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11. Oktober 2008, 08:09 Uhr

Jörg Haider stirbt bei Autounfall

Der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 58-Jährige war am Stadtrand von Klagenfurt von der Straße abgekommen. Der Kärtner Landeshauptmann soll seinen schweren Kopf- und Brustverletzungen erlegen sein. Die Politik in Österreich reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht.

Der Wagen, mit dem Jörg Haider verunglückte© dpa - Bildfunk

Der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsidenten) Jörg Haider ist tot. Der 58- Jährige kam am frühen Samstagmorgen bei einem Autounfall in Klagenfurt ums Leben, wie die Polizei im Bundesland Kärnten berichtete. Haider, der Chef der rechten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) war, sei allein mit seinem Dienstwagen auf dem Weg nach Hause gewesen. Die genaue Unfallursache ist noch ungeklärt.

Haider habe kurz vor dem Unfall auf der Loiblpass-Bundesstraße ein anderes Auto überholt, berichtete die Polizei. Danach sei er mit seinem Wagen aus noch unbekannter Ursache von der Straße abgekommen, eine Böschung hinunter geschleudert und habe sich überschlagen.

Der medizinische Direktor des Landeskrankenhauses Klagenfurt, Thomas Koperna, sagte, Haider habe schwerste Verletzungen erlitten, unter anderem einen Bruch der Halswirbelsäule. Die Ärzte hätten ihn nicht mehr wiederbeleben können.

Weltuntergang für die BZÖ

Der Rechtspopulist hatte zuletzt bei der österreichischen Parlamentswahl am 28. September mit dem BZÖ Erfolge gefeiert: Als Spitzenkandidat holte Haider für seine von der Freiheitlichen Partei (FPÖ) abgespaltene Partei starke Zuwächse und kam auf rund elf Prozent. Als Politiker hatte er mit rechten Äußerungen immer wieder provoziert.

Österreichs Politiker nahmen Haiders Tod mit Bestürzung auf. Haider sei nicht unumstritten gewesen, aber ein Politiker "von großer Begabung und Talent", sagte Präsident Heinz Fischer am Samstagmorgen im Österreichischen Rundfunk (ORF). "Es ist eine menschliche Tragödie", fügte er hinzu. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sprach Haiders Familie sein Mitgefühl aus. Haider habe die österreichische Innenpolitik über Jahrzehnte geprägt, sagte der Sozialdemokrat.

"Für uns ist das wie ein Weltuntergang", sagte Haiders Sprecher und Stellvertreter im Parteivorsitz, Stefan Petzner, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Haider sei noch bei einer Veranstaltung gewesen und habe nach Hause in die Gemeinde Freistritz fahren wollen, als sich der Unfall ereignete. Dort habe er am Wochenende den 90. Geburtstag seiner Mutter feiern wollen. Der Politiker hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Töchter.

"Mit seinem Ableben verliert die Republik einen großartigen Politiker", reagierte der Chef der rechten Partei FPÖ, Heinz- Christian Strache, auf die Nachricht. Strache gilt als politischer Ziehsohn Haiders, seit der Spaltung der Partei war das Verhältnis zwischen beiden jedoch äußerst angespannt.

Als Sohn eines Schuhmachers und einer Lehrerin wurde Haider in Kärnten geboren, nach dem Abitur studierte er in Wien Jura. 1977 machte er dann als FPÖ-Landesparteisekretär die Politik zu seinem Beruf und begann eine steile Karriere. Lange Jahre war der Rhetorik- und Medienprofi der "starke Mann" der Partei und zimmerte im Hintergrund unter anderem an der umstrittenen Regierungskoalition im Jahr 2000 mit der konservativen ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Nach Konflikten mit seiner Heimatpartei hatte sich Haider 2005 mit dem Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) selbstständig gemacht.

DPA/Reuters
 
 
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