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Deutschland soll Botschaft räumen

Nordkorea setzt weiter auf Konfrontation: Das Außenministerium empfiehlt mehreren Ländern, ihre Vertretungen in Pjöngjang zu schließen - darunter auch Deutschland. Das Auswärtige Amt prüft die Lage.

  Nordkoreas Regierungschef Kim Jong Un geht weiter auf Konfrontationskurs

Nordkoreas Regierungschef Kim Jong Un geht weiter auf Konfrontationskurs

Nordkorea hat mehreren Ländern empfohlen, ihre Botschaften in der Hauptstadt Pjöngjang zu räumen - darunter auch der Bundesregierung. Das Auswärtige Amt ließ dazu mitteilen: "Die Sicherheit und Arbeitsmöglichkeit unserer Botschaft in Pjöngjang wird angesichts der Eskalation laufend überprüft."

Der Vorschlag zur Räumung ging auch an weitere Länder, darunter China, Russland und Großbritannien. Die britische Regierung sprach von einem Propaganda-Schachzug, mit dem sich Nordkorea als das vermeintliche Opfer einer Bedrohung durch die USA darstellen wolle. Pjöngjang warnte nach britischen Angaben vor Auswirkungen auf die Sicherheit im Falle eines Konfliktes. Das Ministerium habe erklärt, dass die Sicherheit der diplomatischen Vertretungen ab dem 10. April nicht mehr garantiert werden könne, wenn es zu einem Konflikt komme.

Moskau berät sich mit Partnern

Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich besorgt über die Lage. "Wir klären gerade die Einzelheiten, dann treffen wir eine Entscheidung", sagte Lawrow. Russland, das eine gemeinsame Grenze mit Nordkorea hat, stehe im engen Kontakt mit seinen internationalen Partnern.

Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des russischen Außenministeriums schloss eine Evakuierung der Botschaft in Pjöngjang nicht aus. "Vorrang hat die Sicherheit unserer Bürger", betonte der Diplomat. Er warnte vor "unüberlegten Schritten" im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm. "Das Überschreiten der roten Linie kann verhängnisvoll sein." Keine Seite dürfe die Kriegsgefahr auf der Halbinsel weiter schüren.

Bundesregierung warnt Nordkoreas Botschafter

Die Bundesregierung hatte zuvor den nordkoreanischen Botschafter einbestellt und ihn vor einer weiteren Eskalation im Streit mit Südkorea und den USA gewarnt. "Ihm wurde deutlich gemacht, dass die jüngsten Eskalationsschritte Nordkoreas in keiner Weise für die Bundesregierung akzeptabel sind", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Er verwies darauf, dass beim Treffen der Außenminister der acht führenden Industrie- und Schwellenländer (G8) am kommenden Donnerstag in London die Lage auf der koreanischen Halbinsel Thema sein werde. Es werde darum gehen, eine entschlossene und geschlossene Reaktion auf einen "unverantwortlichen Drohkurs" Nordkoreas zu finden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief das Regime in Pjöngjang zu einem Kurswechsel auf. "Atomwaffen sind kein Spielzeug", sagte der Südkoreaner in Madrid. Es bestehe die Gefahr, dass der Konflikt außer Kontrolle gerate.

Zweite Rakete verlegt - "Geburtstagsüberraschung"?

Nach Informationen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap ließ das Regime in Pjöngjang eine zweite Mittelstreckenrakete an die Ostküste des Landes verlegen. Die Raketen haben eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern und könnten Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Insel Guam im Pazifik treffen.

Ein ranghoher Militär aus Südkorea mutmaßte, dass die Raketen als "Überraschung" abgefeuert werden sollen. Anlass könnte der 101. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung am 15. April sein, wie Beobachter vermuteten. Dafür spreche, dass die Raketen auf mobile Abschussrampen installiert und anschließend versteckt worden seien. Unklar sei, ob sie für eine Militärübung oder einen Test verlegt worden seien, zitiert Yonhap den Militär.

Südkorea schickt Radartechnik

Als Reaktion entsandte die südkoreanische Marine zwei mit speziellem Radar ausgestattete Zerstörer, um einen möglichen Raketenstart aufzuzeichnen.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als äußerst gespannt. Pjöngjang hatte als Reaktion auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt. Am Samstag rief Pjöngjang den "Kriegszustand" im Verhältnis zu Südkorea aus. Als weitere Eskalationsstufe drohte das kommunistische Regime den USA offiziell mit einem Atomschlag. Allerdings bezweifeln Experten, dass das Land auf Jahre hinaus in der Lage sein wird, US-Festland mit einer Atomrakete zu treffen.

fw/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters

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