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11. Mai 2009, 13:52 Uhr

Pakistan sieht Taliban auf der Flucht

Im Kampf gegen militante Taliban im Swat-Tal steht die pakistanische Regierung nach eigenen Angaben kurz vor dem Sieg. Obwohl Hunderttausende Zivilisten auf der Flucht sind, will Innenminister Rehman Malik die Regierungstruppen "bis zum letzten Taliban-Kämpfer" vorrücken lassen.

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Die pakistanischen Regierungstruppen scheinen auf dem Vormarsch, die Taliban ziehen sich der Regierung zufolge zurück© Mohammad Sajjad/AP

Die pakistanische Regierung sieht die Taliban im Swat-Tal am Rande einer Niederlage. Seit Beginn des militärischen Großeinsatzes am Donnerstag seien bis zu 700 Extremisten getötet worden, die Taliban befänden sich auf der Flucht, sagte Innenminister Rehman Malik am Montag in Islamabad.

Die Streitkräfte setzen nach eigenen Angaben 12.000 bis 15.000 Soldaten gegen geschätzte 4000 bis 5000 Taliban-Kämpfer ein, unter denen sich auch Ausländer und Stammeskrieger aus Süd-Waziristan befinden sollen. Am Montag bombardierte die Luftwaffe vermutete Stellungen der Extremisten. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen rund 360.000 Zivilpersonen aus dem Kampfgebiet.

Die Offensive werde "bis zum letzten Taliban-Kämpfer" fortgesetzt, erklärte Malik. "Wir haben ihnen keine Chance gelassen. Sie sind auf der Flucht. Sie haben nicht eine solche Offensive erwartet." Die Regierung stelle ausreichend Mittel zur Versorgung der Flüchtlinge bereit. Mit einer genauen Registrierung solle verhindert werden, dass sich Taliban unter die Flüchtlinge mischten.

Für Regierung und Hilfsorganisationen stellt die neue Welle an Flüchtlingen in der unruhigen Region eine große Herausforderung dar: Die Menschen kommen zu rund einer halben Million Flüchtlingen aus früheren Kämpfen hinzu. Die Angaben der Regierung über den Verlauf der Offensive sind bislang nicht von unabhängiger Seite überprüfbar. Aus Polizeikreisen im Swat-Tal verlautet, es gebe Hinweise darauf, dass die Militanten wieder Kontrolle über die Provinzhauptstadt Mingora übernommen hätten. Angaben über Opfer in der Zivilbevölkerung haben die Streitkräfte bislang nicht gemacht.

Die Regierungsoffensive ist eine Reaktion auf den Versuch der Taliban, nach einem umstrittenen Friedensabkommen im Swat-Tal ihre Kontrolle auf die Nachbarbezirke Dir und Buner auszudehnen. Sie würden damit bis auf 100 Kilometer an die Hauptstadt Islamabad vorrücken.

Ein Selbstmordattentäter hat unterdessen etwa 40 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Peshawar mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden 26 weitere Menschen verletzt, als der Täter den in seinem Auto versteckten Sprengsatz an einem Kontrollposten der Sicherheitskräfte zündete. Unter den Todesopfern seien zwei Polizisten und acht Zivilisten. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
auwei (11.05.2009, 16:38 Uhr)
Militärische Erfolge hin oder her
...besiegt werden können die Taliban nur, wenn sich den Menschen in dem Gebiet eine Alternative bietet. Bislang vermochte dies weder der afghanische noch der pakistanische Staat. Wenn sich daran nichts ändert, bleibt es ein Pyrrhussieg.
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