6. April 2012, 13:00 Uhr

Initiatoren der Kony-Kampagne antworten auf Kritik

Die Kampgane gegen den ugandischen Massenmörder Joseph Kony geht weiter: Auf der Seite der US-Initiatoren ist ein neues Video zu sehen, in dem die Organisation Stellung zur Kritik an ihrem Vorgehen bezieht.

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Eine Szene aus dem neuen Video der Kampagne, die die Festnahme des afrikanischen Massenmörders joseph Kony fordert©

Die Macher der Kampagne zur Festnahme und Verurteilung des berüchtigten ugandischen Rebellenführers Joseph Kony haben ein weiteres Video ins Internet gestellt. Der 20-minütige Film sei eine Antwort auf die Kritik an ihrem Vorgehen, teilte die US-Kinderhilfsorganisation Invisible Children mit Sitz im kalifornischen San Diego am Donnerstag mit. Zugleich rief sie für den 20. April zu einem Aktionstag zur Festnahme des Befehlshabers der Lord's Resistance Army (LRA, Widerstandsarmee des Herrn) auf.

In dem neuen Film würden die Beweggründe für die im März gestartete Kampagne erläutert, Fortschritte mitgeteilt und weitere Wege aufgezeigt, "die Gewalt der LRA zu stoppen", erklärte der Direktor von Invisible Children, Ben Keesey. Das erste halbstündige Video "Kony 2012" klickten mehr als 100 Millionen Menschen im Internet an. Der Organisation Invisible Children wurde unter anderem vorgeworfen, eine vereinfachende, veraltete und undifferenzierte Sicht auf die LRA und den Konflikt in Uganda zu vertreten. Der Macher des Films war Ende März in San Diego nackt und verwirrt auf offener Straße aufgegriffen worden.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag sucht Kony wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Mord, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung von Kindern. Die LRA wurde ursprünglich gegründet, um für die Interessen der nordugandischen Volksgruppe der Acholi zu kämpfen, heute gilt sie als eine der brutalsten Rebellengruppen der Welt. Die LRA trat erstmals Ende der 1980er Jahre im Norden Ugandas in Erscheinung und ist heute vor allem im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, in Zentralafrika und im Südsudan aktiv.

mlr/AFP
 
 
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