werden", fügte Netanjahu laut einem privaten israelischen Fernsehsender hinzu. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, hatte zuvor gesagt, der Status von Jerusalem lasse sich nur "durch direkte Verhandlungen" zwischen Israel und den Palästinensern lösen.

"Stets auf der Seite Israels"

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bekräftigte unterdessen die besonderen Beziehungen der USA zu Israel. Bei einem Treffen mit Netanjahu sagte die demokratische Politikerin, der Kongress stehe "stets auf der Seite Israels". Dazu gebe es "eine Verpflichtung jenseits der Gräben zwischen den Parteien". Der Führer der republikanischen Minderheit im Repräsentantenhaus, John Boehner, sagte, es sei derzeit ein "schwieriger Zeitpunkt" in den Beziehungen zwischen den USA und Israel. Netanjahus Besuch biete aber die Möglichkeit zu einem "freimütigen und offenen" Dialog über Wege zu einem Frieden im Nahen Osten.

Wie es übereinstimmend am Dienstag in israelischen Medien hieß, gaben die Behörden in Jerusalem alle erforderlichen Genehmigungen, um das Hotel Shepherd in dem palästinensischen Viertel Scheich Dscharrah abzureißen, um dort 20 Wohnungen zu bauen. Hinter dem Projekt steht demnach der Millionär Irving Moskowitz, ein jüdischer US-Geschäftsmann, der sich die Förderung der jüdischen Besiedlung Ost-Jerusalems zur Aufgabe gemacht hat. Die israelischen Medien veröffentlichten ihre Informationen gleichzeitig mit dem Eintreffen von Netanjahu im Weißen Haus.

Israel hatte Ost-Jerusalem während des Sechs-Tage-Krieges 1967 erobert und später annektiert. Die internationale Gemeinschaft erkannte diesen Schritt nicht an. Die Palästinenser beanspruchen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates.

AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
anak (25.03.2010, 18:55 Uhr)
mal ansehen
http://www.youtube.com/results?search_query=wafa%20sultan&search=Search&sa=X&oi=spell&resnum=0&spell=1
da werden sie geholfen, wenn sie frage zum nahost-konflikt haben
Oluja (25.03.2010, 13:05 Uhr)
einer von unzähligen bewiesen dafür, seit jahrzehnten, das israel nicht zum frieden und zu keiner gerechten lösung des nahostkonfliktes bereit ist, sondern die karte alles oder nichts spielt, mit erfolg, seit 60 jahren, leider.

ohne massive sanktionen gegen israel oder eine streichung der milliardenschweren militär- und finanzhilfe aus den usa, wird israel weiter so machen wie bisher, bis grossisrael erreicht ist, und dazu ist es nicht mehr weit.

ob es aber je dazu kommt ist sehr fraglich, denn aipac und die ny-hochfinanz hat die mehrheit der us senatoren gekauft und bestimmt die us politik gegen die selbst der präsident keine chance hat ohne vom senat abgestraft oder gar vom amt enthoben zu werden.

somit eine tatsache und keine verschwörungstheorie, das die zionisten dadurch defacto die weltherrschaft innehaben, weil sie durch lenkung der usa eine vetomacht und die stärkste militärmacht der erde am nasenring ihrer interessen ziehen.
Gisella (25.03.2010, 11:30 Uhr)
prologo:
es müßte heißen: "WARUM DIE USA das nicht abstellen-ist KEIN WUNDER. Israel wird massiv bezahlt und kauft, davon dann die Waffen, die es braucht, um sich zu verteidigen. ...... In den US newspapers war niemals etwas interessantes über OLD GERMNY zu lesen, aber-als U-Boote von uns an Israel verschenkt worden sind-waren die Medien voll des Lobes. Endlich..... haben wir gedacht.
Dirk_37 (25.03.2010, 06:51 Uhr)
Oh Wunder!!!
Die Kommentarfunktion wird zu einem brisanten Thema freigeschaltet- ein möglicher Richtungswechsel bei Stern oder der Fehler eines Praktikanten?.... ^^

Solange Israel sich aufführt wie die Axt im Wald, wird dort kein freiden möglich sein. Dieses Land ist seit vielen Jahrzehnten der Inbegriff der Besetzungsmacht in der Region und wundert sich, daß sie den Hass nun ernten, der über die vielen Jahre von ihnen gesät wurde! Die letzte Äußerung, die Juden hätten schon vor 3000 Jahren dort gebaut und würden dies auch heute tun, ist so anachronistisch, daß es einem die Sprache verschlägt. mit dem selben Argument könnten die Italiener heute Siedlungen in ganz Europa und in Teilen Afrika bauen, von den Ägyptern, Griechen oder Inka´s reden wir mal lieber erst gar nicht.....! Das ist leider so typisch für die israelische Politik: sich selber alles einfordern, möglichst viel Jammern und immer die Hand aufhalten. Ohne westliche Hilfe wäre dieser Staat schon lange entweder zusammengebrochen oder sie hätten sich mal vernünftig mit den Arabern auseinandersetzen müssen. Auf den Tag kann man wohl noch lange warten und ich halte es da bei meiner, zugegebenerweise kleinkarierten, Lebensweise: erledigt euren Müll alleine und ohne deutsches Geld! Wir haben selber interne Probleme als das wir uns den Luxus erlauben könnten, ständig Leistungen in ein lernresistentes Land zu pumpen! Ach ja, jetzt kommt bestimmt gleich wieder die Nazi-Keule oder irgendein Fascho-Geschwafel. Tja, daß ist mir egal, da stehe ich drüber.....
Michael200669 (25.03.2010, 01:22 Uhr)
Ich kann mir nicht vorstellen, das der Großteil der Bevölkerung Israels diese Politik gut findet. Leider muß man immer wieder feststellen, das sich die Hardliner und Brandstifter beider Seiten immer wieder durch setzen. Leider bekommt man immer mehr den Eindruck, das die größten Provokation von Seitens Israel stattfinden.

Und wer dies gut findet, sollte sich mal hinterfragen. Wie wir es gefunden hätten, wenn z.B. der Russe/DDR in Westberlin Siedlungen gebaut hätte. Gewiss nicht toll und wir hätten uns dagegen gewehrt.

Und dies tut der Palästinenser auch und das zu recht. Denn in welche Situation ist den dieses Volk. Es ist einmal in zwei getrennte Landstriche eingepfercht, wovon einer sogar noch zugemauert wird, bzw. ist. Es lebt unter ständiger Bedrohung Seitens eines Landes, das ständig gegen UN-Resolutionen verstößt. Und selber sofort danach schreit, wenn sich andere Länder nicht nach deren Vorstellungen verhalten.
Prologo (24.03.2010, 22:18 Uhr)
Israel betreibt unverdrossen Kriegstreiberei, denn...

....was anderes ist die israelische Siedlungspolitik nicht. Sie bauen in einem besetzten Land Siedlungen für Israeli.

Israel ist eine Besatzungsmacht, und die besetzten wehren sich. Warum die USA das nicht abstellen, ist ein Rätsel.

MfG,
T.
auwei (24.03.2010, 14:33 Uhr)
@Plancklala
Ich verstehe Ihren Standpunkt (auch wenn ich nicht immer derselben Meinung bin), aber ich sehe nur zwei Möglichkeiten: Frieden oder Krieg ohne Ende. Sie entscheiden sich für zweitere Möglichkeit. Gut. Aber ein "with us or against us" kann es hier (für mich) nicht geben. Wenn zum hundertsten Mal Bilder von Toten und Verletzten (Israelis und Palästinensern) über den TV-Schirm flackern - schalte ich einfach um. Mit einem leisen Seufzer. Oder - wie Bismarck sagte: Macht doch euern Dreck alleene!
Plancklala (24.03.2010, 14:18 Uhr)
@ auwei (24.03.2010, 12:04 Uhr) und wider dem Osiriskult, dem Todestrieb als Massenenurose.
"Genau diese (von Ihnen vertretene) Einstellung ist Teil des Problems."
Ihr "diese" wird leider auch dadurch nicht konkreter, dass sie in Klammern "von ihnen vertretene" Anhängen. Damit wiederholen sie das diese nur abermals.

"Nehmen Sie es mir nicht übel: So ist kein Frieden zu machen."
Ich weiß. Denn diese Metaphysik, die glaubt, dass Menschen die andere Menschen vernichten wollen (Hamas und die Menschen die mit ihnen nicht brechen, die also zu ihren potenziellen Mittätern/Zuschauern gehören) Frieden wollen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich will Frieden, aber nicht um des antisemitischen Krieges wegen, der sich hinter jeder einseitigen (also gegen Israel gerichteten) Friedensforderung versteckt (deswegen hat ja auch niemand bei den letzten großen antisemitschen Massendemonstrationen in Europa etwas dagegen, dass sie durchsetzt waren mit Hisbollah und Hamasfahnen; "Allah Akbar" und "Kindermörder Israel" rufen ? das letzte worum es dort ging war Emanzipation und das erste worum es ging war ?Frieden gegen Israel?).
Sie enttarnen sich in dem Moment, wo sie diese Kräfte verschweigen wollen, damit es Frieden geben kann (weil was soll ich anderes als unter meiner Einstellung verstehen, als das ich darauf insistiere, dass man diese Gruppierungen sich anschaut und sie bei dem nehmen was sie sagen.) als Kombattant dieser Sache.
Zeigen sie mir wo sich die PLO oder andere von den Banden, die sich darum streiten zu Herrschen, einen Bruch eingehen zu denen die beseelt sind alle Juden umzubringen (und das sind Hamas und Hisbollah) und die selbst die umbringen, die mit Juden kollaborieren (also die falschen Freunde haben und als Palästinenser in Israel leben oder einfach was gegen den menschenverachtenden Terror der Hamas haben [es ist da auch kein zufall dass während der intifada die meisten menschen durch säuberungsaktionen starben]). Solange das nicht der Fall ist, ist jede Andeutung von Friedenswillen eine Medienschlacht, der es am Frieden so sehr liegt, wie der Hamas um die Befreiung vom Terror.

?Israel, das mir früher wirklich am Herzen lag, wird immer deutlicher zum failed state!?
Da kann ich mich nur selber (verbessert) zitieren: ?Israel ist der Ausenseiterstaat. Ein demokratisches Land, dem man durch die Propaganda seiner [in diesem Fall ihrer Freunde, die sie verschweigen wollen um Frieden zu bekommen] diktatorischen Freunden die Stirn bieten muss. Es ist wirklich unverständlich, warum die USA, unabhängig von AIPAC, mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten zusammen arbeiten.?

Um zu zeigen was dabei raus kommt, wenn man diese ?Fanatiker? verschweigt, hat der Ministerpräsidenten Israels auf der bösen AIPAC in aller Öffentlichkeit richtig festgestellt: ?In den Augen dieser Fanatiker sind wir Sie und Sie sind wir.?
An Israel bekämpft man stellvertretend seinen eigenen barbarischen Souverän. Nach innen töten man ?die Sklaven? an stelle des Königs. Dazu Freud: ?Ihr Judenhass ist im Grunde Christenhass.?
Man muss das selbstverständlich aktuallisieren.
auwei (24.03.2010, 13:15 Uhr)
@anak
"Die Menschen" spielen in dem ganzen miesen Spiel eigentlich keine Rolle. Weder die Palästinenser, die sich in mentaler Geiselhaft von Hamas (früher Fatah) befinden, noch die Bürger Israels. Hier geht es um die Machtspiele großer kleiner Kinder mit zu vielen Waffen und einem Kilo Quark im Kopf (Mischungsverhältnis: 30 Prozent Religion, 30 Prozent Reflex, 30 Prozent zynisches Machtkalkül), heißen sie nun Bibi, Abu Schlagihntot oder die schießende Schläfenlocke.
anak (24.03.2010, 12:57 Uhr)
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Titel des Artikels
"Warum Israel keinen Frieden braucht" haette auch besser so heissen sollen:
"Wieso brauchen die Palaestinenser keinen Frieden".
Wer wuerde sich denn um das neue Land "Palaestina" auch nur einen Deut kuemmern, wenn der Konflikt beseitigt waere?
Selbst in dem erbaermlichen Zustand, in dem sich heute der Gazastreifen befindet, kuemmert sich eigentlich keiner,und das ist den Fuehrern der arabischen Liga und den Hamas-Terroristen auch ganz angenehm, denn so haben sie immer eine Spielkarte in der Weltpolitik, die wegfallen wuerde, wenn der Konflikt geloest waere.
Das pal.Volk ist den Fuehren der arabischen Liga und insbesondere den pal.Vertretern ziemlich egal, denn umso mehr es leidet, umsomehr Geld fliesst in deren Taschen.
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