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25. Mai 2009, 06:19 Uhr

Nordkorea schockt mit neuem Atomtest

Die USA sind "tief besorgt", der Weltsicherheitsrat kommt zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen: Das kommunistische Nordkorea hat die Welt mit einem neuen unterirdischen Atombombentest geschockt. Das Land rechtfertigte den Test mit einer "anhaltenden Bedrohung" durch die USA. Zudem testete Nordkorea eine Kurzstreckenrakete.

Nordkorea, Atomtest, Weltsicherheitsrat, Südkorea, Atombombe

Versetzen die Welt in Aufregung: Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il und seine Militärs (undatierte Aufnahme)© AP

Nordkorea hat am Montag nach eigenen Angaben einen weiteren unterirdischen Atomtest durchgeführt. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, der Test sei erfolgreich verlaufen. Die südkoreanische Regierung berief das Sicherheitskabinett des Landes ein. Der UN-Sicherheitsrat wird einem Diplomaten zufolge noch an diesem Montag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das sagte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Witali Tschurkin, nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. Japan hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, den Atomtest schnellstmöglich im Weltsicherheitsrat zu diskutieren.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte erstmals im Oktober 2006 einen Atomsprengsatz gezündet. Der neue Test sei "Teil der Maßnahmen, um die nukleare Abschreckung zur Selbstverteidigung zu stärken", hieß es bei KCNA weiter. Das russische Verteidigungsministerium hat den Test inzwischen bestätigt. Auch ein Sprecher des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak ging davon aus, dass Nordkorea einen Atomtest durchgeführt habe. Sofort berief Lee eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinetts zusammen, um Konsequenzen aus der möglichen Bedrohung zu diskutieren. Zudem berichteten südkoreanische Medien, das nördliche Nachbarland habe auch eine Kurzstreckenrakete getestet. Von der Anlage Musudan-ri aus sei eine Boden-Luft-Rakete mit einer Reichweite von 130 Kilometern abgefeuert worden, hieß es. Eine offizielle Bestätigung gibt es in diesem Fall aber noch nicht.

Erdstöße verraten den Test

Geologen in den USA, Japan und Korea hatten zuvor von Erderschütterungen in Nordkorea berichtet. US-Wissenschaftler registrierten im Nordosten des Landes ein Beben der Stärke 4,7 in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die meteorologische Behörde in Japan bemühte sich um eine Bestätigung, dass die Erschütterungen von einem Atomtest verursacht wurden. Südkoreanische Seismologen maßen ein Beben der Stärke 4,5 bei Kilju in der Provinz Hamgyong.

Nach dem ersten Atomtest 2006 hatten die Vereinten Nationen Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Im April dieses Jahres startete Nordkorea eine Langstreckenrakete. Nach der Verurteilung des Starts im UN-Sicherheitsrat kündigte die kommunistische Regierung eine Wiederaufnahme ihres Atomprogramms und einen Boykott der Sechs-Parteien-Gespräche mit Südkorea, Japan, China, Russland und den USA an. Anfang dieses Monats sprach das Regime in Pjöngjang von einem Ausbau seines Atomwaffenarsenals.

Die feindliche Haltung der USA dauere weiter an, erklärte das Außenministeriums damals. Der US-Sondergesandte für Nordkorea, Stephen Bosworth, hatte dem Land daraufhin mit "Konsequenzen" gedroht, sollte es zu einem neuen Atomwaffentest kommen. "Wir sind ernsthaft besorgt", verlautete am Montag aus dem US-Außenministerium. "Wir analysieren die Angaben." Auch die USA wollen in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats darüber beraten, wie auf den Atomtest reagiert werden sollte. "Wir beraten uns auch mit unseren Verbündeten." Eine detaillierte Stellungnahme erfolge, sobald mehr Details bekannt seien. Aus dem Weißen Haus liegt bisher noch keine Reaktion vor.

Die japanische Regierung reagierte scharf auf den Test. Japan werde Nordkoreas Verhalten "nicht tolerieren", sagte ein Regierungssprecher. Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Atomwaffen-Teststoppabkommens (CTBTO) veruteilte den Atomwaffentest als "Bedrohung der internationalen Sicherheit und des Friedens", so CTBTO-Chef Tibor Toth in einer in Wien veröffentlichten Erklärung. Der Test sei ein "ernster Verstoß" der im Internationalen Teststopp-Abkommen festgelegten Normen und müsse deshalb "weltweit scharf verurteilt" werden.

AP/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
mutti1 (25.05.2009, 12:36 Uhr)
Gehirnwäsche
atomwaffen a-z lesen,
usa= 1030 atomwaffentests ofiziell festgestellt, ausgeführt, danach kommen die udssr mit 730 test,.....
mutti1 (25.05.2009, 12:28 Uhr)
Gehirnwäsche
im dichten zusammenhang mit unter-waser-atom-sts, sind globale wetter-katastrophen zu nennen, einfach mal die daten vergleichen........und wo wo war letztens ein erdbeben?so lange der mensch das größte raubtier ist und töten mit bio-chemie-und atom-waffen erlaubt, inkl. den anderen ....muß keiner jammern, die BRD lebt (ARBEITSPLÄTZE!) vom export.
mutti1 (25.05.2009, 12:24 Uhr)
meine MEINUNG...................
ES GIBT JEDENFALLS BERICHTE ZUR CUBA-KRISE, 1962,lesen , und die USA haben in der Türkei U-2 deponiert, sicher nicht zum spielen,mir egal, was wo stationiertt, ist die verseuchung kennt keine grenzen.und korea hat alle rechte dieser welt, sich zu verteidigen, angriffskriege macht die sogenannte WELT-POLIZEI
MRP66 (25.05.2009, 11:03 Uhr)
Naja,
die Überschrift vom Stern geht ja noch, beim SPIEGEL schockt es gleich "die ganze Welt"
:))
Ich bin ganz und gar nicht geschockt.
Da gibt es viel schlimmeres.
tobix (25.05.2009, 10:55 Uhr)
@mutti1
Kuba hat keine Atomwaffen und für die Konstruktion eines AKW braucht man keine Atomtests. Dass es auch im Westen niemandem egal ist, ob ein AKW hochgeht, wissen Sie sicher auch selbst - aber eine maßlose Übertreibung ist ja immer gut, um ein Argument zu festigen.
.
@haggi: "geschockt" ist glaub ich niemand, aber die Schlagzeile klingt doch toll! tagesschau.de verzichtet komplett auf den "Schock"...
grafbyte (25.05.2009, 10:50 Uhr)
alles nur show :( Bis heute haben weltweit insgesamt 2058 Atomtests durch acht Staaten stattgefunden
Was dieser kleiner Test 0o wenn mand as so sagen kann zu bedeuten hat ist nicht anderes zu zeihen dass man sich dem willen anderer nicht beugen will/wird. schaon auf rund >> Bis heute haben weltweit insgesamt 2058 Atomtests durch acht Staaten stattgefunden >> http://www.ippnw.de/atomwaffen/gesundheitliche_folgen/atomtests/ | http://www.atomwaffena-z.info/atomwaffen-geschichte/atomwaffentests/auflistung-aller-tests/index.html
wir müssen endlich aufhören, also USA, Europa, Russland.. regeln zu setzen an die wir uns selber nicht halten. so sind wir nur ein haufen heuchler in den augen der welt.
hbbaer (25.05.2009, 10:41 Uhr)
So lange Staaten, die von Schurken regiert werden
den Ton in der Weltpolitik angeben, wird sich an dem Geschehen nichts ändern. Es ist nicht schlimmer, wenn Nordkorea eine Atombombe hat, als sie in den Händen der USA, Indiens, Pakistans, Englands oder gar Israel zu wissen.
haggi (25.05.2009, 10:35 Uhr)
Heuchelei
Die Welt ist "geschockt" nach dem zweiten (!) Atomwaffentest Nordkoreas. Was war mit den über 1000 Tests der USA? Solange Atomwaffen nicht weltweit verboten werden, und die alten Atomwaffenmächte ihr Vetorecht in der UNO abgeben müssen, werden immer wieder neue Staaten nach der A-Bombe streben.
mutti1 (25.05.2009, 10:35 Uhr)
meine MEINUNG...................
den ganzen G.-9 Staaten und den Werst-Mächten, den RUssen ist es auch ziemlich egal, ob mal ein ATOM-MAILER explodiert, was regen die sich über KOREA auf, jeder hat das recht, atomenergie zu benutzen.was ist mit cuba und israöl? denen ihre atom-bomben sind wohl friedlicheren zwecken entsprungen?nöööö, det gloobe icke nich.
ganzbaf (25.05.2009, 10:26 Uhr)
Man sollte....

Nord- und Südkorea in die EU aufnehmen.
Dann wirds schon wieder ;-y
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