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20. Juli 2008, 15:27 Uhr

Peking erlässt massive Fahrverbote

Zur Verbesserung der Luftqualität für die Olympischen Spiele gelten die bisher umfassendsten Fahrverbote in der Geschichte Pekings. Ob jemand fahren darf, hängt von den Ziffern des Nummernschildes ab. Die 17 Millionen Pekinger sollen auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen.

In Chinas Hauptstadt werden täglich mehr als 1000 neue Autos zugelassen.© Greg Baker/AP

Über zwei Monate dürfen 3,3 Millionen Autos jeweils nach ihren Nummernschildern nur noch an geradem oder ungeraden Tagen fahren Die Fahrverbote sollen außer der schwer verschmutzten Luft auch den Verkehrsfluss in den chronisch verstopften Straßen verbessern. Sie dauern über die Paralympischen Spiele bis zum 20. September. Die Verkehrsdichte war am Sonntag schon spürbar niedriger. Nach offiziellen Angaben sollen bis zu zwei Millionen Autos von den Straßen verschwinden, da die Behörden besonders viele Fahrzeuge stehenlassen wollen. Auch dürfen Autos nicht fahren, die die vergleichsweise strengen Emissionsstandards in Peking nicht erfüllen.

Nachdem die Produktion in Fabriken, Kraftwerken und Chemiebetrieben bereits heruntergefahren oder verringert worden war, zeigte sich die Luft schon seit einigen Tagen besser als sonst. Peking hatte eigentlich "grüne Spiele" versprochen, scheiterte bisher aber an der schlechten Luft. In Chinas Hauptstadt werden täglich mehr als 1000 neue Autos zugelassen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hatte angedroht, notfalls Wettbewerbe in Ausdauersportarten im Freien zu verschieben, wenn die Luftqualität nicht ausreichen sollte.

Drei neue U-Bahnlininen eröffnet

Am 19. Juli wurden nach zweiwöchiger Verzögerung drei neue U-Bahnlinien eröffnet worden, darunter eine Strecke zum Olympiagelände und eine zum neuen Flughafenterminal. Mit den neuen Bahnlinien wurde das wichtigste Infrastrukturprojekt für die Sommerspiele in Betrieb genommen. Sie haben nach amtlichen Angaben 22,3 Milliarden Yuan gekostet (etwa 2 Milliarden Euro). Die 4,5 Kilometer lange Strecke zum olympischen Park darf zunächst nur von Olympia-Teilnehmern wie Athleten, Trainern, akkreditierten Journalisten und Zuschauern benutzt werden. Für den normalen Verkehr wird sie erst nach den Paralympischen Spielen geöffnet. Olympia-Besucher werden mit ihren Tickets kostenlos zu den Wettkampfstätten fahren können, müssen aber vorher durch Sicherheitskontrollen.

Das U-Bahnsystem der Stadt soll während der Spiele täglich bis zu fünf Millionen Passagiere transportieren können. Für die 28 Kilometer weite Fahrt zum neuen Flughafenterminal, dem größten der Welt, braucht die Bahn 20 Minuten. Während der Spiele sollen täglich 30.000 Passagiere damit fahren. Die neue Linie 10 verläuft über 25 Kilometer in einem Bogen im Norden der Hauptstadt und verbindet den Westen und Osten. Die Metropole hatte bisher nur ein kleines U-Bahnnetz.

Handbuch im Tipps im Fall eines Anschlags

Vor den Olympischen Spielen versucht die Hauptstadt, ihre Bewohner auch auf mögliche Terroranschläge vorzubereiten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sei der neue Olympia-Wald für den Fall eines Anschlags oder einer Naturkatastrophe als Schutzzone für Athleten und Zuschauer auserkoren worden. Es seien Schlafsäcke und Zelte vorbereitet worden. In der vergangenen Woche hatte das Polizeiministerium zudem ein Handbuch herausgegeben, das Tipps zum richtigen Verhalten bei einer Terrorattacke beschreibt. "Wehren Sie sich nicht, schauen Sie dem Entführer nicht in die Augen, reden Sie nicht, bewegen Sie sich langsam", heißt es im Fall einer Entführung.

Das Handbuch enthält auch Hinweise für das Verhalten bei Angriffen mit chemischen, biologischen und atomaren Waffen und zur Identifizierung von Bomben. Die chinesischen Behörden haben einen möglichen Terrorangriff als größte Bedrohung für die Olympischen Spiele vom 8. bis 24. August in Peking bezeichnet. Seit Jahren sind in China allerdings keine Terroranschläge mehr gemeldet worden. Für nützliche Hinweise auf geplante Anschläge und Verbrechen haben die Behörden eine Belohnung von bis zu 500.000 Yuan ausgelobt.

DPA
 
 
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