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5. April 2009, 12:49 Uhr

Welt ohne Atomwaffen - "Yes, we can"

Eine nuklearwaffenfreie Welt - für Barack Obama keine Utopie, sondern ein realistisches Ziel. In Prag skizzierte der US-Präsident vor einer jubelnden Menschenmasse seinen Abrüstungsplan. Mit Blick auf Iran und Nordkorea schränkte Obama allerdings ein: Solange es noch eine nukleare Bedrohung gebe, behalte Amerika seine Atomwaffen.

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Setzt sich für eine atomwaffenfreie Welt ein: US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede in Prag© Herbert Knosowski/AP

Überschattet vom nordkoreanischen Langstreckentest hat US-Präsident Barack Obama die Vision einer nuklearwaffenfreien Welt der Öffentlichkeit präsentiert. Die vollständige Abrüstung werde sicher viel Zeit brauchen, aber sie sei möglich, sagte er am Sonntag während seines Tschechien-Besuches vor mehr als 20.000 jubelnden Menschen auf dem Platz vor der Prager Burg Hradschin. "Yes we can" ("Ja, wir können es"), rief Obama und wiederholte damit seinen berühmten Wahlkampfslogan. Der US-Präsident will bis Ende des Jahres eine globale Gipfelkonferenz nach Washington einberufen, bei der es um den Abbau und die bessere Sicherung nuklearer Waffen in der Welt gehen soll.

Die Welt brauche einen neuen Ansatz im Kampf gegen Atomwaffen, weil die Gefahr nuklearer Angriffe trotz der Beendigung des Kalten Krieges gewachsen sei, sagte Obama. Der US-Präsident setzte sich für eine umgehende Reduzierung bestehender Waffenarsenale ein. Vor allem müssten weitere Staaten sowie Terroristen vom Bau oder Erwerb nuklearer Waffen abgehalten werden. Allerdings könnten die USA ihre Atomwaffen nicht aufgeben, solange es noch eine nukleare Bedrohung in der Welt gebe.

Obama hält an Raketenschild fest

Obama nannte den Raketenstart Nordkoreas eine "Provokation", die bestraft gehöre, "nicht nur vom UN-Sicherheitsrat". Die internationale Gemeinschaft müsse gegenüber Pjöngjang gemeinsam handeln. "Regeln müssen eingehalten und ihre Verletzungen bestraft werden ... Worte müssen eine Bedeutung haben", sagte er. Der Raketentest sei ein Beleg für die Dringlichkeit weiterer Abrüstung und der Durchsetzung internationaler Abkommen über die Begrenzung von Atomwaffen.

Obama betonte die Bedeutung des umstrittenen US-Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien. Solange eine iranische Gefahr bestehe, würden die USA die Pläne für eine US-Raketenabwehr umsetzen. Der Schutzschild in Osteuropa stößt in Russland auf massiven Widerstand.

Die Welt müsse sich weiter intensiv bemühen, den Iran wie Nordkorea von ihren Nuklearprogrammen abzubringen, so Obama. Diese Pläne bedrohten die USA, die jeweiligen Regionen und US-Verbündeten. Der Iran habe die Wahl. Er könne den ihm zustehenden Platz in der Gemeinschaft der Nationen einnehmen und sein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomkraft nutzen. Sollte es sich aber weiter weigern, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen, würde es die Chance auf eine positive Zukunft aufgeben. "Wir wollen den Dialog", betonte Obama seinen Wunsch, Teheran mit Diplomatie und Respekt von seinen Plänen abbringen zu wollen.

Obwohl der Kalte Krieg beendet sei, sei die nukleare Bedrohung paradoxerweise gewachsen, betonte der US-Präsident: "Die Gefahr eines Atomkriegs hat sich verringert, das Risiko eines atomaren Angriffs ist gestiegen." Heute verfügten mehr Staaten als früher über Atomwaffen. Es sei aber fundamental für die Sicherheit der ganzen Welt, dass die Weiterverbreitung nuklearer Waffen und nuklearer Technologie verhindert werde. Obama warnte vor dem weltweiten Schwarzmarkt für Nukleartechnologie. Terroristen seien entschlossen, Atomwaffen zu erwerben und sie einzusetzen. Die Sicherung nuklearen Materials und Atomwaffen vor Terroristen habe eine oberste Priorität, sagte Obama. Weltweit dürften Terroristen keinen Zugang zu Atommaterial bekommen.

Ebenso gefährlich sei die Nichtbeachtung des Atomwaffensperrvertrags durch manche Länder. Hier seien strengere Kontrollen und eine Verschärfung der Konsequenzen notwendig. Eine zu schaffende internationale Institution für die Verteilung nuklearen Brennstoffs soll künftig sicherstellen, dass Länder die Atomkraft als Energiequelle für friedliche Zwecke nutzen könnten. Obama kündigte eine neue Initiative in Washington an, damit der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffentests auch in den USA ratifiziert wird. Die Verabschiedung des Abkommens wird seit Jahren im US-Senat blockiert. Der von bereits 148 Staaten unterzeichnete Vertrag ist aber auch noch nicht von Ländern wie China, Indien, Pakistan, Israel oder dem Iran und Nordkorea unterzeichnet worden.

Obama bezeichnete das mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew angepeilte Folgeabkommen des in diesem Jahr auslaufenden Start-Vertrags über atomare Mittelstreckenraketen als einen ersten wichtigen Schritt der neuen Abrüstungsbemühungen. Obama hatte bereits in London einen "neuer Rekord bei der Verringerung der strategischen Offensivwaffen" angekündigt. Ziel müsse es sein, so Obama, die Produktion von spaltbarem Material für Nuklearwaffen zu beenden. Länder mit Produktionsstätten für spaltbares Material wie die USA, Großbritannien, Frankreich und Russland hätten bereits ein entsprechendes Moratorium beschlossen. Nun gelte es, auch China, Indien und Pakistan mit einzubeziehen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
laketahoe (05.04.2009, 18:21 Uhr)
@testsieger2006
.....darf ich folgern, dass es dann wohl erhaben, erwachsen und geradezu prophetisch intelligent ist, sich von einer tendenziell rassistisch grundgestimmten, aber auf jeden Fall permanent schlecht gelaunten Kanzlerin mit Türkeiphobie regieren zu lassen? oder worauf wollen Sie hinaus?
Naturgemäß würde ich nicht so weit gehen, Ihnen deshalb zu raten: "halt doch bitte die Fresse...und"... denn das ist einfach respektlos und kennzeichnet den Autor als...denken Sie sich bitte selbst was Pasendes aus.
Kommentator21 (05.04.2009, 17:45 Uhr)
Schwätzer
da sollte er mal zunächst bei sich anfangen, und die in seiner BRD Kolonie abgelagerten Atombomben abziehen.
Es klingt immer gut diese leeren Phrasen zu dreschen und keinerlei praktische Folgen daraus ziehen zu müssen, der Wanderprediger verarscht alle.
mupfeline (05.04.2009, 17:33 Uhr)
Eines muss der Neid ihm lassen :)
Reden kann er ...
Aber so ist das eben immer - in schwierigen Zeiten lechzt das Volk nach einem Anführer. Allerdings erinnert mich dieser Personenkult doch sehr an längst vergangen geglaubte Zeiten - sehr bedenklich das Ganze.
RDUKE7777777 (05.04.2009, 17:05 Uhr)
Die Eltern der toten Kinder im Irak und in Afghanisten
Den Eltern der toten Kinder im Irak und in Afghanisten wird es egal sein ob ihre Kinder durch eine Atombombe, Streubombe (oh sorry, Fa.Diehl: SMART-Munition), Phosphorbombe oder Uranmunition getötet wurden. Solange Obama und die Nato im Namen des "Kampfes gegen den Terror" Länder im Namen der Freiheit zu zerbomben, ist eine ANGEBLICHE Abschaffung der Atomwaffen einfach nur eine Nebelkerze die die Obama-Manie anfachen soll, damit die geforderte Truppenaufstockung untergeht. Punkt.
testsieger2006 (05.04.2009, 16:29 Uhr)
yes, you can...
... und wir sollens zahlen. Infantil und führerkultmäßig, wie die Leute einem amerikanischen Präsidenten hier zujubeln. Einfache Gemüter brauchen scheinbar einen starken Mann - zumindest einen, der einfach Mut macht und drauf los redet...
Gerade eben hat er die Vollmitgliedschaft für die Türkei in der EU gefordert. Obama - halt blos die Fresse!... oder nimmt sie doch in die USA auf.
kabelmann (05.04.2009, 16:00 Uhr)
@saulus
Frau Merkel macht aber Weltpolitik, die nicht im Interesse der Personen ist, die Frau Merkel gewählt haben, um ihr Interesse in der Welt zu vertreten.
Kurzum: Unsere Kanzlerin übergeht grade ihr eigenes Volk. Wahrscheinlich will sie vor Obama Rückgrat beweisen, vor den Deutschen tut sies jedenfalls nicht
saulus (05.04.2009, 15:30 Uhr)
@ kabelmann
Frau Merkel macht gerade Weltpolitik: der G20-Gipfel und der Nato-Gipfel, und da werden bestimmt noch irgendwelche Gipfel folgen.

Natürlich sind Kriege ohne Atomwaffen praktischer, man muss nicht 5000 Jahre warten bis man das Land wieder "nutzen" kann.
saulus (05.04.2009, 15:09 Uhr)
@ Schnaafpaaf
Entschuldigen Sie bitte, mir ist meine schlechte Schreibe durchaus bewusst und ich arbeite daran.

In diesem Fall muss ich in meiner Ausführung allerdings auf das "Rückrad" bestehen, alles andere wäre leider sinnentstellend.
kabelmann (05.04.2009, 14:54 Uhr)
@saulus
68% der Deutschen wünschen sich einen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Frau Merkel jedoch beschließt zusammen mit dem Rest der NATO, die Truppenstärke dort zu erhöhen.
DAS nennen sie Rückgrat? Ich wüsste nicht, dass diese Frau sowas auch nur im Ansatz besitzt
Schnaafpaaf (05.04.2009, 14:46 Uhr)
@ihsus
Danke, war mir ein Vergnügen. Aber ein bisschen Rechtschreibung möcht` schon sein, oder?
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