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5. August 2009, 06:50 Uhr

Clinton bringt Journalistinnen nach Hause

In offizieller Mission war der frühere US-Präsident Bill Clinton angeblich nicht unterwegs, Erfolg hatte er dennoch. Clinton und die beiden von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il begnadigten US-Reporterinnen landeteb an Bord einer Sondermaschine in Los Angeles. Die Begnadigung war wohl schon vor Beginn der Visite verabredet worden.

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Ab nach Hause: Laura Ling (l.) und Euna Lee auf dem Weg zum Flieger nach Los Angeles© Xinhua/Zhang Binyang/Reuters

Nach dem überraschenden Besuch des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in Pjöngjang hat Nordkorea Laura Ling und Euna Lee, die beiden inhaftierten amerikanischen Journalistinnen, begnadigt. Staatschef Kim Jong Il habe einer Bitte Clintons entsprochen und die Freilassung der beiden Frauen angeordnet, meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Clinton war zuvor am Dienstag als erster hochrangiger US-Politiker seit neun Jahren mit Kim zusammengetroffen. Am Mittwochmorgen (Ortszeit) verließ er mit den beiden Reporterinnen an Bord einer Sondermaschine das Land. Nach der Landung in Los Angeles berichtete Laura Ling von der Freilassung. "Noch vor 30 Stunden waren wir Gefangene in Nordkorea", sagte sie. Dann seien zu einem Treffen zitiert worden. "Als wir den Raum betraten, sahen wir Bill Clinton. Da wussten wir in unserem Herzen, dass unser Alptraum ein Ende findet", sagte die junge Frau unter Tränen. "Die letzten 140 Tage waren die schwierigsten in unserem Leben." Euna Lee wurde von ihrem Ehemann begrüßt und drückte ihre vierjährige Tochter lange an sich.

Freilassung offenbar schon abgesprochen

Offenbar hatte Nordkorea die Freilassung bereits vor der Reise des Ex-Präsidenten zugesagt. Den Familien der beiden Frauen sei im Juli signalisiert worden, dass das kommunistische Land einen Besuch Clintons zu Verhandlungen wünsche, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Dienstag in Washington. Der Ehemann von Außenministerin Hillary Clinton habe die Reise aber erst nach der Zusage einer Freilassung angetreten. Demnach war Nordkorea auch damit einverstanden, den Fall nicht mit dem Konflikt um sein Atomprogramm zu verknüpfen.

Laura Ling und Euna Lee waren im März im Grenzgebiet zu China festgenommen und im Juni zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden - unter anderem wegen illegaler Einreise. Ling und Lee waren für Current TV im Einsatz, ein Fernsehangebot, das vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore mitgegründet wurde. Clinton habe "höflich" eine mündliche Botschaft von US-Präsident Barack Obama übermittelt, hieß es am Dienstag in einer Meldung der Nachrichtenagentur KCNA. Kim habe sich dafür bedankt. Bei dem Gespräch habe es einen "weitreichenden Meinungsaustausch" gegeben. Washington betonte zwar, dass Clintons Reise rein privater Natur gewesen sei, das nun erzielte Ergebniss dürfte allerdings ganz im Sinne der Regierung Obama sein, der bekanntlich auch Clintons Ehefrau Hillary angehört - und zwar als Außenministerin.

Empfang mit Blumen

Bei der Ankunft auf dem Flughafen von Pjöngjang wurde Clinton von Vizeaußenminister Kim Kye Gwan und einem ranghohen Vertreter des Parlaments begrüßt. Sogar Blumen gab es für den Gast aus Washington. Ein Mädchen überreichte dem lächelnden Besucher einen Strauß, wie Aufnahmen der Fernsehnachrichtenagentur APTN vom Flughafen zeigen. Clinton ist in Nordkorea in guter Erinnerung, da das Verhältnis zu den USA in seiner Regierungszeit vergleichsweise entspannt war. Der ungewöhnlich warme Empfang kommt in einer Zeit zunehmender Spannungen zwischen beiden Staaten, da das kommunistische Nordkorea seine Atom- und Raketenrüstung forciert. Kim Kye Gwan ist auch Chefunterhändler im Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft.

Der letzte ranghohe Gast aus Washington, der mit Kim Jong Il zusammentraf, war im Jahr 2000 die damalige Außenministerin Madeleine Albright. 2001 begann mit dem Amtsantritt von George W. Bush im Weißen Haus die bis jetzt andauernde Eiszeit. Nach dem Amtsantritt von Obama hat Nordkorea verstärkt sein Interesse an direkten Verhandlungen mit den USA bekundet. Das Verhältnis wurde aber durch die jüngsten Atom- und Raketentests belastet. Außenministerin Hillary Clinton verglich das Regime in Pjöngjang unlängst mit einem kleinen Kind, das auf sich aufmerksam machen wolle. Daraufhin erklärte das nordkoreanische Außenministerium, die Ministerin sei eine "komische Dame", die die elementare Etikette der internationalen Gemeinschaft nicht kenne. Manchmal wirke sie wie ein kleines Schulmädchen.

Die USA und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Im Bemühen um die Freilassung der beiden Journalistinnen war Ex-Präsident Clinton immer wieder als möglicher Unterhändler im Gespräch, ebenso wie sein ehemaliger Vizepräsident Gore.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Henning100 (06.08.2009, 11:01 Uhr)
Die Befreiung in Ehren,
aber trotzdem bleibt bei mir ein fader Nachgeschmack. Das erinnert mich an 1955, als Old-Conny mal kurz nach Moskau flog, und alle deutschen Kriesgefangenen freikamen. Der hat sich doch danach auch mit fremden Federn geschmueckt......
aroldaski (05.08.2009, 15:24 Uhr)
Gut gemacht Bill!
Eine schöne Story. Ein ehemaliger US-Präsident fliegt kurzer Hand nach Nordkorea und verbürgt sich erfolgreich für zwei US Journalisten. Eine tolle Aktion, wie ich finde. Gut gemacht Bill!
JimPanse (05.08.2009, 11:56 Uhr)
@peterpan: Weiss nicht...
...was ihr Kommentar in diesem Thread zu tun hat. Ärger verständlich, interessiert aber Keinen hier.
Zum Thema: Es ist höchst erfreulich, dass die beiden Journalistinnen endlich frei gekommen sind. Eine Begnadigung durch den barmherzigen Vorsitzenden Kim war eigentlich abzusehen. Ein fader Beigeschmack der aber bleibt: Was haben die USA im Gegenzug geleistet, ausser vlt. Propaganda Material für Kim, der den vermeindlichen Riesen USA zum Bittsteller gemacht hat? Und werden die beiden Journalistinnen mit diesem PR Steilpass nun durchstarten? Rotation auf allen Talkshows und ein Buch "Meine Tage in Haft bei Kim"? Bleibt abzuwarten. 1:0 für Nordkorea.
peterpan1001 (05.08.2009, 11:22 Uhr)
@ stern zensor
warum wurden dei sauerland v-mann kommentare gelsöcht?
was ist ausländerhetze an folgenden kommentar:
da wurden ein paar deppen gefunden vom cia und anderen geheimdiensten, damit deutschland endlich auch sein terror theater bekommt?
ps
habe mein stern abo gekündigt
Administrator (05.08.2009, 09:09 Uhr)
@HubertSchmitz
vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
HubertSchmitz (05.08.2009, 07:46 Uhr)
Es ist doch hoffentlich
kein Schuldmädchen, sondern das Schulmädchen, oder?
chatahootchee (05.08.2009, 03:13 Uhr)
EIGENTLICH
wollte ich hier diskutieren,Grund genug gibt es ja, aber die Runde ist einfach zu bloede.
HombreUno (05.08.2009, 01:40 Uhr)
@AnellaG,
dann fehlt bei Ihnen bestimmt auch ein kleines S vor Ihrem Namen.
Hellinvader (04.08.2009, 22:25 Uhr)
Hihi, benadigt, hihihi
hihihi
AnellaG (04.08.2009, 22:19 Uhr)
kleiner fehler !
Da fehlt ein kleines g bei benadigt
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