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7. August 2007, 08:39 Uhr

China gängelt ausländische Journalisten

China geht ein Jahr vor den Olympischen Spielen hart gegen ausländische Reporter vor. Laut der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch würden sie regelmäßig festgehalten, eingeschüchtert und verhört - und verletzt damit nicht nur Verträge mit dem IOC.

Schlechte Zeiten für Journalisten in Peking: Ein Jahr vor Olympia behindert China massiv die Berichterstattung© Adrian Bradshaw/DPA

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking hat die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch anhaltende Beschränkungen für die Arbeit ausländischer Medien in China angeprangert. Die Organisation warf Peking vor, ausländische Journalisten weiterhin einzuschüchtern, zu belästigen und festzuhalten. Damit verletze China seine Verpflichtungen gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), die Freiheit der Berichterstattung zu gewährleisten, hieß es in einem Bericht der in New York ansässigen Organisation. Der Bericht wurde einen Tag vor Beginn des Countdowns für die Spiele in Peking vom 8. bis 24. August 2008 veröffentlicht.

Erst kürzlich waren bei einer Aktion von Reporter ohne Grenzen vor dem Olympia-Hauptquartier in Peking rund ein Dutzend Mitarbeiter ausländischer Medien festgehalten und befragt worden, die über den Protest berichten wollten. Der 40-seitige Bericht von Human Rights Watch dokumentiert, wie chinesische Behörden trotz neuer Freiheiten für Journalisten, Interviews zu führen oder im Land zu reisen, die Arbeit ausländischer Medien unverändert behindern. "Das olympische Versprechen über die Medienfreiheit scheint mehr ein Werbetrick zu sein als eine aufrichtige politische Initiative", sagte Asiendirektor Brad Adams.

Recherchen routinemäßig behindert

Obwohl die neuen Vorschriften den Zugang zu bestimmten Dissidenten und normalerweise pressescheuen Funktionären erleichtert hätten, hätten Korrespondenten berichtet, dass ihre Recherchen routinemäßig von Behördenvertretern, Polizei und Zivilbeamten behindert würden, die die neuen Bestimmungen "ignorieren oder absichtlich verspotten", heißt es in dem Bericht der Organisation. Die größten Probleme gebe es mit heiklen Themen wie Bürgerrechtlern, die chinesische Herrschaft in Tibet, die Aids-Epidemie und Fragen der sozialen Sicherheit wie Aufstände, Demonstrationen und deren Folgen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Oetker333 (08.08.2007, 16:58 Uhr)
Ja bestimmt
Und die "Achse der Lieben Engel" der Westen dopt ja überhaupt nicht. Komisch das die westlichen Sportler besseren Zugriff zu Doping haben als die Chinesen.
@IsyAltklug: Kennst du überhaupt einen Sportler aus China die Namen sind wohl zu schwierig für dich.
IsyAltklug (07.08.2007, 16:53 Uhr)
Das lässt ja bereits ahnen,...
wie während der Spiele mit dem Thema Doping umgegangen wird. Wir werden sie bekommen: Hunderte chinesische Medaillenträger, von denen vorher nie jemand etwas gehört hat und von denen nie wieder jemand etwas hören wird. Sie sind "hergestellt" worden zum Ruhme des Vaterlandes. Jeder, der kritisch hinterfragen oder gar kontrollieren will, bekommt gar nicht erst ein Visum für die Zeit der Spiele. Für mich ist klar, dass ich diese Spiele vom ersten bis zum letzten Tag boykottieren werde. Doping in der Leichtathletik hat es immer schon gegeben, aber die Spiele 2008 werden allem die Krone aufsetzen und niemand kann die Funktionäre dahinter zur Rechenschaft ziehen, da es Kritiker und freie Medien in China nicht geben darf.
js110010 (07.08.2007, 13:16 Uhr)
Facklauf auf dem Platz des himmlischen Friedens
mit anschließender öffentlicher Verbrennung einiger Volksfeinde HEHE
Nicht? Das mag der Westen nicht? Oh, schade. Sorry, Hundefresser verstehen es nicht besser....
Aber wartet erstmal ab, bis Olympia vorbei ist. Unsere Lager sind groß und es gibt noch viel abzufackeln
Raknarak (07.08.2007, 12:58 Uhr)
erwartungen voll eingetroffen...
...nun sollten aber schnellstens alle gelder gestrichen werden. nicht nur in bezug auf olympia führt china den rest der welt an der nase herrum. aber von wem sollten die sich denn auch etwas sagen lassen? druckmittlel gibt es ja keine.
BEEGEESFAN (07.08.2007, 12:36 Uhr)
ERWARTUNG
HAT DENN WIRKLICH JEMAND ETWAS ANDERES ERWARTET?
hq79 (07.08.2007, 11:55 Uhr)
Griechenland
freut sich sicherlich die Spiele ein weiteres Mal ausrichten zu dürfen...
Dolbert (07.08.2007, 11:54 Uhr)
Ich weiß es ist langweilig, aber
einer muß ja immer den Kommentar abgeben, dass wir uns in Deutschland vielleicht auf einem anderen Niveau, aber definitiv in derselben Richtung bewegen.
Der Beitrag überrascht mich nicht. Aber ich bin mir sicher, dass die Chinesen uns sagen würden, wir sollten uns erstmal um unsere Probleme kümmern. Ob das jetzt die strafrechtliche Verfolgung von Journalisten, der Fall Cicero, die Menschenrechts- und Grundrechtsverletzungen der Polizei beim G8- Gipfel oder die Kapriolen des Herrn Schäuble sind. China ist näher als so mancher denkt.
hevosenkuva (07.08.2007, 11:43 Uhr)
merkwürdig...
ich dachte immer, China sei eine dieser lupenreinen Demokratien. es geht dort jedenfalls genau so zu wie in anderen großen demokratischen Staaten (Ost und West) auch.
Leondriel (07.08.2007, 11:38 Uhr)
Und was sagt das IOC?
Mir fehlt irgendwie die Reaktion des IOC. Welche Maßnahmen will es ergreifen? Wird es Maßnahmen ergreifen?
Wie weit geht es um den olympischen Geist, werden sie die Olympiade verlegen oder ausfallen lassen? Oder wird es trotzdem durchgezogen?
schoolar (07.08.2007, 11:01 Uhr)
Überraschung!
Oh, wie sind wir doch überrascht: In China werden demokratische Grundrechte mißachtet! Wer hätte das gedacht...?! Mann-o-mann, Leute, öffnet endlich mal die Augen!!! Ich bin gespannt, wie lange noch die westliche (und vermeintlich demokratische!) Welt sich von solchen Staaten auf der Nase herumtanzen läßt und Menschen- und andere Rechtsverletzungen ignoriert, um mit Billiglohn-Erzeugnissen oder vermeintlich günstigen Rohstoffen kräftig Profit machen zu können. :-(((
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