3. August 2012, 13:49 Uhr

Machthaber Kim deutet Wirtschaftsreformen an

Erst das Privatleben und jetzt die Staatsdoktrin: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lockert die Zügel. Bei einem Besuch in China machte er Bemerkungen, die eine Öffnung der Wirtschaft hindeuteten.

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Auf Staatsbesuch in China: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un©

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat bei einem Besuch in China die wirtschaftliche Öffnung seines Landes angedeutet. "Die Entwicklung der Wirtschaft und die Verbesserung der Lebensbedingungen sind das Ziel, für das die koreanische Arbeiterpartei kämpft, damit das koreanische Volk ein glückliches und zivilisiertes Leben führen kann", wurde der seit Dezember 2011 amtierende Staatschef am Freitag von der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zitiert.

Nordkorea zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Versorgungslage hat sich im vergangenen Monat nach schweren Überschwemmungen verschlechtert, bei denen 119 Menschen starben und 46.000 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche zerstört wurden.

Kim sucht offenbar Schulterschluss mit China

Experten gehen davon aus, dass Nordkorea ein Bündel an wirtschaftlichen Reformen vorbereitet. "Ich glaube, dass er dafür die Unterstützung Chinas sucht", sagte der Professor für Nordkorea-Studien in Seoul, Yang Moo Jin. Daran hat auch die Führung in Peking großes Interesse. Die Volksrepublik befürchtet, dass die Wirtschaftskrise im Nachbarland zu Instabilität führen und Tausende Nordkoreaner über die Grenze nach China treiben könnte.

Erst vor wenigen Tagen hatte Kim Jong Un mit Nachrichten aus seinem Privatleben überrascht und bestätigt, dass er mit der Sängerin Ri Sol Ju verheiratet ist. Die junge Frau war zuletzt häufig an seiner Seite gesehen worden, und die ganze Welt hatte gerätselt, um wen es sich dabei handeln könnte.

kng/Reuters
 
 
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