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1. April 2009, 21:03 Uhr

Zur Teatime bei der Queen

Nach den Verhandlungen zur Queen: Es war ein entspannter Besuch im Buckingham Palast, den US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle sichtlich genossen. 20 Minuten Zeit bei Tee und Gebäck hatte die Königin, die über einen Fauxpas hinwegsah: Obamas kugelsicherer Wagen versperrte die Zufahrt zum Palast.

Barack Obama, Michelle Obama, Queen, Elizabeth II., Elizabeth, Buckingham Palast

Amerikanische Lässigkeit, britischer Stil: Die Obamas zu Besuch bei der Queen© John Stillwell/Reuters

Nach einem Gesprächsmarathon mit den mächtigsten Männern der Welt wartete auf US-Präsident Barack Obama und seine Gattin Michelle die Krönung: Ein Treffen mit Queen Elizabeth II. Während zuvor politisches Geschick gefragt war, mussten die Obamas ihre Eleganz am Mittwochabend auch auf dem königlichen Parkett beweisen. Doch weder protokollarische Zwänge noch pompöse Pracht konnten den Präsidenten und die First Lady beim Besuch im Buckingham Palast in London aus der Ruhe bringen.

Dabei hat der erst 47 Jahre alte Obama keine große Erfahrung mit Monarchen. Die Queen dagegen kann mit ihren 82 Jahren mit regelrechter Präsidenten-Routine auftrumpfen: Seit sie auf dem Thron des Vereinigten Königreichs sitzt, hat sie zwölf US-Präsidenten miterlebt - alle bis auf Lyndon B. Johnson hat sie auch persönlich getroffen.

Ein iPod für die Königin

Zumindest Obamas Körpersprache verriet keine Nervosität, als er den kräftigen Händedruck der Queen entgegen nahm. Zwar verschwand die Königin fast neben den hochgewachsenen Obamas, aber farblich setzte sie neben dem dunkel gekleideten Präsidentenpaar mit einem lachsfarbenen Kleid und Perlenkette Akzente. Auch Michelle Obama (45), die wie die Queen eine Halskette trug, wirkte nicht eingeschüchtert. Sie redete, gestikulierte und lächelte charmant. Was sich die vier erzählten, wurde zwar nicht bekannt. Aber vor allem der 87 Jahre alte Ehemann der Queen, Prinz Philip, schien sich königlich zu amüsieren. Obama überreichte als Gastgeschenk einen personalisierten iPod mit Videos vom Besuch der Queen in den USA im Jahr 2007. Moderne trifft Tradition. Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip revanchierten sich mit signierten Porträts.

Obama hatte der Königin schon zuvor Komplimente gemacht. Schließlich beeindrucke ihre "Würde und Zuvorkommenheit" die Menschen in ganz Amerika. Ohne Hofangestellte, ohne Berater und ohne Sicherheitspersonal zogen sich die Obamas anschließend 20 Minuten mit der Queen und Philip zum Tee zurück. Erst danach hatte die Königin für die übrigen Staats- und Regierungschefs Zeit, die zum G20-Gipfel nach London gereist waren. Obama war nach dem Treffen begeistert: "Es war ein wunderbarer Besuch. Ihre Majestät ist entzückend."

Staatschefs im 90-Sekunden-Takt

Die Königin ist zwar nach 57 Jahren auf dem Thron so einiges gewöhnt. Doch einen derartigen Auflauf an hochrangigen Gästen gibt es auch im Buckingham Palast nicht alle Tage: Im 90-Sekunden-Takt fuhren die Limousinen mit den illustren Gästen vor. Neben Russlands Präsident Dmitri Medwedew kamen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (allerdings ohne seine Modelfrau Carla) und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgefahren - 50 Minuten nachdem Obama den Palast betreten hatte. Die Kanzlerin im Hosenanzug mit weißen Jackett kam statt in Begleitung ihres Mannes Joachim Sauer zusammen mit Finanzminister Peer Steinbrück zum königlichen Empfang.

Wem nach dem langen Arbeitstag allerdings der Magen knurrte, der musste sich bis zum Dinner am Regierungssitz in der Downing Street gedulden. Nach dem Händeschütteln im Palast ging es dann bei Lammschulter mit Frühkartoffeln und Minzsoße wieder um die Rettung der Finanzwelt.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
dieterschultz (02.04.2009, 09:10 Uhr)
n8g8 - Attac..Gehirnchaos
Oh weh, wie krank sind doch manche Gehirne... Ich hab SIE erlebt, die FRIEDLICHEN Demonstranten! Ich sah keinen Frieden - nur Hass!
n8g8 (01.04.2009, 23:28 Uhr)
Entspannung
Das ver-kohl-te Mädel und die "olle Tante" können ja auch gaaanz entspannt sein, weil sie beide bei der schamlosen Abzocke der britischen Bevölkerung nichts zu melden haben. Eine höchstens bei der deutschen, deshalb eh halb so wichti und sogar trotz doppelter Blech-Laber-Auflage. -
Bei uns piept eben die wandelnde Knopfleiste in der EU.
Historische Nachhilfe: Der Buckhingham Palace ist nicht gleich Sarkozy`s Bastille und wird NIE die Museumsinsel mitsam der Käseglocke erreichen. -
In diesem Sinne zum Lissabon-Vertrag: Vive la révolution!
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