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20. Januar 2009, 07:25 Uhr

Merkel warnt Obama vor Abschottung

Während die USA der Amtseinführung von Barack Obama entgegenfiebern, formuliert die deutsche Politik ihre Wünsche und Forderungen an den neuen US-Präsidenten: Die Kanzlerin warnte Obama davor, sein Land angesichts der globalen Wirtschaftskrise abzuschotten und forderte wie ihr Vizekanzler einen engen Schulterschluss zwischen Amerika und Europa.

Barack Obama, Angela Merkel, US-Präsident, USA, Steinmeier, Bundeskanzlerin

Kanzlerin Merkel fordert vom neuen US-Präsidenten Obama einen Schulterschluss mit Europa© Wolfgang Kumm/DPA

Amerika fiebert dem historischen Amtsantritt von Barack Obama als ersten schwarzen US-Präsidenten entgegen. Vor einer Kulisse von Millionen Menschen wird der 47-Jährige heute auf den Stufen des Kapitols in Washington als Nachfolger von George W. Bush den Eid ablegen. Zum wohl größten Spektakel in der Geschichte der US-Hauptstadt sind dort so viele Sicherheitskräfte wie noch nie im Einsatz.

Mit der Zeremonie geht zugleich die Ära von Präsident Bush nach acht Jahren zu Ende. Er hinterlässt ein schwieriges Erbe: Die USA sind gezeichnet von der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, Zehntausende amerikanische Soldaten kämpfen im Irak und in Afghanistan. US-Medien zufolge will sich Obama am ersten Tag nach seiner Vereidigung mit den Spitzen der Streitkräfte und seinen Militärberatern treffen. Auch wolle er sich umgehend daran machen, die Folgen der Konjunkturkrise einzudämmen, hieß es.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet nach der Amtseinführung Obamas eine bessere Zusammenarbeit mit der US-Regierung. "Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit dadurch geprägt ist, dass man einander zuhört, Entscheidungen auf der Grundlage trifft, dass nur ein Land alleine die Probleme der Welt nicht lösen kann, sondern dass wir das nur gemeinsam miteinander schaffen", sagte Merkel im ARD-Morgenmagazin und fügte hinzu: "In diesem Geist werde ich ihm auch begegnen."

Die Kanzlerin warnte Obama davor, sein Land angesichts der globalen Wirtschaftskrise abzuschotten. Nach den Exzessen der vergangenen Zeit insbesondere auf den Finanzmärkten gelte es jetzt, ein globales Regelwerk einzurichten, das wesentliche Elemente der sozialen Marktwirtschaft enthalte. Man müsse mit Obama um die richtigen Schlussfolgerungen aus der Krise ringen, sagte Merkel am Montagabend bei einer Feier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in Berlin.

Steinmeier: Schulterschluss zwischen Amerika und Europa nötig

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht die Krise als gewaltige Aufgabe vor dem neuen US-Präsidenten liegen. "Wie wir muss er sich mit ganzer Kraft gegen die Wirtschaftskrise stemmen", sagte der Außenminister der "Passauer Neuen Presse". Dazu zähle auch die gemeinsame Arbeit an einer transparenten und verlässlichen Architektur des Weltfinanzsystems. "Aber auch darüber hinaus brauchen wir einen engen Schulterschluss zwischen Amerika und Europa", eine "neue transatlantische Agenda" für eine wirksame Bekämpfung des Klimawandels, für mehr Energiesicherheit, weltweite Abrüstung und zur Bewältigung internationaler Konflikte.

Der SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im September sieht enge Gemeinsamkeiten zwischen der Bundesregierung und der neuen US-Führung. Er werde rasch das Gespräch mit der Obama-Administration suchen, kündigte er beim Neujahrsempfang der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin an. Er sehe in der Außenpolitik insbesondere die Chance für eine bessere transatlantische Arbeitsteilung im Verhältnis zu Osteuropa und Russland.

Kanzlerin mahnt zu Fortschritten beim Klima

Merkel erwartet von der neuen US-Regierung vor allem in der Klimapolitik Fortschritte. 2009 sei ein entscheidendes Jahr für den Klimaschutz, sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Es gehe Ende des Jahres auf der Klima-Konferenz in Kopenhagen um den Abschluss der Verhandlungen des Nach-Kyoto-Protokolls. "Wenn die US-Regierung jetzt eine Zielvorgabe für 2020 machen würde, wäre das ein wichtiger Schritt für die anstehenden Verhandlungen. Das hätte eine Signalwirkung."

FDP-Chef Guido Westerwelle erinnerte in der Zeitung daran, dass Obama bei seiner Berliner Rede im vergangenen Sommer zweimal von einer atomwaffenfreien Welt gesprochen habe. "Wir Deutsche sollten Präsident Obama in der Abrüstungspolitik beim Wort nehmen."

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte: "Ich hoffe, dass Obama Schluss macht mit dem menschenrechtswidrigen "War on Terror", dessen Exzesse wie (die Gefangenenlager) Guantànamo und Abu Ghraib dem Ansehen der USA so sehr geschadet haben." Sie fügte hinzu: "Und ich hoffe, dass wir nicht zu viel von Obama erwarten. Er wird jetzt nicht im Alleingang alle Probleme der Welt lösen können."

Barack Obama, Angela Merkel, US-Präsident, USA, Steinmeier, Bundeskanzlerin

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 48)
 
042020 (22.01.2009, 21:51 Uhr)
die liebe Gisella
der grund das du dich hier (US)in den 20 jahren nicht angepasst hast
ist wie folgend:
hast eben immer den deutschen besser wisser raushangen lassen.
hast jedem erzahlt das und das ist viel besser in Deutschland.
usw usw
und dan noch keine brotchen in Florida.
wie kann man den in einem solchen einem Land leben ?
so sind wir alle froh das du wider in
deinem gelobten land bist.
bleibe dort, wie konnen bestimmt auf dich verzichten.
Gruss und Kuss aus Texas.
also GW ist nun in meiner nahe, hat
mir sogar eine Weihnachtskarte
geschickt, hat auch deine S/S um 5.8%
erhoht. sollst eigendlich dankbar sein.
Anemone (22.01.2009, 11:50 Uhr)
Ratschläge
"Gaddafi gibt Obama Tipps
Libyens Präsident Muammar Gaddafi hat Presseberichten zufolge am Mittwoch gutgemeinte Ratschläge an den neugewählten US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama übermittelt. Man solle Osama bin Laden eine Chance geben, sich zu ändern. Es gäbe positive Signale aus der Richtung Al Kaidas. Gaddafi, der per Satellit von Libyen aus zu amerikanischen Studenten der Georgetown Universität sprach, erklärte, Terrorismus sei ein Zwerg, kein Riese. Zudem forderte er einen einzigen Staat für sowohl Palästinenser als auch Juden, den man „Isratine“ nennen könnte. „Wenn die Juden keine Ein-Staat-Lösung akzeptieren, dann können sie ja nach Hawaii, Alaska oder auf eine Insel im Pazifik auswandern. Sie können friedlich zusammen in einer isolierten Umgebung leben“, so Gaddafi."
(Nachrichten aus Israel)
Ammit (20.01.2009, 23:17 Uhr)
@Margrit1
Lesen geht vor Schreiben!
Margrit1 (20.01.2009, 22:04 Uhr)
wie wäre es eigentlich
..wenn diese Kanzlerin mal ihren Mund hielte? Sie kennt offenbar nicht mal mehr die Formen der Höflichkeit. An einem Tag der Amtseinführung statt zu gratulieren, gleich zu fordern ist nun wirklich mehr als unterirdisch.
Was glaubt eigentlich Fraue Merkel, wer sie ist, dass sie immer nur fordert.
Obama wird sein Land in Ordnung bringen, dazu ist er auch da. Es wäre gut, Frau Merkel täte das auch endlich mal. der braucht sie Hilfe von Außen? Kriegt sie alleine nichts hin? So sieht es nämlich bald aus. Denn bis jetzt waren ihre Krisen"Schirme" nur Murks
Lieber Gott, erlöse uns bitte im September von dieser FDJ-Frau
Meinetwegen setze dort Pippi Langstrumpf hin, die kann auch nicht mehr verkehrt machen, ist aber um ängen liebenswerter
e_lena (20.01.2009, 19:56 Uhr)
wie wäre es ....
mit einer Abwrackprämie für Frau Merkel....es ist doch echt nicht mehr zu fassen ...............
chatahootchee (20.01.2009, 17:01 Uhr)
DEUTSCHE VERGANGENHEIT
- kein Problem damit hier in Georgia. Nur einmal eine Konfrontation - typischerweise mit einem eingewanderten Herrn aus Polen.
Aber es ist schon Tatsache, dass D keine Rolle hier in den Medien und der Politik spielt. Wir haben genug Probleme und, ich sage es noch einmal, BHO soll Politik fuer dieses Land machen und er soll seine Chance bekommen.
Gisella (20.01.2009, 16:30 Uhr)
an meine
Mitstreiter-nicht ärgern-fact ist-niemand mag uns -die Deutschen-wirklich. Nicht unsere EU-Mitgiedsländer und auch das Ausland-überm Teich nicht.Was sie lieben , ist unser Geld-alles andere können wir auch unserer Überheblichkeit-siehe Frau Merkel-zu schreiben. Obwohl-wir haben uns in den 20 Jahren unseres USA -Lebens immer versucht anzupassen-da hat man uns dann immer unsere Vergangenheit vorgeworfen.Wie man es macht, man macht es immer verkehrt.-Es ist immer gut, vor der eigenen Haustüre zu kehren, dann hat unsere Presidentin genug zu fegen.
utospatz (20.01.2009, 16:30 Uhr)
Kennst du den Unterschied zwischen
Barack und Fr.Dr.Merkel?
Wenn eine Frau Dr.Merkel am Brandenburger Tor eine Volksrede ankündigt, flüchten 60% der sogenannten Deutschen zum Ballermann nach Malorca!
Ammit (20.01.2009, 15:14 Uhr)
@gallagher
Zu früh gefreut: ich habe gesagt, dass ich im Ausland gewohnt habe, von der Schweiz war keine Rede. Dass uns die Schweizer nicht mögen, ist eine weit verbreitete Tatsache. Wahrscheinlich haben Sie sich eher an die schweizer Mentalität gehalten...
Gallagher (20.01.2009, 14:52 Uhr)
@Ammit
ZITAT Ammit:
"Wenn Sie es in Deutschland doch so schrecklich finden, dann wandern Sie doch in die Schweiz aus. Sie werden sich wundern, wie wenig uns die Schweizer leiden können und wieviel Hass und Unfreundlichkeit gegenüber Deutschen Ihnen entgegengebracht wird."
.
Das wundert mich nicht, dass Sie diese Erfahrung gemacht haben! Ich habe 10 Jahre in Zumikon gewohnt, mich pudelwohl gefühlt und viele liebe Menschen kennen gelernt!
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