. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Juni 2009, 06:54 Uhr

US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Das oberste Gericht in Nordkorea hat zwei US-Journalistinnen zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Den zwei Amerikanerinnen wurde illegale Einreise und ein nicht näher bezeichnetes "schweres Verbrechen" gegen den kommunistischen Staat vorgeworfen. Laura Ling und Euna Lee hatten für einen kalifornischen Sender berichtet.

Nordkorea, US-Journalistinninen, Arbeitslager

Laura Ling und Euna Lee hatten für einen kalifornischen Sender berichtet, viele Menschen hatten sich für ihre Freilassung eingesetzt© Bullit Marquez/AP

Die beiden in Nordkorea inhaftierten US-Journalistinnen sind zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Dies vermeldete am Montag die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Der Prozess habe "die schweren Verbrechen" bestätigt, die die beiden Frauen gegen Nordkorea begangen hätten. Zudem sei erwiesen worden, dass sie illegal die Grenze übertreten hätten. Deshalb habe das zuständige Gericht am Ende des fünftägigen Prozesses "jede von ihnen zu zwölf Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt".

Die koreanischstämmige Journalistin Euna Lee und ihre chinesischstämmigen Kollegin Laura Ling waren am 17. März bei Recherchen zu nordkoreanischen Flüchtlingen an der Grenze zu China festgenommen worden. Der Fall hat auch vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen in der Region international große Aufmerksamkeit erregt. Beobachter spekulierten, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang die beiden Frauen als Druckmittel bei möglichen Verhandlungen mit Washington benutzen könnte. Die USA debattieren zurzeit noch mit den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine Resolution zum weltweit verurteilten Atomtest in Nordkorea vom 25. Mai.

Die Bemühungen der USA um ihre Freilassung waren bisher vergeblich. Washington unterhält zu Pjöngjang keine formalen diplomatischen Beziehungen.

Die US-Regierung äußerte sich "tief besorgt" über die Verurteilung der beiden Frauen. "Wir nutzen alle verfügbaren Kanäle, um ihre Freilassung zu erreichen", teilte US-Außenamtssprecher Ian Kelly mit. Die US-Regierung rief Nordkorea abermals dazu auf, die beiden "aus humanitären Gründen" umgehend auf freien Fuß zu setzen.

Die internationale Journalistenvereinigung Reporter ohne Grenzen hatte an die Justizbehörden in Nordkorea appelliert, Lee und Ling freizulassen. "Falls diese beiden Fernsehreporter den Fehler begangen haben, zu dicht an die nordkoreanische Grenze zu kommen, taten sie dies allein für journalistische Zwecke und nicht aus politischen Gründen oder für Spionagezwecke."

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
JimPanse (09.06.2009, 12:54 Uhr)
Ich stimme zu...
dem Kommentar vom Johann58. Man muss sich trotz komplexer Situation vor Augen führen, dass sich Nordkorea für ein souveränes Land hält und die Integrität der eigenen Grenzen wahren will. So wie jedes andere Land auch! Das sind die Prinzipien der freien demokratischen Länder, allen voran der USA. Ein Grenzübertritt ist ein Verstoss gegen das Gesetz und auch wenn das Meiste nur Propaganda sein mag, hat Nordkorea diesen Trumpf. Auch gibt es bisher keine Gegendarstellung der amerikanischen Seite bzw. des Pressebüros wofür die Beiden gedreht haben, ich frage mich warum? Weil in dem Fall Nordkorea den Vorteil hat. Es gibt nur die Wahrheit und die Unwahrheit. Die Wahrheit: die Beiden haben die Grenze illegal überschritten. Die Unwahrheit: Man sagt die Beiden hätten das nicht getan, aber letztlich kommt heraus es war doch so. Man steht als Lügner da. Noch mehr Futte für die Propaganda Maschinerie. Also ist beharrlich von Seiten der USA keine offizielle Stellungnahme bzw. sind Headlines in den Nachrichten zu lesen. Fazit: Die Beiden haben unverantwortlich und im journalistischem Ehrgeiz gehandelt und das Selbsbewusstsein des Unrechtsregimes gestärkt. Völlig inakzeptabel. Trotzdem hoffe ich auf eine baldige Freilassung, auch zur Not als Akt der Grosszügigkeit des "grossen Führers" Kim. Aber das wird eine Seite ordentlich blechen müssen. Tz.
Johann58 (08.06.2009, 09:49 Uhr)
natuerlich
wuensche ich den beiden schnellstmoeglich wieder frei zu kommen. Nur 2 Dinge am Rande; was um Himmelswillen hat die beiden veranlasst ueber die Grenze nach Nord Korea zu gehen wohlwissend, dass sie sich damit selbst gefaehrden und wie stellen sich die USA da mit den unschuldig ohne Gerichtsverfahren und Urteil eingesperrten Muslime in Guantanamo?
Ich sage nicht dass alle in Guantanamo unschuldig sind, aber erwiesenermassen sind die meisten unschuldig. Interessanta Konsellation.
Viper2024 (08.06.2009, 08:59 Uhr)
Kommunismus in Reinform
Es ist typisch für kommunistische Länder die Rede- und Pressefreiheit mit Füßen zu treten und keinerlei Rechtsstaatliche Prinzipen zu vertreten. Ich hoffe das die beiden Amerikanerinnen bald frei kommen.
spamonmass (08.06.2009, 08:06 Uhr)
alter schwede
das wird für die mädels hart.
mein opa war in stalins kriegsgefangenschaft, wenn er davon erzählt, dann bekomme ich angst.
ich fürchte, bei kim werden die lager nicht anders funktionieren.
interpolantics (08.06.2009, 07:51 Uhr)
Auch zur Vollstreckung...
...dieses Urteils tragen die neuen Atomwaffen bei, die die Souveränität und Integrität Nordkoreas untermauern. Die einzige Chance, die die beiden US-Journalisten haben, ist die Willkür, die Teil jeder Diktatur ist, dass Kim Jong Il die beiden aus bloßer Großzügigkeit freilässt, um zu zeigen was für ein "Menschenfreund" er ist.
Millhouse73 (08.06.2009, 07:10 Uhr)
Ich wuensche
den beiden aus vollem Herzen alles Gute, und das das dieses Urteil nicht wirklich vollstreckt wird.
God Bless
MEHR ZUM ARTIKEL
Nordkorea Patrouillenboot verursacht Grenzkonflikt

Weitere Provokation oder doch nur ein Versehen? Ein nordkoreanisches Patrouillenboot ist vorübergehend in südkoreanische Gewässer eingedrungen. Erst nach mehreren Warnungen habe es sich wieder zurückgezogen, hieß es aus Militärkreisen in Seoul. mehr...

Seoul Nordkorea bereitet Raketenstart vor

Nach seinem weltweit verurteilten Atomtest setzt Nordkorea seinen Konfrontationskurs fort. Südkoreanischen Berichten zufolge treibt das kommunistische Regime bereits wieder Vorbereitungen für den Start einer Interkontinentalrakete voran. mehr...

Das Reich von Kim Jong Il So tickt Nordkorea

Wieso baut ein Land, dessen Bewohner nicht einmal einen Dollar am Tag verdienen, Atombomben? Warum sind die Friedensverhandlungen zwischen den beiden Koreas gescheitert, und was verbirgt sich hinter dem umstrittenen Atomprogramm? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Nordkorea. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe