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24. Oktober 2007, 10:40 Uhr

"Ein Kurdenstaat wäre keine Lösung"

Die Türkei steht kurz vor einem Einmarsch in den Nordirak. Der Konflikt in der ölreichen Region droht zu eskalieren. Im stern.de-Gespräch erklärt Heinz Kramer von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mögliche überregionale Auswirkungen und erläutert politische Lösungsansätze.

Schon bald auf dem Weg in den Nordirak? Türkische Soldaten suchen Mienen auf einer Straße in der Provinz Sirnak im Südosten der Türkei© DPA

Hat der Konflikt zwischen kurdischen Rebellen und türkischen Soldaten im Nordirak auch überregionale Auswirkungen ?

Ja, denn auch die Nachbarn Iran und Syrien sind quasi beteiligt, denn sowohl in Syrien als auch im Iran gibt es kurdische Minderheiten, die in ihren Ländern Autonomie fordern. Das Problem ist jedoch in der Türkei am größten, denn dort leben ca. 55 Prozent der gesamten kurdischen Bevölkerung der Region. Iran und Syrien befürchten daher zu recht, dass Auseinandersetzungen zwischen türkischem Staat und PKK auch Konsequenzen für ihr Kurdenproblem hätte. Ausserdem muss man damit rechnen dass eine längere militärische Auseindersetzung zwischen der türkischen Armee und der PKK im Nordirak zur weiteren Destabilisierung des gesamten Irak führt - und das hätte für die ganze Region Konsequenzen.

Wäre die Aufteilung des Iraks in drei Teile mit einem eigenständigen Kurdenstaat die Lösung des Problems?

Nein, denn das größte Problem im Irak, der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten um die Vorherrschaft am persischen Golf, hinter der auch ein Ringen schiitischer und sunnitischer Kräfte um die Dominanz in der Region steht, würde nur verlagert und nicht gelöst. Außerdem könnte es zu Spannungen zwischen einem Kurdenstaat und den sunnitisch bzw. schiitisch dominierten Teilen kommen, da eine "saubere" ethnisch oder religiös definierte Aufteilung des Irak nicht möglich ist.

Geht damit die Angst vor Terror einher?

Der Terrorismus im Irak würde bei einer Teilung des Landes sicher eingedämmt, aber nicht völlig beseitigt. Und der PKK-Terror gegen die Türkei würde davon wahrscheinlich kaum berührt, da seine Ursache wenig mit der staatlichen Regelung des Irak zu tun hat.

US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, der Zusammenhalt des irakischen Staates sei bei einem Einmarsch der Türkei im Nordirak in Gefahr

Diese Gefahr besteht eher durch die inner-irakischen Gegensätze zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten und Sunniten sowie deren blutigen Auseinandersetzungen um die Macht im Land.

Was wäre ein weiterer, potentieller Konfliktherd?

Sicherlich könnte wegen der großen Erdölreserven im Norden des Landes, den die Kurden zurzeit ziemlich unangefochten beherrschen, ein Streit entstehen. Nämlich dann, wenn die irakische Kurdenführung über die Öleinnahmen exklusiv verfügen wollte. Bisher ist die Übereinkunft, dass das Öl allen Gruppen im Irak gehört.

Viele befürchten, dass bei einem Einmarsch der Türkei im Irak alle Dämme brechen könnten und dann auch die Nachbarn Syrien, Iran oder Saudi-Arabien Interessen äußern würden

Das sehe ich nicht, so lange eine militärische Offensive nur auf die Unterwerfung der PKK zielt. Das wäre kein Großangriff auf den Nordirak. Eine solche Militäraktion würde keine destabilisierende Folgen für das ganze Land haben.

Wie könnten politische Lösungsansätze aussehen?

Ein Amnestie-Angebot für die einfachen PKK-Kämpfer wäre ein Ansatz, denn was sind die Häuptlinge schon ohne Indianer? Das lehnt die türkische Regierung bislang aber ab. Langfristig würde eine Anerkennung der kurdischen Identität in der Türkei, durch eine Akzeptanz von Zweisprachigkeit in den überwiegend von Kurden bewohnten Gegenden im Südosten des Landes, sicher mehr bringen. Generell würde die Attraktivität der PKK in dem Maße zurückgehen, wie die Lebensverhältnisse der Menschen in den Kurdenprovinzen gezielt und nachhaltig verbessert werden. Denn die kurdischen Gebiete sind eindeutig das Armenhaus der Türkei.

Zur Person

Zur Person Heinz Kramer (62) ist bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Forschungsgruppenleiter EU-Außenbeziehungen. Er berät die Herausgeber der Zeitschrift "Turkish Studies" und befindet sich zurzeit auf einer Forschungsreise vor Ort.

Interview: Tonio Postel
 
 
KOMMENTARE (10 von 37)
 
Clibanarius (28.10.2007, 15:33 Uhr)
Selbst hierzulande...
....wo PKK-Terroristen weitgehend frei agieren können habe ich keine türkische Kurden angetroffen, die offen mit der PKK sympathisieren würden. Ja, nicht mal annährend die krude Ideologie und Lügen unterstützen würden, geschweige deren Verbrechen. Wohlgemerkt rede ich vom realen Leben. Die wenigen Sympathisanten bleiben wohl unter ihresgleichen oder verschanzen sich hinter ihren Monitoren neben der warmen Heizung und verbreiten die übliche PKK-Propaganda.
cankaya (28.10.2007, 15:14 Uhr)
Ausserdem !!!!
Irgend wann werden die Amis wieder abziehen. Dann sind wir wieder unter uns..mal sehen was die PKK und ihre Beführworter dann machen?
cankaya (28.10.2007, 15:12 Uhr)
Sanktionen gegen Nord Irak..
sind nicht mehr weit und haben zum Teil schon angefangen. Wenn die Türkei mit dem Irak seine wirtschaftliche Zusammenarbeit abstellt, ist es aus mit dem Wohlstand, der in 2003 begann. Den Kurden im Nord Irak wird das sicher nicht gefallen. Ich sage nur " DIE PKK IST DER GRÖSSTE VOLKS-VERAERTER UND FEIND DER KURDEN.
Balaban (28.10.2007, 15:02 Uhr)
@Dersimli
Entscheide dich mal was du uns vorwerfen wills. Undem du alles scheis dieser Welt zusammenzähllst und irgendwie mit der Türkei in Verbindung brings wirst sicher kein ernst zu nehmender Diskiossionpartner. Was wills der Türkei gentlich Vorwefen Islamismus oder Kemallismus beides zusammen geht definitif nicht.
Ens ist doch klar die PKK schadet neben der Türkei in erster lienie den Kurden selber. Weil sie den osten unsicher machen traut sich die Industrie dort nicht nicht, weil sie Schulen bombadieren und Lehrer erschissen bleiben eure Leute der Bildung fern, Weil sie Krankenhäuser Bombadieren und Ärtzte erschissen sterben eure Frauen bei einfachen Geburten ect. ect.
Hört ihr verkappten PKK Sympathisanten und Anhänger endlich auf mit eurer Gewallt und den Lügen.
Was Ibrahim Tatleses macht ist wahrer Patriotismus er hilft seinen Leuten um Osten in dem er dort Arbeitsplätze schaft und für die Leute dort spendet und sie nicht tötet wie ihr PKK Leute!
Was glaubst du wie viel allein Türken spenden damit es euch im Osten besser geht, das ist warer Patriotismus nicht indem man alles tut damit der Menschen dort kein schritt weiterkommen.
Es macht mich einfach sauer wen diese PKK leute Lügen und sich selbst als Freiheitskämpfer glorifizieren. Sie verdienen ihr Geld mit den abschäulichten und dreckigsten Methoden. Sie sind sich nicht zu schade für Schutzgeld, Drogen, Menschenhandel und Morde und mit sowas will ein vernunftiger Mensch sympathisieren?
Das sind keine Freiheitskämpfer das sind Freiheitsräuber und Mörder der schlimmsten sorte!
Clibanarius (28.10.2007, 12:21 Uhr)
Jaja...
...und die marxistisch-stalinistischen Terroristen vom PKK sind der Hort und Inbegriff von Demokratie nach westlichem Begriff. Lügen und Verdrehungen von Sachverhalten werden auch dann nicht wahr, wenn sie ständig wiederholt werden, wie z.B. die pausenlos wiederholte Leier, türkische Kurden wären nicht frei.
Dersimli (28.10.2007, 11:22 Uhr)
Die Türkei wird es nie lernen.....
- Mit Gewalt kann man keine politischen Probleme lösen...
- Die Türkei hat die Wahrheit nicht gepachtet, die Manipulation der Massen bringt nur noch mehr verderben....
- Milosevic hat auch kein Albanerproblem gesehen, die Amerikaner habe es ihm deutlich gezeigt....
- Für Saddam gab es auch kein Kurdenfrage, die Amerikaner haben es ihm gezeigt....
- In Bulgarien wurden auch Türken geleugnet und umbenannt, nun sind sie frei und haben ihre eigene Partei...
Wer nicht lernt tritt von der politischen Bühne ab....
Nun ist der Kemalismus dran, die letzte totalitäre Ideologie, die Tage des Kemalismus sind gezählt....
Die TR steht vor dem Scheideweg entweder westliche Demokratie oder Islamismus.....
Die Türken sind Opfer und Täter in diesem Konflikt, wie die Deutschen im 3. Reich, irregeführte für die Phantasien der Kemalisten....
magic_whispering (28.10.2007, 10:04 Uhr)
@Balaban
wenn man Dein Statement liest, dann sollten Dir eigentlich Parallelen auffallen.
Man unterstellt den Türken sie hassen alle Kurden und wollen sie ausrotten.
Man unterstellt den Deutschen sie hassen alle Türken.
Das ist so aber nicht wahr. Wie ihr viele Kurden in Führungspositionen habt, haben wir hier auch viele Türken, die anerkannt sind und sei es nur der Dönerbudenbesitzer, desses Laden sehr sauber ist und man hundertprozentig weiß, dieser dreht einen niemals einen Döner mit Gammelfleisch andreht.
Da hat man als Gefühl auch dieser Türke ist in Deutschland angekommen. Er hört nicht auf Türke zu sein, aber er geht ein Stück weit auf die Menschen zu in dem Land welches er sich entschlossen hat leben zu wollen.
Er ist als Türke präsent ohne einen zu erdrücken. Er lebt die türkische Kultur ohne die Deutsche zu ignorieren oder als schlecht hinzustellen.
Menschen verschiedenen Glaubens sollten zusammenleben können, niemand sollte aber seinen Glauben so nach außen tragen, dass die Menschen anderen Glaubens das Gefühl haben, daß man überrannt werden soll.
Es geht doch weder in der Türkei noch in Deutschland um die Türken, die auf die Menschen zugehen und die anderen mit ihrer Kultur, Religion und Mentalität akzeptieren.
Man muss doch die Menschen in Deutschland verstehen, wenn einem die Parallelgesellschaften Angst machen.
Wenn alles so vertrauenserweckend wäre, wieso kann man sich dann in diese Stadtteile nicht mehr herantrauen. Sie sind meistens irgendwie dunkel und Menschen sind bis auf das Gesicht verhüllt. Sie sind oft dunkel gekleidet und das wirkt bedrohlich. Dann das Stimmengewirr was man nicht versteht.
So haben sich dann diese bestimmte Gruppe Türken abgesondert und die Stadtteile, die sie beherrschen werden immer größer. Jetzt werden Moscheen in Deutschland gebaut, die auch immer größer und pompöser werden. Das macht auch wieder Angst.
Nicht, weil man den Türken ihre Religion nicht gönnen will, sondern
weil man das Gefühl hat, sie wollen damit dokumentieren, seht her, wie gewinnen Macht über Euch.
Es wird immer nur hin- und herdiskutiert, Verhälntis Türken zu Deutschen oder Türken zu Kurden.
Niemand fragt aber die Menschen was ihnen Angst macht. Vielleicht ist es leichter zu sagen, es ist Hass, weil man da keine Erklärung liefern muss.
Bei Angst müsste man sich ja die Mühe machen zu zeigen, dass man keine Angst haben braucht.
Balaban (28.10.2007, 03:18 Uhr)
Wollen wir doch garnicht!
Ich hab mich hier mal durchgelessen und bin eigentlich kaum erstaunt über die Lügen die hier erzähllt werden, man ist es ja nicht mehr anders gewohnt.
Viele schreiben hier die Türkei wird es nie schaffen die Kurden zu vernichten und änlichen MIST. Damit es alle wissen. Die Türkei will die Kurden nicht vernichten!
Es wurden in der Vergangenheit sicher Fehler gemacht und der Staat hat das ein oder andere mal über das Ziel geschossen bei der bekämpfung des PKK Terrors. Die PKK vergiftet unsere Herzen und sät Hass, leider wird es immer wieder Menschen geben die diese taten auf alle Kurden übertragen. Ich als Türke und Moslem weis wovon ich rede in Deutschland muss ich mich oft mit Vorurteilen gegen meine Person währen.
Tatsache ist aber die Kurden werden bei uns nicht unterdrückt.
Wen das so wäre wie ist es möglich das die Türkei ein Kurdischen Staatoberhaupt hatte. Wie ist es möglich das sehr Viele Stars in der Türkei Kurden sind? Eine Kostprobe gefälligst?
Ibrahim tatleses, Mahsun Kirmizigül, Emrah, Yavuz Bingöl, Mustafa Keser, Mahmut Tuncer, Nur Ertürk, Murat Kekilli, Özcan Deniz, Belkis Akkale, Arif Sag oder Ferdi Tayfun. Das sind nur die Stars die mir aus dem Stehgreif einfallen.
Ich hab schon mermals (auch hier im Forum und andere Foren) eine erklärung gefordert wie das möglich ist wen wir Türken die Kurden so hassen aber nie eine Antwort erhallten!
M.I.T. (27.10.2007, 12:03 Uhr)
(P)olitische (K)inder (K)acke
Mahir mein Lieber, Ihr spricht immer von den "Kurden" und suggeriert somit eine Mehrheit für eure veralteten Seperationsfantasien. Weder die PKK noch Du vetreten hier die "Kurden". Ihr vertritt wenn überhaupt eine Politik der Gewalt einer radikalen Minderheit genannt PKK! Das wäre so, als wenn sich hierzulande die NPD durch die Gegend bomben würde mit der Begründung, sie alleine vertrete das Deutsche Volk. Oder besser noch die Nachbarn wie Polen, Lettland und Littauen mit Sprengsätzen in die Luft jagen würde,weil diese Gebiete ja eigentlich Pommern, Ost- und Westpreußen sind!?!?
Auch wenn in der Türkei über 11 Mio Kurden leben, unterstützt doch nicht einmal 1/100 der Kurden die PKK. Ihr seid eine Randgruppe, radikale Marionetten, die eigentlich nur bestimmte politische Interessen durchzusetzen versuchen.
Und diese hülsenhaften Aussagen von kurdischen Volksaufständen....!Ich bitte euch, natürlich gibt es in einer Demokratie immer auch Gruppen und Bewegungen, die gegen die Regierung sind und natürlich sind innerhalb von 100 Jahren hier und da in der Türkei zu Ausschreitungen gekommen. - Aber, und hier liegt der kurdische Hund begraben, kann man hier sicher nicht von einem "Volksaufstand" berichten, da es stets lokale Ereignisse waren. Demonstrationen eben, die in JEDEM LAND und in JEDER DEMOKRATIE vorkommen. Und da das Temperament der Südländer bekannt ist, wissen wir doch alle, wie schnell die Gemüter durch einige "Zuflüsterer" aufgeheizt werden können.
Und übrigens gab es auch schon ganz andere Aufstände in der Türkei, nicht nur in den Kurdengebieten. Dafür ist dann die Staatsmacht zuständig, um die Öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Und so geschiet dies überall in der Welt, in Deutschland, Frankreich, USA, Venezuela und co. Es ist immer amüsant zu beobachten, wie die PKK stets nach Strohhälmen sucht, um ihre verblendeten Anhänger von ihrer "Wahrheit" zu überzeugen. Aber, noch gibt es wohl genug Dummköpfe, die auch für einen Dersimli hier in Deutschland sein Leben lassen, also für eine politische Gruppierung , die mit 3-4% Sympathisaten im Volk meint , das Sagen haben zu wollen! 3-4% bedeuten nichts in der Politik und da hilft auch kein auf der Stelle treten, Schreien und um sich schlagen wie ein Kleinkind. Die PKK ist und bleibt ein "NICHTS" und die Türkei in ihren Grenzen unantastbar.
Wenn ich schon sehen, wie hier in Hamburg damals die PKK ihre Leute mit Bussen angekart hat, mußte ich leicht schmulzen. Ich meine 70.000 Menschen aus der Türkei Leben in Hamburg. Weitere tausenden im Umland. Und die PKK schafft gerade mal ein Dutzend Busse zu füllen, um in Hamburg bei einer Demo ihre Meinung zu präsentieren. Noch Lustiger ist der Umstand, dass eigentlich nur Väter in den PKK-Vereinen sind und diese in diesen Bussen ihre Frau und 5 Kinder angekart haben, damit das irgendwie nach viel viel Menschen aussieht. Mehr als ein Familienausflug von ca. 100 Familien war diese Inszenierung nicht. 100 Familien wohlgemerkt von über 70.000 in Hamburg.
Wir sind nun im Endspiel und die Türkei und ihr Volk sind bereit jeden Preis für ihre Freiheit zu bezahlen. Sind ja nur noch 40 Jahre, bis die ölreichen Kurdengebiete politisch unbedeutend werden und ins Mittelalter zurückfallen, wenn die radikalen Gruppen so weiter machen....
natorum (27.10.2007, 10:44 Uhr)
Dersim
oohh wie humanistisch das alles aus Dersimlis Kommentar klingt.Wie waren denn die Frauen damals?Intellektuell hochgebildete Tuncelimaedchen?Vom Ehrenmord keine Spur,alles so schön demokratisch?Und diese miesen Türken haben alles verdorben.lol:)Für so manche waere Schachrazat ein passender Benutzername.
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