24. Juni 2011, 08:20 Uhr

Mögliche Kontakte zu pakistanischen Spionen

Osama bin Laden soll sich jahrelang unbehelligt in Pakistan versteckt haben. Inwieweit die pakistanische Regierung ihn gedeckt hat, ist noch unklar. Nun wirft ein Handy, das in seinem Haus gefunden wurde, weitere Fragen auf. Es soll Kontakte zu Aktivisten aufweisen, die dem afghanischen Geheimdienst nahe stehen.

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hatte einem US-Zeitungsbericht zufolge vor seinem Tod möglicherweise Kontakte zu Aktivisten, die dem pakistanischen Geheimdienst nahestehen. Auf einem im Haus Bin Ladens gefundenen Handy seien Anrufe zur Organisation Harakat ul Mudschahidin entdeckt worden, berichtete die "New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf US-Vertreter. Die Gruppe wird von den USA als Terrororganisation eingestuft. Der Zeitung zufolge unterhält sie seit Jahren geheime Kontakte zum einflussreichen pakistanischen Geheimdienst ISI.

Das Handy war während der US-Kommandoaktion auf Bin Ladens Anwesen in Pakistan beschlagnahmt worden und wurde offenbar vom Boten des Al-Kaida-Chefs verwendet. "Es ist ein ernsthafter Anhaltspunkt", sagte ein US-Beamter der "NYT". Ein weiterer US-Vertreter sagte der Zeitung jedoch, es handle sich nicht um einen schlagenden Beweis für Verbindungen Bin Ladens zum ISI, da unklar sei, ob die Anrufe dem Terrorchef zuzuordnen seien.

Die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA sind seit der Tötung Bin Ladens durch ein US-Kommando am 2. Mai im pakistanischen Abbottabad stark belastet. Der Einsatz hatte zutage gebracht, dass der Terrorchef schon lange unbehelligt in Pakistan lebte und Fragen zu einer möglichen Komplizenschaft Pakistans aufgeworfen.

AFP
 
 
Jetzt bewerten
1 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
Osama bin Ladens Nachfolger Gestatten, Aiman al Sawahiri, Al-Kaida-Boss

Es ist, als wäre al Kaida ein Großkonzern: Nach dem Tod des alten Chefs hat das Terrornetzwerk jetzt hochoffiziell den Nachfolger präsentiert: Aiman al Sawahiri, bin Ladens früheren Vize. Ein Porträt.

Pakistan demetiert Kein Major als US-Informant festgenommen

Der pakistanische Geheimdienst hat einem Zeitungsbericht zufolge fünf mutmaßliche CIA-Informanten festgenommen, die bei der Suche nach El-Kaida-Chef Osama bin Laden geholfen haben sollen. Das pakistanische Militär wies den Bericht als "falsch und vollkommen gegenstandslos" zurück.

Beweis für Tötung US-Taucher will bin Ladens Leiche finden

Anfang Mai töteten US-Soldaten Osama bin Laden und versenkten die sterblichen Überreste des Al-Kaida-Führers im Arabischen Meer. Behauptet zumindest die US-Regierung. Ein Taucher aus Kalifornien will nun nachschauen, ob die Leiche wirklich am Meeresgrund liegt.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?