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Verluste an allen Fronten: Die Niederlage des IS ist nicht mehr aufzuhalten

Dem IS stehen große Niederlagen bevor. Im Irak und in Syrien ist das Terroristen-Kalifat in der Defensive. Die IS-Gegner stoßen auf Mossul im Irak vor. Die Wüstenstadt Palmyra in Syrien steht vor dem Fall.

  Assads Truppen an einer strategischen Kreuzung vor der Stadt.

Assads Truppen an einer strategischen Kreuzung vor der Stadt.

Der IS wird in seinen Kerngebieten endlich massiv zurückgedrängt. In Syrien und im Irak haben derzeit die IS-Gegner die Oberhand. Die einen mithilfe Russlands, die anderen mit amerikanischer Unterstützung. US-Medien berichten, dass ISIS-Vize-Chef Abdel Rahman al-Kaduli bei einem US-Angriff getötet worden sei.  Im Irak müssen sich die Soldaten erst noch mühsam an die Großstadt Mossul heranarbeiten. Mit einer Eroberung von Mossul ist in den nächsten Tagen ist nicht zu rechnen. Doch die Terroristen bremsen nur den Vormarsch, sie werden keine Trendwende mehr herbeiführen können. Am Boden nehmen die Truppen Assads in Syrien den IS in die Zange. Mithilfe Russland haben sie ihre Positionen so ausgedehnt, dass die Wüstenstadt Palmyra vor dem Fall steht. 


Waffenstillstand hilft Assad

Assad steht unmittelbar vor einem spektakulären Sieg. Die Chance dazu hat ihm paradoxerweise der Waffenstillstand in Syrien gegeben. Das Regime in Damaskus hat zwar in jeder Phase des Krieges über kampffähige Truppen verfügt – aber die reichten nie aus für einen Krieg an allen Fronten. Der Waffenstillstand mit vielen Rebellengruppen führt nun dazu, dass Assad seine Elitetruppen auf die restlichen Gegner konzentrieren kann. Bei den Verbänden handelt es sich um ein wildes Gemisch aus Armeetruppen, Hisbollah-Einheiten und Milizionären. Auf den Fotos der Staatsmedien ist gut zu erkennen, dass selbst Afghanen für Assad ins Gefecht ziehen.


Kampf um die Hügel

Der Kampf um die Wüstenstadt Palmyra wird nicht in den Häuserkämpfen innerhalb des Stadtgebiets entschieden. Der IS hat die Stadt bereits verloren, als er die Stellungen in den beherrschenden Hügelketten vor Palmyra aufgeben musste. Dort versuchten die Kämpfer des IS den Gegner aufzuhalten, obwohl sie keine  Aussicht auf Erfolg hatten. In dem offenen Gelände wurden ihre Stellungen von der Artillerie der Assad-Anhänger zerschlagen. Deren Ausrüstung hat sich seit der russischen Intervention entscheidend verbessert, sie verfügen nun über russische Raketenwerfer im XXL-Format, selbst die gefürchteten Raketenwerfer vom Typ TOS-1a waren vor Palmyra im Einsatz.


Putin kämpft mit

Hinzu kommt die russische Luftwaffe. Denn die ist keineswegs vollständig aus Syrien abgezogen worden, genau genommen wurde das russische Kontingent von Putin nur auf eine Stärke wie zu Beginn des Syrien-Einsatzes zurückgefahren. Experten beobachten zudem eine neue Zusammensetzung der russischen Kräfte. Es gibt weniger Kampfflugzeuge für Angriffe aus großer Höhe, stattdessen soll der Kreml mehr Kampfhubschrauber nach Syrien verlegt haben. Darunter befinden sich auch die Typen Mi-28 und KA-52, die zu den modernsten der Welt gehören. Ihre Aufgabe  ist die unmittelbare Unterstützung von Bodenkämpfen, so wie jetzt in Palmyra. Und auch auf dem Boden mischen die Russen mit Spezialeinheiten mit. Nachdem am Donnerstag ein russischer Offizier getötet wurde, teilte der Kreml offiziell mit, dass russische Soldaten zur Aufklärung und zum Leiten von Artillerie- und Luftangriffen direkt an der Front sind.


Dieser Feuerkraft konnten die Kämpfer des IS nichts entgegensetzen. Vor einigen Tagen besetzten die Truppen Assads die Hügelketten westlich der Stadt, damit beherrschen sie Gelände und Straßen bis zum Stadtzentrum. In den Ausläufern der Stadt konnten sie bereits einige Gartenanlagen, antike Ruinen und nun auch die symbolisch wichtige Zitadelle einnehmen. Unklar ist jetzt nur, ob sie die Entscheidung durch einen Vorstoß durch die Stadt suchen werden oder versuchen, weitere Höhen nördlich des Stadtgebiets einzunehmen und auf diese Weise die Stadt einzuschließen.


Sprungbrett für Assad

Für Assad wäre die Eroberung von Palmyra nicht nur ein massiver Prestigegewinn, er würde damit auch die Kritik entkräften, seine Truppen würden nur gegen Rebellen, aber nicht gegen den IS kämpfen. Strategisch ist die Stadt nur ein Sprungbrett. Nach der Einnahme könnten Assads Truppen weiter nach Westen Richtung As Sukhnah vorstoßen, um so die eingeschlossenen Regierungstruppen in Deir ez-Zor zu ersetzen. Dieser Vorstoß würde das Herrschaftsgebiet des IS in zwei Teile trennen.

Bodenangriffe an zwei Fronten, dazu zermürbende Luftangriffe von Russen und Amerikanern. Das IS-Kalifat wird kaum die vereinte Macht dieses Zangenangriffs abwehren können. Zumal Rakka, die Hauptstadt des IS, jederzeit von den Kämpfern der Syrischen Demokratische Kräfte (SDF) bedroht werden kann.

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