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2. Mai 2010, 12:19 Uhr

Dramatischer Appell zur Rettung Griechenlands

Sie haben noch einmal alles durchforstet und eisern nach Sparmöglichkeiten gesucht: Am Sonntag hat die griechische Regierung ihren neuen Sparplan vorgelegt. Am Abend entscheiden die Finanzminister der Eurogruppe über ihre Hilfen für Athen. Ministerpräsident Papandreou beschwor die Rettung seines Vaterlandes.

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Griechenland muss "große Opfer" bringen, sagt Ministerpräsident Giorgos Papandreou© DPA

Das vom Bankrott bedrohte Griechenland steht kurz vor Milliardenhilfen der anderen 15 Staaten mit Eurowährung. Nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat Athen am Sonntag die Voraussetzung für die Nothilfe erfüllt. "Die Kommission meint, dass die Voraussetzungen für eine positive Antwort auf die Bitte der griechischen Regierung gegeben sind", heißt es in einer Erklärung Barrosos vom Sonntag in Brüssel.

Zuvor hatte Regierungschef Giorgos Papandreou in Athen mitgeteilt, Griechenland habe sich mit Experten von Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) über die Bedingungen geeinigt, die für das Rettungsprogramm zu erfüllen sind. Die Finanzminister der Eurogruppe werden am frühen Sonntagabend bei einer Sondersitzung in Brüssel entscheiden, ob sie der Einigung zustimmen.

In einer dramatischen Rede vor seinem Ministerrat sagte er: "Oberstes Gebot ist die Rettung des Vaterlandes". Aus diesem Grund habe er dem harten Sparprogramm zustimmen müssen. "Es stehen uns schwierige Jahre bevor. (...) Wir werden es schaffen." sagte Papandreou.

Der griechische Finanzminister Giorgos Papaconstantinou erläuterte am Sonntag Einzelheiten des geplanten Sparprogramms der Regierung. Es habe nur die "Wahl zwischen Zusammenbruch oder Rettung bestanden", sagte er. Das geplante Maßnahmenpaket habe das Ziel, das Haushaltsdefizit des Landes bis 2014 auf unter drei Prozent zu bringen.

Dazu seien bis 2012 Sparmaßnahmen in einem Volumen von 30 Milliarden Euro nötig, sagte Papaconstantinou. Die Verschuldung Griechenlands werde 2013 insgesamt 140 Prozent erreichen, ab 2014 werde sie zurückgehen. Geplant sei, die Mehrwertsteuer von 21 auf 23 Prozent anzuheben. Der Privatsektor bleibe von den Sparmaßnahmen ausgenommen, doch würden die Arbeitsgesetze geändert.

Noch am Mittag wollte Papaconstantinou zur Sondersitzung der Euro-Finanzminister nach Brüssel fliegen. Es wird erwartet, dass die Finanzminister bei der Sitzung den Anteil der EU an dem 120 Milliarden Euro schweren Hilfspakets für drei Jahre freigeben.

Die Kommission empfehle, dass der europäische Hilfsmechanismus für Griechenland "auf der Grundlage des vereinbarten mehrjährigen Reformprogramms aktiviert" wird, teilte Barroso mit. Die griechische Regierung habe sich "zu einem schwierigen aber nötigen Reformprozess verpflichtet, um die griechische Wirtschaft auf einen zukunftsfähigen Weg zu bringen und Vertrauen wieder herzustellen". "Die Kommission hält dieses Maßnahmenbündel für solide und glaubwürdig."

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
STR_EDDS (02.05.2010, 15:37 Uhr)
@n8g8, ganzkleingeist
Klar - wieso die Probleme lösen, wenn mann auch auf die üblichen Verdächtigen eindreschen kann. Die Griechen verarmen? Wann waren Sie zuletzt in Griechenland? Bei mir ist die letzte Geschäftsreise samt Eingeborenenkontakt keine 4 Monate her. Und das niemand verarmt. In Griechenland leben geschätzte 60% der Bevölkerung vom BPI der restlichen 40%. Dort herrschen massive strukturelle Probleme. Eine Ideologie mit verheerendem Ausmass hat das Land im Griff.
.
Die "Bankster" haben die Situation für sich ausgenützt. Aber sie haben sie bestimmt nicht heraufbeschworen. Das war das dumme Volk (sorry) ganz alleine. Auch wenn es nicht in Ihr Weltbild passt...
susiwolf (02.05.2010, 15:23 Uhr)
blau -weiß ... Nord - Süd ... flatterhaft !
Beginnen wir mit der berühmt-berüchtigten Taxiquittung der Hellenen, deren blanco-Oberfläche die Staatseinnahmen weinen lassen ...
um dann einen 2000km-Sprung nach Finnland zu wagen.
Die Finnen fahren auch 'Taksi' MIT Quittung.
Alle ... ! ... millionenmal im Jahr.
Da lacht der Staatstopf. Wie auch über die sprichwörtliche 'Ehrlichkeit' -
-
... und Suomi: ... die Hälfte der Einwohner (von Griechenland) haben sich am eigenen Schopf aus der Staatsmisere gezogen. Clever, geduldig und sparsam.
Das war Anfang der 90er.
Resultat ? ...Jetzt >Budget-Überschüsse und eine >geringe Staatsverschuldung, dadurch wurden Infrastrukturprojekte und Investitionen angekurbelt.
Finnland schnürte übrigens das 3.größte Konjunkturpaket der EU-27.
-
Es geht eben auch anders.
-
Möge der derzeitige finnische Politiker -Olli Rehn und EU-Kommissar von Barroso 100% Einfluß ausüben, um nicht noch einmal die Finnen sauer machen zu müssen, einen halb-Milllarden-Betrag als Stütze zu garantieren.
***
Was blau-weiß Nord und blau-weiß Süd vereinen, sind (leider nur) die Kreuze auf der Flagge: Schade eigentlich ... beides Länder der EU und eins flatterhaft, wie die Taxiquittung ...
n8g8 (02.05.2010, 14:59 Uhr)
@ganzkleingeist
Richtig, die Rettung dient nur der Rettung der Bankster und auch den anderen zockenden Gierschlünden, zum Beispiel den deutschen Rentenfonds!!!
Verriesterte Mitbürger, tja! Dumm auf die zerschrödernde "Eigenverantwortung" reingefallen, dumm entschieden und dumm seine Kohle den Privaten Zockern in den Rachen geschmissen, weil das ja angeblich sooo billich kommt und man durch Geld-Ausgeben Geld sparen kann!
Und nun? Bingo, futsch ist die zusätzliche Altersvorsorge!!! Verzockt auf dem Kapitalmarkt, versandet in Griechenlandanleihen, weil die ja so schön riskant und profitabel sind!
Sind sie jetzt auch, weil die Verluste bei höchst riskanten Risikogeschäften des Kapitalmarktes eiskalt sozialisiert werden, die Gewinne aber vor allem in Boni für die Scheffes fließen!!!
Es lebe der europäische Widerstand!
Hoch die Internationale Solidarität!!!
ganzkleingeist (02.05.2010, 14:57 Uhr)
wer den Griechen droht,
droht letzlich auch uns oder glaubt jemand, wir kommen da mit einem blauben Auge davon? Die Hochfinanz wird uns vor sich hertreiben, bis auch der letzte Staat die Arme hebt....es sei denn, wir weisen sie in die Schranken und lassen sie mit ihren Eigentümern pleite gehen - warum nicht? Ich habe dabei nix zu verlieren sie etwa?
ganzkleingeist (02.05.2010, 14:54 Uhr)
GR ist erst der Anfang
die Hochfinanz macht uns alle platt, dank der Hilfe korrupter Politiker, die ihr Land verkaufen, ihre Wähler verarmen, der Hochfinanz immer mehr Geld zuschaufeln. Die Umverteilung nähert sich ihrem Höhepunkt. Würden die EU-affinen Politker das tun, was sie immer propagieren, hätten sie die Banken mit einer kontrollierten Insolvenz GR in ihre Schranken verwiesen. So, wird die EU von den Banken vor sich hergetrieben...wie das dumme Vieh
ganzkleingeist (02.05.2010, 14:51 Uhr)
was wäre passiert wenn GR
pleite gegangen wäre? Nun, ein paar systemrelvante Banken hätten einige Mrd. abschreiben müssen. Und? da sie systemrelevant sind, hätten sie das Geld sowieso gekriegt. Warum den Umweg über GR? Na, weil dann die Rendite noch höher ist! GR muß ja auch noch sein Tafelsilber vertickern....und die Banken freuen sich über den Geldsegen
ganzkleingeist (02.05.2010, 14:49 Uhr)
im Namen des Geldes ergeht
folgendes Urteil: Girechenland wird verkauft, die Bevölkerung wird verarmt, das Tafelsilber wird verramscht, wir werden uch mal zeigen, wo der Hammer hängt. mit freundlichem Gruß
i. A. Bankster für die Hochfinanz
n8g8 (02.05.2010, 14:45 Uhr)
Rettet Griechenland, die Wiege der Demokratie!
Tolles griechisches Sparprogramm: Arbeitsrecht wird "geändert", Beamtenbezüge werden gekürzt, Renten ebenso, Mehrwertsteuer erhöht etc. Wir kennen die Masche ja von unseren Politmarionetten des Kapitals hierzulande zur Genüge.
Nur: Wo bleiben die Steuern auf Vermögen, Yachten, Inseleigentümern und Millionärssteuer???
Seit seiner "Revolution" wird Griechenland von drei Famillienclans beherrscht, die korrupt bis ins Mark sind und für die Bevölkerung nur Verachtung übrig haben. Das zeigt auch wieder dieses Sparpaket, das NUR zulasten der normalen Bürger geht und die reichen Bonzen außen vor lässt. So etwas nennt man historisch attische Demokratie, oder?
Dass der Barroso das geil findet, kann ich nachvollziehen. Er spekuliert vermutlich wieder auf einen Luxusyachttripp, als erneutes Dankeschön der stinkreichen griechischen Reeder, für deren Profit alle europäischen Bürger in die erpresserische Bezahl-Zange genommen werden!!!
Ob sich die Griechen das gefallen lassen, darf bezweifelt werden. Inzwischen sollen Spezialeinheiten der Europa-Gestapo, die schon beim G8-Gipfel in Genua zum "Einsatz" kamen, gegen Proteste aus der Bevölkerung von Italien nach Griechenland abkommandiert werden ...
Es leben der europäische Widerstand!
Hoch die Internationale Solidarität!!!
Garnet (02.05.2010, 13:52 Uhr)
Die Rettung Griechenlands
und die darauf folgende Rettung Spaniens,Italiens,Irlands und Portugals ist wichtig fuer den Fortbestand des Euro und der EU. Die Aufregung darueber wer denn nun was bezahlt ist unangebracht da diese Bail Out mit nicht existierendem Geld durchgefuehrt werden. Davon ausgehend das die Politik wieder luegt und sich der Tatsache voll bewusst ist das diese Gelder nie zurueck gezahlt koennen, werden diese Milliarden der astronomischen Schulden der Geberlaender zugerechnet. Irgentwann wird dies dann durch Inflationspolitik oder durch eine Waehrungsreform bereinigt. Fakt ist, das die auf Europa zukommenden Probleme, vom wirtschaftlichem Absturz bis zu moeglichen Buergerkriegen, die Union frueher oder spaeter mit Sicherheit spalten werden. Das Experiment der Euroappartschiks eine EUSSR nach sovjetischem Vorbild zu schaffen wird an den Voelkern scheitern.
hans-hubert (02.05.2010, 13:41 Uhr)
Was bleibt uns anderes Übrig
Da die deutschen Banken sehr viele
griechische Wertpapiere in ihren Depot
haben,bleibt unser Regierung wohl
nichts anderes übrig als zu zahlen.
Ansonsten,haben wir bald wieder die
nächste Bankenkrise.
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