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14. August 2007, 10:11 Uhr

Hunderte Tote nach Unwettern

Im verarmten Nordkorea haben heftige Regenfälle Teile des Landes verwüstet, hunderte von Menschen kamen ums Leben oder werden vermisst. Mehr als 30.000 Häuser sollen zerstört worden sein ebenso wie große Flächen Ackerland.

Pjöngjang unter Wasser: Ungewöhnliche Offenheit nordkoreanischer Medien© KCNA/AFP

Nach Unwettern und heftigen Regenfällen sind in Nordkorea mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen oder werden vermisst. Das berichten überraschend die staatlichen Medien des isolierten Landes. Normalerweise werden solche Vorkommnisse verschwiegen, oder kommen erst durch südkoreanische Berichte ans Tageslicht. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA sind mehr als 30.000 Häuser zerstört worden.

Die Internationale Föderation von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond sprach von 200 Toten oder Vermissten. Der Leiter der Rotkreuzdelegation in Pjöngjang, Terje Lysholm, sagte, diese Zahl sei ihm von nordkoreanischen Behördenvertretern genannt worden. Die Stürme begannen KCNA zufolge in der vergangenen Woche. Mehrere zehntausend Hektar Ackerland wurden überflutet.

Zu erheblichen Schäden kam es auch in der Infrastruktur. So wurden mehr als 540 Brücken und 70 Straßenabschnitte zerstört. Am schwersten betroffen war den Berichten zufolge die Provinz Kangwon. Die Auswirkungen der Unwetter erstreckten sich aber auch auf die Hauptstadt Pjöngjang.

Die Unwetter ereigneten sich genau zu dem Zeitpunkt, an dem Vertreter des Nordens und des Südens ihr erstes Gipfeltreffen seit sieben Jahren vorbereiten. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il werden vom 28. bis 30. August in Pjöngjang tagen. Roh wird sich auf dem Landweg in den Norden begeben, es wird das erste Mal sein, dass ein Vertreter der Regierung des Südens Verbindungswege über die gemeinsame Grenze des geteilten Landes nutzt, um in die nordkoreanische Hauptstadt zu gelangen.

Auch die USA und Nordkorea bemühen sich weiter um eine Verbesserung des bilateralen Verhältnisses. Der Sondergesandte Washingtons, Christopher Hill, sagte nach Beratungen mit seinem nordkoreanischen Kollegen Kim Kye Gwan in Peking, im nächsten Monat solle über eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen gesprochen werden. Seine Verhandlungen stimmten ihn zuversichtlich hinsichtlich eines Abkommens, in dem konkrete Schritte zur verabredeten Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms festgeschrieben werden sollen, so Hill.

DPA
 
 
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