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15. Februar 2010, 07:23 Uhr

Zivile Opfer belasten Nato-Offensive

Überschattet vom Tod von Zivilisten wird die Nato-Offensive in Afghanistan fortgesetzt. Die Operation "Muschtarak" soll Taliban und Drogenbaronen in der Provinz Helmand den Garaus machen. Da passt es nicht ins Konzept, dass ob der zivilen Opfer der Oberbefehlshaber zu Kreuze kriechen muss.

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Trotz der zivilen Toten: Die US-Truppen in Afghanistan werten die Operation "Muschtarak" bislang als Erfolg© Patrick Baz/AFP

Unter der Führung von US-Marineinfanteristen haben internationale und afghanische Verbände am Montag die Großoffensive gegen die aufständischen Taliban im Süden Afghanistans fortgesetzt. Die Zahl der seit Beginn des Einsatzes am Samstag getöteten ausländischen Soldaten erhöhte sich nach Nato-Angaben auf mindestens sieben. Demgegenüber standen am Wochenende 30 bis 35 getötete Taliban. In der Nacht zum Montag sind nach Nato-Angaben zwölf weitere tote Extremisten hinzugekommen.

Rund 15.000 Soldaten sind an dem Einsatz "Muschtarak" (Gemeinsam) in der Unruheprovinz Helmand - von den Briten als "Herz der Finsternis" bezeichnet - beteiligt. Unter ihnen sind 4400 afghanische Soldaten. Ziel der größten Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes vor neun Jahren ist, die Rebellen aus der Region Mardscha, einem der größten Opium-Anbaugebiete der Welt, zu vertreiben. Mardscha stand jahrelang unter der Kontrolle von Taliban und Drogenhändlern, die dort gemeinsame Sache machten - Opium gehört zu den Haupteinnahmequellen der Aufständischen. Dem Vernehmen nach sollen nach der Großoffensive bis zu tausend afghanische Polizisten in die Region kommen und helfen, Schulen, Krankenhäuser und ein Rechtssystem aufzubauen. Die Bauern sollen dabei unterstützt werden, den Anbau von Opium auf Feldfrüchte umzustellen.


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Tod von Zivilisten überschattet jegliche Erfolge

Überschattet wurde der Vorstoß von dem Tod von zwölf Zivilisten, die am Sonntag durch einen fehlgeschlagenen Raketenangriff starben. Tote unter den Zivilisten zu vermeiden, um durch den Angriff nicht weiteres Ansehen in der Bevölkerung zu verspielen, war ein wichtiges Anliegen der Offensive gewesen. Nun musste Isaf-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal bei Präsident Hamid Karsai um Entschuldigung bitten. Karsai ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an.

Auch Soldaten fielen bei dem Vorstoß: Die Nato-Truppe Isaf teilte am Montag mit, ein weiterer ausländischer Soldat sei in Südafghanistan ums Leben gekommen - ohne jedoch auszuführen, ob dieser im Rahmen der Offensive starb. Zuvor hatte die Nato den Tod von sechs ausländischen Soldaten in Südafghanistan seit Beginn der Offensive mitgeteilt - vier US-Soldaten und zwei Briten. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums vom Sonntag verlief die erste Phase der Offensive "planmäßig". Die nächste Etappe, in der sich die Einheiten vor Ort festsetzten und Infrastruktur wie Stützpunkte und Brücken errichteten, habe bereits begonnen. Auch der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, sagte trotz der zivilen Opfer, die Offensive gegen die Taliban komme "gut" voran.

DPA/APN
 
 
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