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5. Juni 2009, 10:26 Uhr
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Ein Präsident macht Geschichte

Bei seiner Rede an die Muslime der Welt in Kairo hat Barack Obama eine Vision für die Zukunft entworfen. In Deutschland macht der US-Präsident einen Schritt zurück in die Vergangenheit: Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht er die Gedenkstätte Buchenwald. Für Obama auch ein ganz persönliches Anliegen.

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Nach der Landung in Dresden geht US-Präsident Barack Obama von Bord der Airforce One© Michael Sohn/AP

US-Präsident Barack Obama ist am Freitag in Dresden mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengekommen. Nach einer Begrüßung begann das Programm in der Schatzkammer Grünes Gewölbe. Obama trug sich zunächst in die Goldenen Bücher der Stadt und des Landes Sachsen ein und unterhielt sich kurz mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Nach dem Versöhnungsangebot von Obama an die muslimische Welt will Merkel in einem gut einstündigen Gespräch mit dem Präsidenten unter anderem über das weitere Vorgehen im Nahost-Friedensprozess sprechen. Zudem soll es um zahlreiche aktuelle Themen gehen, darunter die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, die Lage in Afghanistan, Pakistan und im Iran. Der US-Präsident war am Donnerstagabend von Kairo kommend in Dresden eingetroffen.

Nach einer Besichtigung der Dresdner Frauenkirche wird Obama in Begleitung der Kanzlerin am Nachmittag in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar erwartet. Er wird dort als zweiter US-Präsident nach Ronald Reagan 1985 in Bergen-Belsen ein ehemaliges Konzentrationslager auf deutschem Boden besuchen. Obama wird von Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel begleitet. Wiesel gehörte zu den Insassen, die von amerikanischen Streitkräften 1945 aus dem Konzentrationslager befreit werden konnten. Er soll auch den Anstoß für den Wunsch Obamas gegeben haben, das Lager zu besuchen.

Mit seinem Besuch in Buchenwald will Obama nach Einschätzung von Berliner Regierungskreisen nach seiner Rede in Kairo ein Signal setzen für die Verbundenheit der USA mit der jüdischen Welt. Außerdem gibt es ein persönliches Motiv des US-Präsidenten: Ein Großonkel Obamas war 1945 als Obergefreiter der US-Armee an der Befreiung eines Nebenlagers Buchenwalds beteiligt.

Zum Abschluss seines knapp eintägigen Deutschland-Aufenthalts besucht Obama am frühen Abend in Landstuhl in der Pfalz ein amerikanisches Militärhospital. In dem Krankenhaus werden Soldaten behandelt, die bei Kampfeinsätzen etwa im Irak oder in Afghanistan verletzt wurden. Am Samstag wird der US-Präsident in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten teilnehmen.

Obama war am Donnerstagabend an Bord der Air Force One auf dem Flughafen der sächsischen Landeshauptstadt gelandet. Von dort fuhr er in sein Hotel in der Dresdner Innenstadt. Einige hundert Schaulustige hatten sich vor dem abgesperrten Areal am Taschenbergpalais eingefunden, um einen Blick auf den US-Präsidenten zu werfen. Sie konnten Obama aber nur aus weiter Ferne sehen, als er das Hotel am Dresdner Schloss erreichte. Obama wird in Deutschland von Tausenden Polizisten geschützt. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits am Donnerstagabend rund um Dresden Autobahnen und Bahnstrecken gesperrt. Es kam zu zahlreichen Verspätungen.

Obama reicht Muslimen die Hand

Der US-Präsident hatte in Kairo den Muslimen die Hand gereicht und zur Überwindung gegenseitiger Missverständnisse aufgerufen. Zur Lösung des Nahost-Konflikts hatte er sich für eine Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen und den Iran im Atomstreit zum Dialog mit dem Westen aufgerufen. Diese Auffassung werde auch von Merkel voll geteilt, hieß es aus Regierungskreisen. Die Kanzlerin wolle mit Obama ausloten, wie die Ziele gemeinsam verwirklicht werden können. Weitere Themen sollen die Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise, die anstehenden Verhandlungen über den Schutz des Weltklimas und das Verhältnis zu Russland sein.

Merkel will nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" auch einen Berlin-Besuch Obamas anlässlich der geplanten Feierlichkeiten zum 20. Jahrestags des Mauerfalls am 9. November ansprechen. Das hätten Regierungskreise bestätigt. Es wäre Obamas erster offizieller Präsidentenbesuch in der deutschen Hauptstadt. Obama hatte Deutschland erstmals im Juli 2008 während des Präsidentschaftswahlkampfs besucht und an der Berliner Siegessäule eine Rede vor 200.000 Menschen gehalten. Im April war er anlässlich des NATO-Gipfels in Baden-Baden.

Reuters/DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 50)
 
LaoLu (08.06.2009, 00:59 Uhr)
Einige Kommentaren haben definitiv nichts begriffen
Wer ein deutsches (nicht nationalsozialistisches - es war eine deutsches!)Konzentrationslager mit Guantanamo vergleicht, der hat absolut nichts begriffen!
methatron2 (07.06.2009, 15:39 Uhr)
Piep Piep Piep
Mit einer iranischen Atombombe ist das geopolitische Gleichgewicht in der Region wieder hergestellt.
Nix anderes.
Der große Verdienst des Vorgängers besteht doch darin,sich im Irak militärisch und finanziell so zu verzocken, das eine militärische Intervention im Iran unmöglich ist.
Investmentbanker für denWeltfrieden!!
Die Vorstellung,ein amerikanischer Präsident könnte gegen die Interessen des militärisch, industrielen Komplexes(Eisenhower) oder Jüdische Interessen Politik machen ist lächerlich.
Es bleibt ihnen einfach nix anderes übrig.
Piep, Piep, Piep Obama hat Euch liebt.
Anemone (07.06.2009, 13:33 Uhr)
BB...BB
Sachichdoch! Und für die Gründe muß er allein geradestehen!
BBoldiesBB (07.06.2009, 09:19 Uhr)
@Anemone
Gestern die Bilder und Beiträge von Frankreich gut angeschaut? Da kann man sehen--wohlgemerkt sehen - was Obama entgegen aller schönen diplomatischen Floskeln wirklich von der "klugen Frau" Merkel hält!!
Viel weniger als die entsprechende Presse uns suggerieren will.
hbbaer (07.06.2009, 08:36 Uhr)
Alles schallund rauch
freeman,ein aufmerksamerund gewissenhafter Beobachter brachtees dort auf den Punkt: Voller Doppelmoral und heuchlerisch ist für mich das heutige Besuchsprogramm von Obama. Der Präsident hat doch seine eigenen Gefangenenlager und geheimen Foltergefängnisse wo Menschen misshandelt werden und sterben, die seit acht Jahren in Betrieb sind. Von mir aus kann Obama Buchenwald besuchen und aus der Geschichte die vor bald 70 Jahren passierte lernen, aber dann soll Merkel umgekehrt nach Guantanamo gehen, sich die unmenschlichen Zustände der Insassen von HEUTE!!! dort ansehen und die sofortige Freilassung und Schliessung fordern. Es ist doch absurd und ein Hohn sich ein ehemaliges KZ anzuschauen, den Opfern zu gedenken, wenn im gleichen Augenblick man selber ein KZ jetzt und heute betreibt.
Ich zitiereihn hier, da ich seiner Seite mehr Leser wünsche. Un weil ich wünsche, dass mehr Menschen aufwachen!! Dazu trägt er bei und dazu sollte auch jeder diskussionsrunde - auch hier im Stern - beitragen!
Anemone (07.06.2009, 07:20 Uhr)
Der "Christ" Obama
Es wurde hier schon gesagt, Obama sei ein Schauspieler! Ich meine sogar, daß er seine zwiespältige Abstammung noch nicht auf die Reihe bekommen hat.
Einer, der mit der Hand auf der Bibel schwört und zeitgleich eine Gesetzesänderung vornimmt, die total der Bibel und dem Gott Abrahams, Isaaks und Jacobs widerspricht (!), der muß innerlich zittern, wenn er vor einer klugen Frau steht, die 1. Christin ist und 2. jüdischer Abstammung. Seine Unsicherheit ihr gegenüber lässt allerdings hoffen.
methatron2 (06.06.2009, 17:16 Uhr)
Bastelkeller
kaum ist der Iraner mit
seiner Atombombe im Bastel-
keller verschwunden,
Schon geht den Amis der Bolzen.
gegenseitige Mißverständnisse...aha
jackiki (05.06.2009, 20:09 Uhr)
Gisella
der krieg zwischen den ureinwohnern amerikas und den einwanderer ist doch etwas ganz anderes als öfen für frauen, kinder, alte, männer in denen sie zu asche gemacht wurden.
wenn sie diesen unterschied nciht sehen können, dann war das meine letzte message an sie.
butcher99 (05.06.2009, 17:38 Uhr)
Guantanamo
Ein Präsident dessen Staat für ein Lager wie Guantanamo verantwortlich ist, entblödet sich nicht Buchenwald zu besuchen und Volksreden zu schwingen, dass swo etwas künftig verhindert werden muss.
Da wäre Besuchsabstinenz und einfach mal Fresse halten charismatischer gewesen. Das geht nicht mehr lange gut mit diesem Dünnnbrettbohrer.
Administrator (05.06.2009, 11:43 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Diskussion. Bitte kehren Sie mit Ihren Beiträgen jetzt wieder zum Thema des Artikels zurück. Vielen Dank udn herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
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