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USA wollen Syrien im Alleingang angreifen

Die USA planen auch ohne Zustimmung der UN einen Angriff auf Syrien. Die Ziele sollen zudem deutlich ausgeweitet werden. Der Iran droht mit einer gewaltsamen Reaktion.

  In Syrien beherrscht ein Bürgerkrieg seit gut zwei Jahren das Land. Nach einem angeblichen Giftgasangriff der Regierung auf Rebellenhochburgen plant die USA militärisch einzugreifen - auch ohne Unterstützung der UN.

In Syrien beherrscht ein Bürgerkrieg seit gut zwei Jahren das Land. Nach einem angeblichen Giftgasangriff der Regierung auf Rebellenhochburgen plant die USA militärisch einzugreifen - auch ohne Unterstützung der UN.

Die USA setzen in der Syrien-Krise nicht mehr auf eine Zusammenarbeit mit dem UN-Sicherheitsrat. Das System der Vereinten Nationen habe im Falle Syrien versagt, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Donnerstag. Ihre Regierung werde sich in der Frage eines Militärschlags gegen die Führung in Damaskus nicht um eine Zustimmung des Sicherheitsrats bemühen.

Die Erfahrungen und Bemühungen der vergangenen zweieinhalb Jahre zeigten, "dass es mit diesem Sicherheitsrat keinen praktikablen Weg nach vorne gibt", sagte die US-Diplomatin weiter. Russland warf sie vor, das UN-Gremium in Geiselhaft zu nehmen und seine internationalen Verpflichtungen nicht zu erfüllen. Wie China hat Russland mehrmals gegen Syriens Präsident Baschar al Assad gerichtete Resolutionen mit seinem Veto verhindert.

Auch Kampfflugzeuge sollen eingesetzt werden

Darüber hinaus will US-Präsident Barack Obama nach einem Bericht der "New York Times" die Ziele für einen möglichen Angriff auf Syrien sogar ausweiten. Es gehe darum, die Chemiewaffen des Regimes in Damaskus effektiver zu treffen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungsbeamte. Obama reagiere damit auch auf Geheimdienstberichte, wonach syrische Militärs ihre Waffenarsenale in Erwartung eines Angriffs verlegt hätten. Bisher habe das Pentagon dabei etwa 50 Ziele ins Auge gefasst, hieß es.

Zudem spreche die Regierung erstmals über einen Einsatz amerikanischer und französischer Kampfflugzeuge, die ausgewählte Ziele angreifen sollten. Bisher war vornehmlich von Raketen (Tomahawk Cruise Missiles) die Rede, die von Schiffen aus abgefeuert werden. Nicht die Giftgasarsenale direkt seien das Ziel, dies sei zu gefährlich. Es gehe darum, die Raketen zu zerstören, mit denen das Giftgas abgeschossen werde.

Iran plant gewaltsame Reaktion

Sollten die USA ihre Angriffspläne in die Tat umsetzen, droht eine militärische Reaktion aus dem Iran, dem wichtigsten regionalen Verbündeten der Führung in Damaskus. Die USA haben einem Zeitungsbericht zufolge eine Anordnung aus dem Iran zu Angriffen auf amerikanische Ziele im Irak für den Fall eines Militärschlags gegen Syrien abgefangen. Ein mögliches Ziel sei die US-Botschaft in Bagdad, zitierte das "Wall Street Journal" am Donnerstag namentlich nicht genannte Vertreter der Regierung in Washington.

Der Befehl stamme vom Chef der Kuds-Spezialeinheit der Revolutionsgarden und sei an vom Iran unterstützte schiitische Milizen im Irak gerichtet gewesen. Die Extremisten sollten sich demnach für eine gewaltsame Reaktion bereit halten, falls die USA wie angedroht Syrien angreifen sollten.

Giftgasangriff als Auslöser

Die Sicherheitslage im Irak, der zwischen dem Iran und Syrien liegt, hat sich nach Abzug der US-Truppen in den vergangenen Monaten verschlechtert. Tausende Menschen kamen bei zahlreichen Anschlägen ums Leben. Hintergrund sind Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen, die auch durch den Bürgerkrieg in Syrien geschürt werden.

Ein Giftgasangriff der Regierung Assad im August, bei dem über 1000 Syrer starben, ist Auslöser einer Debatte über das militärische Eingreifen der UN-Staaten.

awö/DPA/Reuters/DPA/Reuters

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