"Wenn Pakistan fällt, steht die Welt vor dem Abgrund" - so urteilen US-Sicherheitsexperten über das islamische Land. In Tokio treffen sich nun 30 Staaten, um mit einer Milliardenhilfe die Region zu stabilisieren. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur "gefährlichsten Region der Welt".

Radikale Moslems in der Roten Moschee in Islamabad© Faisal Mahmood/Reuters
Die internationale Pakistan-Geberkonferenz in Tokio hat mit Zusagen über fünf Milliarden Dollar die Erwartungen übertroffen. Mit diesen nun angekündigten Hilfen soll das atomar bewaffnete Land vor dem Abgleiten ins Chaos und vor einer Machtübernahme durch die radikal-islamischen Taliban bewahrt werden. Die pakistanische Regierung verpflichtete sich im Gegenzug zum Kampf gegen die Islamisten. "Wir sind bereit zu kämpfen", sagte Präsident Asif Ali Zardari. Die Welt müsse Pakistan bei der Bewältigung der enormen Herausforderung helfen. Die von den Extremisten ausgehende Gefahr gehe alle an, sie ende nicht an den Landesgrenzen.
Vor allem westliche Staaten fürchten, dass islamistische Gruppen in Pakistan die Oberhand gewinnen könnten. Die Taliban haben angekündigt, ihren Krieg in die Hauptstadt Islamabad zu tragen. Die Milizen wollen damit auf zunehmende Angriffe der USA auf Stützpunkte und Rückzugsgebiete im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet reagieren. Im Westen wächst die Sorge, dass durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage die Taliban weiteren Zulauf erhalten.
Die Stabilisierung Pakistans ist zentraler Bestandteil der neuen US-Politik in der Region. US-Präsident Barack Obama will mit einer befristeten massiven Truppenaufstockung in Afghanistan das Blatt im Kampf gegen die erstarkenden Taliban wenden. Gleichzeitig will er verhindern, dass der Konflikt auf Pakistan ausgeweitet wird. Seit dem Amtsantritt Obamas bemühen sich die USA auch erstmals die Regionalmacht Iran in die Bemühungen um die Stabilisierung der Region einzubinden.
stern.de hat die wichtigsten Fragen und Antworten zu Pakistan zusammengestellt.
nik mit DPA