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24. April 2009, 13:12 Uhr

Taliban ziehen aus erobertem Distrikt ab

Im Machtkampf mit den Taliban hat Pakistans Regierung einen überraschenden Etappensieg errungen: Angaben aus Islamabad zufolge ziehen sich die radikal-islamischen Rebellen aus dem seit Tagen besetzten Distrikt Buner zurück.

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Hunderte Taliban-Kämpfer aus dem Swat-Tal waren zu Wochenbeginn in Buner einmarschiert© Reuters

Die radikal-islamischen Taliban haben nach offiziellen Angaben einem Rückzug aus dem seit Tagen besetzten Distrikt Buner im Nordwesten Pakistans zugestimmt. Wie ein Vertreter der Regionalregierung am Freitag mitteilte, erklärte sich der radikale Geistliche Maulana Sufi Mohammed nach Gesprächen mit den Behörden dazu bereit, die Aufständischen zum Verlassen des Distrikts zu bewegen, der an das unruhige Swat-Tal angrenzt. Zu Wochenbeginn hatten Hunderte Taliban-Kämpfer aus dem Swat-Tal auch die Kontrolle in Buner übernommen und an strategischen Stellen Befestigungen und Straßenkontrollen errichtet.

Maulana Mohammed hatte zuvor ein umstrittenes Friedensabkommen zwischen Regierung und Aufständischen vermittelt. Es sieht unter anderem vor, dass die Regierung das zum Teil drakonische islamische Scharia-Recht in der Region einführt und ihre Truppen abzieht. Im Gegenzug sollen die Taliban ihre Angriffe und Anschläge einstellen. Präsident Asif Ali Zardari hatte das Gesetz in der vergangenen Woche gegen den Widerstand der USA unterzeichnet.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte Islamabad vorgeworfen, vor den Taliban zu kapitulieren. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin rief Pakistan am Freitag dazu auf, sich "aktiv und konsequent mit dem Extremismus auseinanderzusetzen und einen Riegel vorzuschieben."

Pakistans Armeechef Ashfaq Pervez Kiani wies die Vorwürfe zurück. Die Streitkräfte seien "entschlossen, Extremisten auszuschalten, die das Leben friedliebender Bürger bedrohen und die Autorität des Staates herausfordern", so Kiana in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung.

Kurz zuvor hatte sich die Bundesregierung besorgt über das Erstarken der radikal-islamischen Taliban in der Atommacht Pakistan geäußert. Die zunehmende Infiltration bewaffneter Kämpfer widerspreche der geschlossenen Waffenruhe, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. "Dies muss uns mit Sorge erfüllen." Es sei grundsätzlich zweifelhaft, ob Vereinbarungen mit den Taliban dem Frieden dienen könnten.

Die Bundesregierung sei in engen Gesprächen mit der pakistanischen Regierung und den Partnern darüber, "was man tun kann, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten", sagte der Sprecher weiter. Allerdings seien die Taliban "nach unserer Analyse noch weit entfernt von einem Angriff auf Islamabad". Insofern dürfe die Lage auch nicht dramatisiert werden.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Malt (24.04.2009, 15:22 Uhr)
Oh man....
" Es sieht unter anderem vor, dass die Regierung das zum Teil drakonische islamische Scharia-Recht in der Region einführt und ihre Truppen abzieht. Im Gegenzug sollen die Taliban ihre Angriffe und Anschläge einstellen."
.
So. Und warum sind wir jetzt nochmal da unten? Um den Menschen dort zu helfen? wer glaubt denn da tatsächlich noch dran? Sobald die Taliban sich einverstanden erklären, dass die USA eine Ölpipeline durch Afghanistan bauen darf, hat es sich mit der "humanitären Hilfe"... dann ist es dort bald schlimmer als vor dem Einmarsch! Traurig...
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