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25. Dezember 2011, 14:35 Uhr

Kim-Clan festigt seine Macht

Ohne das Militär lässt sich in Nordkorea die politische Macht kaum ausüben - das weiß offenbar auch der neue nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un. Sein Mentor wurde nun wohl in den Rang eines Generals erhoben - ein Schritt zur Machtsicherung des Kim Clans.

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Kim Jong Un (M.) festigt seine Macht: Sein Onkel wurde offenbar in den Rang eines Generals erhoben© KCNA/DPA

In Nordkorea gibt es Anzeichen, dass der Familien-Clan des gestorbenen Alleinherrschers Kim Jong Il seine Macht weiter gestärkt hat. Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte den Onkel von Kims Sohn und erwählten Nachfolger Kim Jong Un an der Seite seines Neffen und mehrerer Militärs am Glassarg des aufgebahrten Ex-Diktators in Pjöngjang. Jang Song Thaek, der Ehemann von Kims jüngerer Schwester, trug Militäruniform mit dem für eine Machtausübung in Nordkorea wichtigem Rangabzeichen eines Generals. Nordkorea habe den 65-jährigen Jang zum ersten Mal in Militäruniform im Fernsehen gezeigt, berichteten südkoreanische Medien.

Jang Song Thaek gilt schon seit längerem als graue Eminenz des Regimes und Mentor des noch nicht einmal 30-jährigen Kim Jong Un. Es war zunächst unklar, ob Jang offiziell den Titel eines Generals der Streitkräfte erhalten hat. Einen Tag zuvor hatte die Staatspresse den als politisch und militärisch unerfahren geltenden Kim Jong Un zum ersten Mal als "obersten Befehlshaber" bezeichnet.

"Militär-Zuerst"-Politik

Nordkorea will auch nach dem Tod von Kim Jong Il an der in der Verfassung festgeschriebenen "Militär-Zuerst"-Politik festhalten, die dem Militär Vorrang einräumt. Nordkorea werde "die Aufgabe der Militär-Zuerst-Revolution unter Genosse Kim Jong Un als unseren obersten Befehlshaber und General vollenden", hatte das Parteiorgan "Rodong Sinmun" in einem Leitartikel geschrieben.

Kim Jong Il hatte seinen Schwager im vergangenen Jahr zu seinem Stellvertreter in der nationalen Verteidungskommission gemacht, dem höchsten militärischen Führungsgremium des Staates. Es gilt als sicher, dass sich Kim Jong Il seit seinem Schlaganfall vor drei Jahren mit Personen des Vertrauens, darunter seine Schwester Kim Kyong Hui und deren Mann umgeben hatte, um den Machttransfer auf seinen Sohn vorzubereiten. Kim selbst hatte die Macht von seinem 1994 gestorbenen Vater und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung übernommen. Kim Jong Il war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember an einem Herzinfarkt gestorben.

Nordkorea verärgert über den Süden

Das Regime in Pjöngjang zeigte sich unterdessen weiter verärgert über Südkoreas Reaktion auf den Tod des Militärmachthabers. Das staatliche Komitee für eine Friedliche Wiedervereinigung Koreas rief Seoul auf, die Zahl der Beileidsdelegationen nicht zu beschränken.

Nordkorea warnte, dass niemals toleriert werde, wenn jemand Trauernde abhalte. Südkoreas Regierung hatte mit zwei Ausnahme keine Kondolenzbesuche in Nordkorea erlaubt. Es wurde erwartet, dass die Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung, Lee Hee Ho, und mehrere Begleiter an diesem Montag mit dem Auto nach Pjöngjang reisen werden. Auch Hyun Jeong Eun, der Witwe des früheren Vorsitzenden der Hyundai-Gruppe Chung Mong Hun hatte Seoul die Genehmigung für einen Besuch erteilt.

 
 
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