Die USA fordern vom Iran "ernsthafte" Gespräche um das umstrittene Atomprogramm des Landes. Am Samstag werden in Istanbul die Verhandlungen der internationalen Gemeinschaft rund um den Konflikt wieder aufgenommen.
Vor der Wiederaufnahme der internationalen Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm haben die USA Teheran zu "ersthaften" Gesprächen aufgefordert. Es könnten sicherlich nicht alle Streitpunkte bei einem einzigen Treffen beigelegt werden, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, am Freitag. Der Iran müsse bei dem Treffen am Samstag in Istanbul aber seine "Ernsthaftigkeit und seinen Willen unter Beweis stellen, ernsthafte Verhandlungen zu führen". Die Iraner könnten damit "Vertrauen wiederherstellen".
Zuvor hatte aus Kreisen der iranischen Delegation verlautet, die vom Westen an den Tag gelegte Haltung sei "entmutigend und enttäuschend" und lasse "kaum Grund zur Hoffnung". Damit wurde auf eine Erklärung der G-8-Außenminister vom Vortag reagiert, in der vom Iran ein "konstruktiver und ernsthafter Dialog ohne Vorbedingungen" verlangt wird. Russlands Vize-Außenminister Sergej Riabkow warnte, die "Differenzen" zwischen dem Westen und dem Iran "nicht zu übertreiben". "Wir wollen konstruktiv sein."
In Istanbul beginnt am Samstag eine neue Verhandlungsrunde über das umstrittene iranische Atomprogramm. Neben dem iranischen Atomunterhändler Said Dschalili nehmen Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands an den Gesprächen teil. Die letzten Verhandlungen Irans mit der 5+1-Gruppe waren im Januar 2011 ergebnislos abgebrochen worden. Mehrere westliche Länder verdächtigen Teheran, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.